Rot-Weiß Oberhausen hat die erste von zwei Englischen Wochen mit sechs Punkten abgeschlossen. Gegen den SC Wiedenbrück gab es einen hart umkämpften 1:0 (0:0)-Sieg.

RWO - Wiedenbrück 1:0

Engelmann schießt RWO zurück nach oben

Martin Herms
19. September 2015, 18:27 Uhr
Foto: Ketzer

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Rot-Weiß Oberhausen hat die erste von zwei Englischen Wochen mit sechs Punkten abgeschlossen. Gegen den SC Wiedenbrück gab es einen hart umkämpften 1:0 (0:0)-Sieg.

So schnell kann es gehen in der Regionalliga West. Noch vor genau einer Woche war die Stimmung im RWO-Lager nach dem 1:1 in Dortmund auf dem Tiefpunkt. Der Anschluss an die Tabellenspitze schien vorerst verloren zu sein. Trotz erheblicher Personalsorgen ist es den Kleeblättern gelungen, diesen zurückzugewinnen. Oberhausen kletterte am Samstag auf den fünften Tabellenplatz und mischt wieder munter vorne mit.

Der Heimsieg gegen Wiedenbrück war keinesfalls so glanzvoll wie der 2:0-Erfolg drei Tage zuvor gegen die Sportfreunde Lotte. Den Rot-Weißen war in den ersten 30 Minuten anzumerken, dass die intensiven 90 Minuten gegen die Tecklenburger ihre Spuren hinterlassen haben. Die Ostwestfalen hatten keine große Mühe, RWO vom eigenen Tor fernzuhalten. Trainer Andreas Zimmermann sah frühzeitig Handlungsbedarf und nahm den an diesem Nachmittag unglücklich agierenden David Gügör (35.) vom Platz und stellte auf ein offensiveres 4-3-3-System um. Für den Neuzugang aus Bielefeld kam Raphael Steinmetz, der gleich zwei Minuten später die erste Chance auf dem Fuß hatte. Bis zur Halbzeit machte sich die Maßnahme Zimmermann bezahlt, denn RWO übernahm die Initiative. "Ich musste etwas unternehmen. In der ersten halben Stunde waren wir überhaupt nicht im Spiel, fußballerisch war das viel zu wenig. Das lag aber nicht allein an David Gügör. Er ist noch sehr jung und hat keinen guten Tag erwischt. Das kann passieren", nahm Zimmermann den Youngster in Schutz.

Nach der Pause war der Schwung wieder schnell verflogen. Wiedenbrück ließ keine Offensivaktionen der Hausherren zu. Als Kai Nakowitsch in der 64. Minute nach einer vermeintlichen Notbremse vom Platz flog, drohte den Oberhausenern Ungemach. Hätte Robin Udegbe sechs Minuten später nicht mit einem sensationellen Reflex gegen Kamil Bednarski das 0:1 verhindert, hätte sich der Frust der RWO-Verantwortlichen wohl auf Schiedsrichter Alexander Busse entladen. Denn der Platzverweis gegen Nakowitsch war eine eindeutige Fehlentscheidung. Stipe Batarilo-Cerdic ging nach einem Zweikampf mit dem Ex-Essener 18 Meter vor dem Tor zu Boden. Da Christoph Caspari jedoch auf gleicher Höhe mitlief, wäre Gelb die richtige Maßnahme gewesen. "Es war aus meiner Sicht kein Platzverweis. Aber es bringt nichts, sich darüber aufzuregen. Auch die Schiedsrichter sind eben in der vierten Liga", meinte Zimmermann.

Angesichts dieses Spielverlaufs hätte sich auf Oberhausener Seite wohl niemand über ein torloses Remis beschwert. Doch RWO kann sich mittlerweile auf Simon Engelmann verlassen. Der Neuzugang aus Verl hat seine anfängliche Ladehemmung längst überwunden und avancierte gegen Wiedenbrück zum Matchwinner. Nach einer tollen Vorarbeit von Steinmetz war Engelmann in der 89. Minute zur Stelle und traf mit einem Drehschuss aus 16 Metern ins lange Eck. Wiedenbrücks Trainer Alfons Beckstedde warf seinem Team zurecht mangelnde Cleverness vor. "Mit einem Mann mehr müssen wir zumindest den einen Punkt mitnehmen. Dass wir dieses Spiel noch verlieren, ist sehr bitter", monierte Beckstedde.

Ganz anders war die Stimmungslage natürlich bei seinem Trainerkollegen Zimmermann. Auch wenn der Ex-Profi einräumte, dass der Dreier "unverdient und glücklich" war, sprach er seiner Mannschaft ein großes Kompliment aus. "Ich bin stolz auf meine Spieler. Es ist eine großartige Leistung, dass wir dieses Spiel nach der harten Aufgabe gegen Lotte in Unterzahl noch gewinnen konnten. Das spricht ganz eindeutig für dieses Team."

Autor: Martin Herms

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