Der tobende Machtkampf geht in die nächste Runde. David Karpathy tritt mit sofortiger Wirkung als Aufsichtsratschef der MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA zurück.

MSV: Machtkampf tobt

David Karpathy tritt zurück

29. November 2011, 16:47 Uhr

Der tobende Machtkampf geht in die nächste Runde. David Karpathy tritt mit sofortiger Wirkung als Aufsichtsratschef der MSV Duisburg GmbH & Co. KGaA zurück.

Karpathy hat bereits den Vereins-Vorsitzenden Dieter Steffen sowie Hans-Werner Tomalak, Vorsitzender des Aufsichtsrates des MSV Duisburg 02 e. V. und Geschäftsführer Roland Kentsch über seinen Schritt informiert.

"Damit mache ich den Weg für einen Neustart des Vereins frei", erklärt Karpathy. "Ebenso wichtig wie sportliche Erfolge sind klare Strukturen der Vereinsführung, deren Gremien auf ein gemeinsames Ziel hin ausgerichtet sind. Den sportlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen kann der Verein nur geschlossen begegnen. Die Debatten der vergangenen Tage sind insofern nicht hilfreich gewesen.“

Übersetzt: Karpathy hat keine Lust, ein Spielball im aktuellen Theater zu sein. "Ich mische mich nicht in den Streit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat ein", macht Karpathy deutlich. "Aus meiner Sicht muss die Diskussion losgelöst vom Handeln einzelner Akteure geführt werden. Letztlich geht es nicht um Personen. Ich würde mir vielmehr wünschen, dass aus der aktuellen Situation heraus ein fruchtbarer Neubeginn und auch ein kritisches Hinterfragen der derzeitigen Strukturen erfolgt.“

Dennoch bleibt ein fader Beigeschmack. Schließlich ist der Zoff mit der Ablehnung von Stadtwerke-Chef Dr. Edmund Baer durch den Aufsichtsrat entstanden. Karpathy ist selbst Geschäftsführer der Stadtwerke Duisburg AG sowie der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft. Die Entscheidung contra Baer dürfte ihm also nicht geschmeckt haben.

Den Gerüchten, dass sich der Hauptsponsor deshalb nun auch zurückziehen werde, erteilt Stadtwerke-Vertriebsvorstand Johannes Gösling indes eine Absage: „Unser Engagement als Hauptsponsor bleibt von dieser Entscheidung unberührt. Wir setzen mit unserer Marke 'Rheinpower' weiter auf den MSV."

Auf diese Feststellung legt auch Karpathy Wert: "Mein Rücktritt steht nicht im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Situation des MSV. Es ist einfach meine persönliche Entscheidung, den Weg für einen Neubeginn frei zu machen. Denn ich habe vor elf Monaten das Amt nur übernommen, aber es war ja kein echter Neuanfang."

Kein echter Neuanfang? Also scheint beim MSV noch einiges im Busch zu sein. Nach Steffen, Dr. Stephan Bock und nun auch Karpathy könnten vielleicht noch mehr Köpfe rollen.

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