Die erfolgreiche Doppelsechs des FCR ist Geschichte: Erst gab Annemieke Kiesel ihr Karriereende bekannt und jüngst verkündete auch Marina Hegering ihren Abschied.

FCR: Marina Hegering

Nach dem WM-Titel folgte die Leidenszeit

Desirée Kraczyk
02. Juni 2011, 16:47 Uhr

Die erfolgreiche Doppelsechs des FCR ist Geschichte: Erst gab Annemieke Kiesel ihr Karriereende bekannt und jüngst verkündete auch Marina Hegering ihren Abschied.

Auf die 21-Jährige mussten die „Löwinnen“ bereits in der abgelaufenen Saison verzichten, denn es war nicht nur eine schwierige Spielzeit für den FCR, es war insbesondere auch eine harte Zeit für Hegering.

Der 1. August 2010 – hinter diesem Datum verbirgt sich nicht nur der bisherige Karrierehöhepunkt der Mittelfeldspielerin, sondern auch der Beginn einer langen Leidenszeit. Am Abend dieses August-Tages hatte Hegering als Kapitänin der deutschen U20-Nationalmannschaft nach dem 2:0-Sieg in Finale über Nigeria auf der Ehrentribüne der Bielefelder SchücoArena die Weltmeister-Trophäe aus den Händen des FIFA-Präsidenten Sepp Blatter in Empfang genommen. Bundestrainerin Silvia Neid lud sie anschließend zum nächsten Leistungstest der DFB-Frauen ein. Annehmen konnte Hegering dies nicht, denn es sollte vorerst ihr letztes Spiel gewesen sein.

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Für dieses Highlight, die U20-WM im eigenen Land, hatte Hegering, die 2009 mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde, noch einmal die Zähne zusammengebissen, denn bereits zu diesem Zeitpunkt machte der Bocholterin eine hartnäckige Entzündung an der rechten Ferse zu schaffen. Würde sie erneut vor die Wahl gestellt werden, auf die WM würde sie nach wie vor nicht verzichten. Vielmehr „hätte ich davor eine Pause machen müssen.“ Aber da standen noch die Spiele in der Champions League und das Finale des DFB-Pokals an. „Und dann gab es keine Möglichkeit mehr für eine Pause.“

Unglaublich schwer fiel es Hegering auch anschließend, nur zuzuschauen, während ihre Kolleginnen auf dem Platz standen. [imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/027/978-28809_preview.jpeg Marina Hegering mit dem DFB-Pokal 2010 (Foto: firo).[/imgbox]Die Mannschaft versuchte sie in der schweren Phase aufzubauen, die Entzündung aber wurde und wurde nicht besser. „Alle möglichen konservativen Behandlungsmethoden wurden ausprobiert“, sagt die U20-Weltmeisterin, „von einer Operation wurde mir abgeraten, weil die Haut dafür zu sehr angegriffen war.“

Anfang April aber legte sich die Studentin der Deutschen Sporthochschule Köln (Gesundheit und Prävention) doch noch auf den OP-Tisch – und kann nun erfreut berichten: „Ich bin auf dem Weg der Besserung, nur die Narbe ist noch nicht ganz verheilt.“ Seit eineinhalb Wochen kann sie für ein paar Stunden am Tag wieder normale Schuhe tragen, an ihrem Spezialschuhwerk ist der Bereich an der Ferse rausgeschnitten. Für die nähere Zukunft hat Hegering zwei Ziele: erstens wieder gesund werden und zweitens wieder Fußball spielen zu können. Dass sich die Rückkehr auf den Platz noch etwas verzögern wird, nimmt sie gelassen. „Ich habe jetzt so lange gewartet, da kommt es auf ein paar Wochen mehr auch nicht an.“

Nicht leicht gefallen ist Hegering derweil der Abschied vom FCR, schließlich ist sie dort zur Bundesliga-Stammspielerin gereift. „Die Mannschaft hat sich in den letzten vier Jahren kaum verändert. Die Teamkolleginnen sind mir ans Herz gewachsen“, sagt Hegering. Es sei aber wegen ihrer Verletzung nicht der perfekte Zeitpunkt für Vertragsgespräche gewesen, vielleicht aber war es auch der richtige Moment für eine Veränderung. Hegering wird weiterhin auf die Zähne beißen – und sie wird auf den Platz zurückkehren.

Autor: Desirée Kraczyk

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