Das ist er also: Der vom Ergebnisdruck befreite Spaßfußball, den Schalke spielen will, um die vielzitierte Aufbruchstimmung anzukurbeln.

FC Schalke 04

Ein schöner, richtiger und wichtiger Sieg

13. September 2015, 20:49 Uhr
Foto: firo

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Das ist er also: Der vom Ergebnisdruck befreite Spaßfußball, den Schalke spielen will, um die vielzitierte Aufbruchstimmung anzukurbeln.

In einer Partie, die auch 6:3 hätte ausgehen können, siegte S04 zwar "nur" mit 2:1 (1:1) gegen Mainz 05, erlebte aber einen tollen Sonntagabend, der auf mehreren Ebenen Freude machte. Die Stimmung schwappte endlich mal wieder vom Platz auf die Ränge, denn die Königsblauen drängten fast durchgehend druckvoll auf das Mainzer Tor. Gegen einen nicht gerade mutlosen Gegner spielte sich Blau-Weiß aber nicht nur in einen kleinen Rausch, sondern fightete auch klasse. Da gab es bisweilen Szenenapplaus für intensive Zweikämpfe, auch für eine Grätsche, die vielleicht mal zu spät kam oder für eine Idee, die gut war, am Ende aber doch nicht aufging.

So wirkte Schalke so lebendig wie in der Bundesliga schon ewig nicht mehr gesehen. Kaum unter Huub Stevens oder Jens Keller, schon gar nicht unter Roberto Di Matteo. Der hatte kein schlechteres Spielermaterial zur Verfügung, hatte offenbar aber nicht den Hauch eines Plans, bei dem am Ende ansehnlicher Fußball herauskommen konnte.
Nun zeigt Schalke aktuell ein ganz anderes Gesicht. Genau das erhoffte und von Trainer André Breitenreiter beschriebene: Das Team spielt beherzten Offensivfußball, zeigt und weckt Emotionen und hat die Fans wieder hinter sich gebracht. 24 Torschüsse sind ein klarer Beweis dafür. "Wir haben von Beginn an eine Mannschaft gesehen, die keinen Zweifel daran aufkommen ließ, wer den Platz heute als Sieger verlässt", sagte André Breitenreiter zufrieden und hatte in den ersten 30 Minuten ein "Feuerwerk an Leidenschaft, Einsatzbereitschaft, Mentaliät, Willen und Herz gesehen."

Ganz schön viel für einen Zittersieg? Vielleicht, aber es war nicht nur ein "klasse Spiel" (Breitenreiter), sondern auch ein erfolgreiches. "Der erste Schritt in die richtige Richtung", erklärte der Chefcoach und untermauerte noch einmal die guten Vorsätze, die sich Schalke im Sommer gegeben hatte. "Über weite Phasen war das der Fußball, den ich mir vorstelle", nickte der Fußballehrer zufrieden - und verwies auf die Spieldaten. In der Statistik lag Mainz in Sachen Physis vorne, aber Schalke in allen Werten mit Ball.

Dafür gab es auch vom Gegner Lob: "So wie Schalke in den ersten 25 Minuten muss eine Heimmanschaft auftreten", hielt Gästetrainer Martin Schmidt fest. Mit einer Frage braucht sich dieser im Gegensatz zu Breitenreiter nicht zu befassen, der Schalke-Coach aber auch immer weniger: Wer war eigentlich noch mal dieser Julian Draxler?

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