Noch ein, zwei Wochen, dann will sich Düsseldorfs Torwart Björn Nowicki entscheiden. Entscheiden, ob er der Fortuna treu bleibt und den Job an den Nagel hängt.

Düsseldorf U19: Keeper

Nowicki eifert seinem Idol Casillas nach

29. April 2011, 11:12 Uhr

Noch ein, zwei Wochen, dann will sich Düsseldorfs Torwart Björn Nowicki entscheiden. Entscheiden, ob er der Fortuna treu bleibt und den Job an den Nagel hängt.

Denn bislang arbeitet er als Hufschmied. „Es macht Spaß, man ist viel unterwegs. Es ist eine gute Arbeit“, sagt der 19-Jährige über seine ungewöhnliche Tätigkeit.

Doch wie es aussieht, werden die Pferde künftig ohne ihn auskommen müssen. Der Entwurf eines Einjahresvertrags fürs Regionalligateam mit beidseitiger Option auf eine weitere Saison liegt auf seinem Schreibtisch. Und für Nowicki steht fest: „Wenn ich meinen Vertrag unterschreiben sollte, würde ich wieder zur Schule gehen und mein Fachabi machen.“
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Ob es nämlich wirklich mit dem gut bezahlten Fußball klappen sollte, das steht nämlich in den Sternen. Zwar sagt sein Trainer Sinisa Suker: „Björn ist ein Guter, wir sind sehr glücklich, dass wir ihn haben. Er ist der stärkste Torhüter, den wir in den letzten sechs Jahren bei der U19 hatten.“ Doch Nowicki hat einen Nachteil, der nicht von der Hand zu weisen ist: Mit einer Größe von 1,83 Meter verfügt er nicht gerade über das Gardemaß eines Torhüters.

„Ich hoffe auf einen Wachstumsschub, aber ich glaube eher nicht mehr daran“, bemerkt der Fortuna-Fan mit einem Achselzucken. Er weiß schließlich, dass seine Größe vermutlich sein größter Ansporn ist: „Mir haben viele gesagt, dass es an der Größe scheitern wird. Deswegen habe ich Dinge wie die Sprungkraft umso mehr trainiert.“

Womöglich wurde der Youngster so zu einem Schlussmann moderner Prägung: Er dirigiert nicht nur seine Vorderleute, er greift auch ständig selbst ins Spielgeschehen ein. Vermutlich hat er das von Iker Casillas. „Er ist mein Vorbild, von ihm schaue ich mir sehr viel ab“, berichtet Nowicki. Kein Wunder: Der spanische Nationaltorhüter ist sogar einen Zentimeter kleiner als Nowicki und wurde so Welt- und Europameister.

„Ich nehme mir ein Beispiel an ihm, weil er sich durchgesetzt hat“, bemerkt der gebürtige Düsseldorfer. Die Verehrung lässt sich auch in Nowickis Zimmer ablesen: Das Casillas-Buch steht dort gleich neben den DVDs. Und auf seinem Laptop hat der Altjahrgang die schönsten Paraden des Madrilenen auf Video gespeichert. Und ein Interview: „Da sagt er, dass er viel Druck wegen seiner Größe bekommen hat.“

Nowicki kann das bestens nachempfinden. Doch wie es scheint, glauben die Verantwortlichen an ihn. Suker legt sich jedenfalls fest: „Ein guter Torhüter springt eben höher. Der Junge bringt viele Sachen mit. Man muss ein bisschen Vertrauen haben, dann wird er seinen Weg gehen.“ Und so scheint es, als ob Nowicki demnächst die Hufe an den Nagel hängen wird, um in seine zehnte Saison bei der Fortuna zu gehen.

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