Im Nachrichten-Magazin

Flughafen Köln/Bonn: Müller traf sich mit Appiahs Berater

Streit-Geschichte zerfahren

hb
14. Juni 2007, 12:09 Uhr

Im Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" findet sich in jeder Ausgabe einer der spannendsten Storys unter der Rubrik "Eine Meldung und ihre Geschichte". Dort werden kuriose Ereignisse aufgearbeitet und ihre Hintergründe erzählt. So verhält es sich auch im Fall von Stephen Appiah und seinen Beziehungen zum FC Schalke. Zunächst wurde in den auflagenstärksten Blättern ein mögliches Interesse der Königsblauen an dem Kapitän Ghanas lanciert, doch sehr schnell wurde das gestreute Gerücht mit Leben gefüllt.

So traf sich S04-Manager Andreas Müller am Dienstag mit Appiahs Berater Frank Trimboli am Köln-Bonner Flughafen. "Wir haben zunächst grundsätzlich die Möglichkeiten für einen Wechsel ausgelotet", berichtet Müller.
[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/001/759-1781_preview.jpeg Bleiben sie zusammen? Andreas Müller, Mirko Slomka und Lincoln (Foto: firo).[/imgbox]
Der 26-jährige Mittelfeldstar von Fenerbahce Istanbul war nicht dabei, befindet sich auf dem Weg in die Türkei, von wo aus er in den kommenden Tagen mit seiner Familie in den Urlaub nach Dubai aufbrechen will. Als größtes Problem für den durchaus wechselwilligen Appiah steht die Ablöse im Weg. Für den noch bis 2009 gebundenen Afrikaner dürfte Fenerbahce eine Summe nicht unter zehn Millionen Euro aufrufen. Eine zu hohe Hausnummer, wie Schalkes Finanzchef Josef Schnusenberg im Interview mit RS (siehe die folgenden Seiten) deutlich macht. Zudem wird Appiah von mehreren Clubs aus der englischen Premier League gejagt, für die eine Zahlung in der genannten Größenordnung ein Schnäppchen ist.

Ein Ringtausch Lincolns, an dem Galatasaray Istanbul interessiert sein soll, gegen Appiah scheint für Müller auch nicht in Betracht zu kommen. "Es hat sich nichts daran geändert, dass wir den Vertrag mit Lincoln gerne verlängern möchten - wenn die wirtschaftlichen Voraussetzungen stimmen", betont der 44-Jährige.

Der Traum-Deal dürfte also platzen. Ein viel kleineres Geschäft steht hingegen vor dem Abschluss. Müller trifft sich in den nächsten Tagen mit seinem Rostocker Kollegen Stefan Studer, der ein Auge auf Mathias Abel geworfen hat. "Durch die Verpflichtung von Heiko Westermann wird er es schwer haben, aber er will unbedingt spielen. Daher kann ich mir vorstellen, dass wir ihn ein Jahr ausleihen", gibt Müller grünes Licht für den bis jetzt an den HSV abgegeben Ex-Mainzer.

Ein anderer Spieler indes scheint sich langsam zu einem Streitfall zu entwickeln. Frankfurts Vorstands-Vorsitzender Heribert Bruchhagen und Müller haben sich beim Poker um Flügelflitzer Albert Streit noch nicht angenähert. Schalkes Angebot von geschätzten zwei Millionen Euro entspricht bei weitem nicht den Vorstellungen der Eintracht für ihren bis 2009 unter Vertrag stehenden Kicker. "Da gibt es momentan keine Bewegung. Wenn der Transfer nicht zu realisieren ist, lassen wir die Finger davon", erklärt Müller. Da man sich mit Streit bereits geeinigt hat und der unbedingt aus Frankfurt weg will, wird man sich noch entgegenkommen.

Autor: hb

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