An der Wupper wurde der erste Pflock in die angestrebte Fusion zwischen dem

WSV: Erster Fusions-Schritt getan

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03. März 2004, 11:49 Uhr

An der Wupper wurde der erste Pflock in die angestrebte Fusion zwischen dem "großen", schuldenfreien WSV und der "kleinen" Borussia eingeschlagen - bei der Jahreshaupt-Versammlung des Regionalliga-Spitzenreiters stimmten 119 Mitglieder pro Zusammenschluss mit dem Nachbarn.

Auf zu neuen Ufern! An der Wupper wurde der erste Pflock in die angestrebte Fusion zwischen dem "großen", schuldenfreien WSV und der "kleinen" Borussia eingeschlagen - bei der Jahreshaupt-Versammlung des Regionalliga-Spitzenreiters stimmten 119 Mitglieder pro Zusammenschluss mit dem Nachbarn, nur fünf Vereins-Angehörige lehnten das Vorhaben ab, vier Leute enthielten sich.
"Ich freue mich, dass der erste Schritt getan ist und finde es toll von den Mitgliedern, dass es alle verstanden haben, welche Perspektiven sich künftig eröffnen. Es gab keinerlei Vorbehalte, die Grundstimmung war positiv", bilanzierte Hans-Gerd Krieger, der beim künftigen Fusions-Verein Wuppertaler SV Borussia (91,4 Prozent der Mitglieder sprachen sich für die erforderliche Satzungsänderung aus) einen Posten als Technischer Leiter bekleiden soll.

Dafür ist allerdings erforderlich, dass Krieger vom Verwaltungsrat beim nächsten Treffen in drei Wochen gewählt wird. Präsident Friedhelm Runge schlug den 51-Jährigen zusammen mit Pressesprecher Christian Genau für einen Vorstands-Posten vor.

Der Verwaltungs-Rat setzt sich aus zwölf Personen, darunter zwei Funktionäre von Borussia Wuppertal, zusammen. Im Gremium sind WSV-Trikot-Sponsor Bernd Bigge, Dieter Barthel, Jens an Haack, Michael Busch, Wolfgang Heintke, Wolfgang Kindel, Stefan Krelke, Urgestein Frank Lehnkering, Oskar Strieder, Christoph Strieder, Dieter von Lehn und Ex-Oberbürgermeister-Anwärter Hermann-Josef Richter.

"Das ist eine Ansammlung von Hochkarätern", weiß Hans-Gerd Krieger, dass man mit diesem Ausschuss durchaus Türen öffnen und erfolgsorientiert handeln kann: "Hier arbeiten gestandene Männer aus Politik und Wirtschaft. Ich bin stolz, dass ich mich in Zukunft mit solchen Leuten austauschen und von ihnen lernen kann. Etwas Besseres als diese geballte Qualität und Seriösität kann ich mir nicht vorstellen."

Der Versicherungs-Fachmann streicht klar heraus: "Mir liegt es absolut fern, Anderen in die Parade zu fahren. Wichtig ist, dass wir gemeinsam an der Basis arbeiten. Wir sind nur zusammen stark."

Dabei stellt Krieger die erfolgreiche erste Mannschaft über alles andere. "Sie ist der Motor und muss unter allen Umständen abgeschottet werden. Das Team ist unser Aushängeschild und unser Produkt. Auch die anderen Abteilungen haben natürlich ihre Daseins-Berechtigung, aber man muss sich immer vor Augen halten: Wenn in der Produktion geschludert wird, kann nichts Vernünftiges herauskommen."
Unterstellte Vorbehalte gegen die aktuelle Erfolgs-Dirigenten verweist der Familienvater ins Reich der Fabel. "Was Trainer Georg Kreß, Co-Trainer Cristian Broos, Manager Thomas Richter und Präsident Friedhelm Runge hier in der Vergangenheit geleistet haben, kann man gar nicht hoch genug bewerten. Diese Arbeit ist schlichtweg sensationell."

Kriegers künftige Stellenbeschreibung wird so skizziert: "Ich sehe mich für die Zukunft als Basisarbeiter, als Bindeglied zwischen den Abteilungen und stehe wie ein Panzer vor der Sportlichen Leitung und dem Trainerstab." Der ehemalige Borussen-"Macher" will sein ganzes Herzblut in seine Vision, die bei der Jahreshaupt-Versammlung des Oberligisten am 4. März die endgültige Weihe erhalten soll, stecken: "Für mich zählt nicht, was hinter dem Pflug ist, sondern nur, was morgen kommt. Bei uns gibt es künftig viele Macher, keine Selbstdarsteller. Ich möchte zuarbeiten, nicht gegenarbeiten." Kriegers Traum: "Ich möchte endlich wieder Bundesliga-Fußball in Wuppertal sehen."

Autor: tt

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