Die Schlammschlacht in den Gremien des MSV Duisburg hat jetzt auch die sonst zurückhaltenden Stadionprojekt-Gesellschafter aufgeschreckt. Mehr noch:

Jetzt droht eine Klage

Hellmich kommt nicht zurück

01. Dezember 2011, 12:47 Uhr

Die Schlammschlacht in den Gremien des MSV Duisburg hat jetzt auch die sonst zurückhaltenden Stadionprojekt-Gesellschafter aufgeschreckt. Mehr noch:

Die Investoren der SLR-Arena sind mächtig stinkig. Grund: Derzeit wird behauptet, dass die Gesellschafter die Stadionmiete selbst bestimmen. Aktuell muss der MSV 4,6 Millionen Euro für das Stadion bezahlen. Eine Summe, die in der zweiten Liga kaum zu deckeln ist.

„Die Mietzahlungen sind vertraglich geregelt und können ohne die Zustimmung der Hausbank HSH und des Landes NRW nicht geändert werden“, machen die Gesellschafter in einer Presseerklärung klar und ziehen nun sogar rechtliche Schritte in Erwägung: „Durch die Äußerungen gewisser Personen des Aufsichtsrates des e.V. wird der völlig falsche Eindruck erweckt, dass die Stadionmiete willkürlich von uns hoch gehalten wird. Wir sehen dadurch den Ruf der beteiligten Firmen sehr geschädigt und erwägen ein entsprechendes Vorgehen gegen die Verantwortlichen dieser vorsätzlichen Falschdarstellung.“

"Leute, die Ahnung haben, wissen es."

Weiter heißt es: „Wenn die Gremien des MSV nicht zu einer konstruktiven Zusammenarbeit zusammen finden, sehen wir die Zukunftsfähigkeit akut gefährdet, das wäre für die Fans, die Stadt und für uns alle eine Katastrophe, die gleichzeitig die Frage nach einer persönlichen Haftung der verantwortlichen Mitglieder der Vereinsgremien stellen wird.“
[forum]315,right[/forum]
Der Gesellschaft gehört auch Walter Hellmich als größter Anteilseigner an. Wie gewohnt findet er für die Darstellungen sowie die Angriffe gegen seine Person klare Worte: „Die Bank und das Land schreiben uns vor, wie hoch die Miete ist. Leute, die Ahnung haben, wissen das auch.“

Vielmehr seien die Gesellschafter die Leittragenden, denn sie haben seit sieben Jahren keine Ausschüttung mehr erhalten. Im Gegenteil: „Wir haben 7,5 Millionen Euro investiert, in dieser Zeit auf knapp 3,5 Millionen Euro Zinsen verzichtet. Das sind Belastungen für die einzelnen Häuser. Wir arbeiten für den MSV und unterstützen den Verein mit vereinten Kräften.“

"Unter Hellmich wäre es nie so weit gekommen!"

Dem Bauunternehmer, der gerade aus beruflichen Gründen in der Schweiz ist, blutet beim derzeitigen Anblick „seines MSV“ das Herz. „Dass der Verein nun faktisch führungslos ist, haben die handelnden Personen zu verantworten.“ Auf die Frage, ob er in dieser brenzligen Situation wieder das Ruder übernehmen würde, entgegnet Hellmich entschieden: „Ich werde keine Verantwortung mehr übernehmen.“ Vorstands-Vize Dr. Stephan Bock bedauert das: „Unter der Leitung von Walter Hellmich wäre es nie so weit gekommen. Da gab es ein klares Konzept.“

Geschäftsführer Roland Kentsch hat für die entschiedene Reaktion der Gesellschafter indes Verständnis: „Die haben Sorge, dass der Hauptmieter im derzeitigen Streit Schaden nimmt.“

Und diese Sorge ist sicherlich nicht unbegründet. Denn derzeit ist der MSV nicht nur führungs-, sondern anscheinend auch konzeptlos. Denn der Aufsichtsrat unter Leitung von Hans Werner Tomalak hat bislang noch kein Plan vorgelegt, wie es weiter gehen soll.

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren