Oberhausen darf berechtigt wieder jubeln, der Aufstieg in die Regionalliga wurde am vorletzten Spieltag der Oberliga-Spielzeit eingetütet. Wäre RWO an der Börse notiert, man würde vom gelungenen Turnaround sprechen, wenn man die Bilanz der letzten Jahre herbeizieht. Die sogenannte Turnaroundphase, in der die schlechte Entwicklung in eine positive umgedreht wird, besteht aus drei Phasen.

RWO hat den Turnaround gepackt

RevierSport Kommentar

von Christian Brausch
31. Mai 2007, 21:06 Uhr

Oberhausen darf berechtigt wieder jubeln, der Aufstieg in die Regionalliga wurde am vorletzten Spieltag der Oberliga-Spielzeit eingetütet. Wäre RWO an der Börse notiert, man würde vom gelungenen Turnaround sprechen, wenn man die Bilanz der letzten Jahre herbeizieht. Die sogenannte Turnaroundphase, in der die schlechte Entwicklung in eine positive umgedreht wird, besteht aus drei Phasen.

Die erste, auch Strategische Krise genannt, sah man nach dem Fast-Bundesligaaufstieg 2003/2004. Personelle Fehler in großer Häufigkeit führten zum rasanten Abfall, am Ende stand der Abstieg in die Regionalliga, was sofort die zweite Phase, die Ertragskrise, nach sich zog.

Eine Elf wurde gebastelt, die allerdings viel zu teuer für die damaligen Einnahmeverhältnisse war. Daher kam man in wenigen Monaten, in der Phase, als der alte Vorstand im September 2005 zurücktrat, zur dritten Phase, der Liquiditätskrise. Der Unternehmenskonkurs drohte RWO: Und da kommen die neuen Verantwortlichen ins Spiel, die das schon halb abgesoffene Schiff übernahmen und mit akribischer Arbeit gerade so in den sicheren Hafen zurück bringen konnten.

1,2 Millionen Euro wurden laut des Vereines aufgebracht, um die Regionalliga-Spielzeit zu überleben, es folgte ein Etat, der es möglich machte, um den Aufstieg mitzuspielen. Am letzten Sonntag wurde dieser perfekt gemacht. Neben den Freuden-Tränen von Masseur Andreas Münker, den halbnackten Tänzen der Meisterelf, dem Jubel von Coach Hans-Günter Bruns und der Euphorie der über 6000 Zuschauer stach vor allem eins heraus: Die Erleichterung der Herren aus dem Vorstand und dem Aufsichtsrat. Denn egal, mit wem man spricht, die Dankbarkeit an die beiden Gremien ist überschwänglich, denn ohne diese Verantwortlichen wäre das RWO-Schiff vermutlich längst auf dem Grund des Meeres angekommen.

Ganz vorne zu nennen sind sicherlich Vorstandsmitglied Thomas Dietz und der Aufsichtsrats-Vorsitzende Hartmut Gieske, die in aufopferungsvoller Maloche für die jetzt geschaffene Situation stehen. Allerdings zeigte das Duo auch in der Stunde des Erfolges, wie wichtig alle Mitstreiter im und um den Verein gewesen sind. Mit einem großen Plakat bewaffnet ging es auf die Ehrenrunde, per Schriftzug wurde allen Helfern gedankt.

Der Turnaround ist geschafft, der Kurs der RWO-Aktie wäre zuletzt wieder eine solide Anlage gewesen. Zum Kauf zu empfehlen, weil der Club mehr als nur den Aufstieg geschafft hat. Denn noch wichtiger, die Identifikation mit dem Verein ist wieder in der ganzen Stadt zu spüren. Weil eine Mannschaft geschaffen wurde, die als Team funktioniert, weil der Zusammenhalt auf allen Ebenen spürbar ist.

Es bleibt das Aber, daher würde die RWO-Aktie auch den Zusatz einer hohen Risikoklasse beim Kauf bekommen. Denn noch drücken den Verein nach eigenen Angaben bis zum Jahr 2009 Altlasten in Höhe von 300.000 Euro pro Saison, die den Etat von vornherein belasten, das Geld liegt in Oberhausen weiter nicht auf der Straße. Daher können keine "Stars" für die dritte Klasse eingekauft werden, der jetzige Weg muss weiter verfolgt werden.

Der heißt: Junge, hungrige Spieler für RWO zu begeistern, die in diese funktionierende Einheit integriert werden. Dann kann das Ziel, die Qualifikation für dritte Liga, erreicht werden. Aber nur dann, sollte man bei den finanziellen Möglichkeiten diesen Teampfad verlassen, ist das Scheitern im Kampf um die künftige dritte Klasse quasi besiegelt.

Autor: von Christian Brausch

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