Das „Becherwurf-Spiel“ von St. Pauli ist in die Geschichte der Bundesliga eingegangen. Ein Neuzugang der Schalker U23 war dabei – im S04-Fanblock.

Schalke II

Uphoff und der Becherwurf

Christoph Winkel
01. August 2015, 08:07 Uhr

Das „Becherwurf-Spiel“ von St. Pauli ist in die Geschichte der Bundesliga eingegangen. Ein Neuzugang der Schalker U23 war dabei – im S04-Fanblock.

Am 1. April 2011 spielte Schalke am Millerntor, beim Stand von 2:0 für die Königsblauen wurde die Partie in der 89. Minute abgebrochen. Linienrichter Thorsten Schiffner war von der Haupttribüne aus mit einem vollen Bierbecher beworfen worden und zu Boden gegangen. Einer, der den Becher definitiv nicht geworfen hat, ist [person=27576]Tjorben Uphoff[/person].

Er spielte vor gut vier Jahren zwar in der B-Jugend des FC St. Pauli, stand aber mitten im Schalker Fanblock. „Wir Spieler hatten zwar Freikarten für den St. Pauli-Block, aber ich kannte die Ordner und konnte deshalb auch in den Schalke-Block.“

In dieser Saison wird es für den 20-Jährigen einfacher sein, in den blau-weißen Fanblock zu kommen. Denn Uphoff hat einen Zweijahresvertrag auf Schalke unterschrieben. Jürgen Luginger plant mit dem Innenverteidiger als Führungsspieler.

Als Schalke anfragte, musste ich nicht mehr lange überlegen
Tjorben Upphoff

Der Kontakt kam über Uphoffs Berater Egon Flad zustande, der mit „Lugi“ Anfang der 90er Jahre auf Schalke zusammenspielte. Scouts beobachteten Uphoff und „Knappenschmiede“-Direktor Oliver Ruhnert machte ihm ein Angebot. „Als Schalke anfragte, musste ich natürlich nicht mehr lange überlegen“, sagt er.

Einziger Haken: Zum Zeitpunkt der Anfrage kämpfte Schalkes Reserve noch um den Klassenerhalt. „Die Regionalliga war Voraussetzung für einen Wechsel“, erklärt Uphoff, der in der vergangenen Saison sogar ein Spiel in der 2. Bundesliga absolviert hat. Am 23. September 2014 wurde er gegen Eintracht Braunschweig in der Nachspielzeit eingewechselt.

S04-Mitglied seit vier Jahren

Zwar hatte Uphoff die Zusage, die Saisonvorbereitung mit den Profis von St. Pauli absolvieren zu können, doch er wollte eine Veränderung, eine neue Perspektive.

Der gebürtige Hannoveraner ist übrigens nicht erst seit diesem Sommer Mitglied auf Schalke, sondern schon seit dem 14. Juli 2011. „Dadurch war es für mich leichter, an Auswärtskarten zu kommen“, erklärt der Schalke-Fan. Wenn es der eigene Spielplan und die Zeit zuließen, machte er sich mit Freunden auf den Weg zu den Schalke-Spielen.

Wolfsburg, Bremen und natürlich der HSV waren die beliebtesten Ziele. „Mein Vater war 1997 in Mailand beim Uefa-Cup-Sieg dabei. Als ich dann fünf oder sechs Jahre alt war, hat er mich zum ersten Mal mit ins Parkstadion genommen, später waren wir dann auch in der Arena“, sagt Uphoff.

Jetzt trägt er selbst das Trikot seines Lieblingsklubs, in einem Pflichtspiel zum ersten Mal am Sonntag bei den Sportfreunden Lotte. Besonders freut er sich in neuer Umgebung auf aber die Duelle gegen die Traditionsvereine Rot-Weiss Essen, Alemannia Aachen und natürlich die U23 von Borussia Dortmund.

Wenn er irgendwann vielleicht sogar mal gegen die Profis des BVB ran dürfte, hätte er nichts dagegen.

Autor: Christoph Winkel

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