An den stringenten Tagesablauf hat sich die 18-jährige Kyra Malinowski längst gewöhnt. Erst die Schule, dann die Reha – und das von montags bis freitags.

Erst Schule, dann Reha

Malinowskis langer Weg zurück

Desirée Kraczyk
18. November 2011, 15:06 Uhr

An den stringenten Tagesablauf hat sich die 18-jährige Kyra Malinowski längst gewöhnt. Erst die Schule, dann die Reha – und das von montags bis freitags.

Samstags steht ebenso ein Besuch in der RuhrSportReha in Bochum auf dem Programm und sonntags heißt es Daumendrücken, denn da spielen die Teamkolleginnen der SG Essen-Schönebeck schließlich um wichtige Punkte in der Frauen-Bundesliga.

Auch daran, dass sie derzeit nicht selber auf dem Platz stehen kann, hat sich Malinowski gewöhnt, so schwer es ihr insbesondere am Anfang auch fiel, in der nächsten Zeit nur zuschauen zu können. Am 13. März bestritt die 18-Jährige ihren letzten Einsatz. Es war das letzte Meisterschaftsspiel der Saison. In der 64. Minute war die Partie für Malinowski beendet. Nach einem Zweikampf ging es für sie nicht mehr weiter. Die Verletzung erwies sich anschließend als Kreuzbandriss, mittlerweile schon eine echte Seuche bei der SGS Essen – und zumeist traf es in der Vergangenheit die jungen Spielerinnen. Auf Inka Wesely, die im Sommer 2010 nach Potsdam wechselte, folgte Sofia Nati (nun Bad Neuenahr) und in diesem Frühjahr eben Malinowski. Die Kanadierin Brittany Timko bestritt wegen eines Kreuzbandrisses gar kein einziges Meisterschaftsspiel für die Essenerinnen. Jüngste Leidtragende ist Lisa Weiß, die von der Militär-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro im Juli eben diese Verletzung mitbrachte.

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Aber zurück zu Malinowski: So richtig reibungslos verläuft der Heilungsprozess bei der Offensivspielerin nicht. „Ich habe immer noch Schmerzen im Knie“, sagt die U17-Europameisterin, die im vergangenen Jahr mit der Fritz-Walter-Medaille in Bronze als Nachwuchsspielerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Vor rund einem Monat stellte sich bei einer Kernspintomographie zudem heraus, dass sich ein Bluterguss im Knie gebildet hatte. Ein Rückschritt im Genesungsprozess. Für Aufmunterung in der schweren Phase sorgen neben den Mitspielerinnen die Familie und Freunde. Und mittlerweile nimmt Malinowski auch schon teilweise am Mannschaftstraining teil. „Am Montag habe ich mit der Co-Trainerin ein paar Übungen mit dem Ball gemacht“, berichtet die Schülerin.

Und wenn Malinowski auf den Platz zurückkehrt, wird die SGS Essen wohl auch endgültig nichts mehr mit dem Abstiegskampf zu tun haben, denn dafür müsste es wahrlich schon zu einem Totaleinbruch in der Rückrunde kommen. „Die Mannschaft hat sich Selbstvertrauen geholt und sich spielerisch sowie kämpferisch verbessert“, freut sich Malinowski. Und genauso akribisch arbeitet sie weiter an ihrem Comeback.

Autor: Desirée Kraczyk

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