Beim 3:0-Erfolg von Westfalia Herne über den TuS Ennepetal spielte sich ein Teilzeitarbeiter in den Vordergrund.

Westfalia Herne

"Was wollen wir denn mit dem Zwerg?"

Tobias Hinne-Schneider
22. Mai 2015, 14:41 Uhr

Beim 3:0-Erfolg von Westfalia Herne über den TuS Ennepetal spielte sich ein Teilzeitarbeiter in den Vordergrund.

Das wurde aber auch Zeit - 66 Minuten lang wirkte [person=20006]Onur Özbicerler[/person] wie ein Fremdkörper im Angriffsspiel der Westfalia, dann erlöste ihn Holger Wortmann endlich. Für ihn wurde [person=19521]Bünyamin Karagülmez[/person] eingewechselt, was auf der Tribüne für große Verwirrung sorgte: "Was wollen wir denn mit dem Zwerg?", war der einstimmige Tenor auf der Haupttribüne. Doch der nur 1,70 Meter große Mittelfeldspieler sollte seine Kritiker eines Besseren belehren, nicht nur, dass der Ball schon in den ersten Sekunden nach seiner Einwechselung an den Füßen des Deutsch-Türken klebte, sondern auch sein Zweikampfverhalten war vorbildlich. Als Fatlum Zaskoku den Ball in der 76. Minute butterweich in den Strafraum der Gäste hob, war es nur folgerichtig, dass der kleine Karagülmez am zweiten Pfosten nur noch den Fuß hinhalten musste.

Über eine halbe Stunde durfte Karagülmez mitwirken, für den 22-Jährigen ist das nicht selbstverständlich. Im Winter wechselte Karagülmez mit Hoffnung auf mehr Spielzeit vom VfB Hüls an das Schloss Strünkede, doch diese Hoffnung erfüllte sich nur teilweise, denn über den Status eines Ergänzungsspielers kam er auch unter Wortmann nicht hinaus. Drei Startelfeinsätze konnte er in der Rückrunde verbuchen, nur einmal durfte er über die vollen 90 Minuten ran. Mit seinem ersten Pflichtspieltor und einer guten Leistung über immerhin 36 Minuten hat er sich aber für mehr empfohlen.

"Wir haben jetzt vier Punkte vor Zweckel, müssen gucken was die am Monatg machen", ähnlich wie Wortmann verliert auch Karagülmez das Ziel nicht aus den Augen - und das heißt weiterhin Nichtabstieg. Den Sieg findet der Vollbartträger auch in der Höhe verdient, darüber das der Gegner mit einem dezimierten Kader angereist ist möchte er sich keine Gedanken machen: "Hauptsachen wir haben gewonnen, Ennepetal war äußerst schwach, wir haben das Spiel bestimmt und die Punkte zurecht eingefahren." Drei Spiele hat die Westfalia-Elf noch vor der Brust, aus denen der eine oder andere Punkt herausspringen sollte. "Drei Punkte!", fehlen laut Karagülmez noch um die Klasse zu halten: "Zweckel hat mit Rhynern, Ahlen und Beckum noch sehr starke Gegner, daher sollte und das am Ende reichen."

Mit seinem starken Auftritt bewirbt sich Karagülmez, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, auch bei anderen Vereinen. "Es ist noch alles offen, zur Zeit führe ich Gespräche, auch mit der Westfalia habe ich schon gesprochen. Daher ist es nicht ausgeschlossen, dass ich auch im nächsten Jahr hier spielen werde", macht sich der Mittelfeldspieler Gedanken über seine fußballerische Zukunft. Die Hoffnung auch in den letzten Partien noch einmal ein Ausrufezeichen setzten zu können, gibt er noch nicht auf: "Ich glaube, da kommt noch was."

Autor: Tobias Hinne-Schneider

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