Der Erfolg schweißt zusammen! Eine Floskel, die nicht auf jede Mannschaft zutrifft. Doch lesen Sie selbst in unserer heutigen Ausgabe von Kreisliga kompakt.

Essen: Kreisliga kompakt

Spitzenteam hat keinen Bock auf Training

Martin Herms
29. März 2011, 09:26 Uhr

Der Erfolg schweißt zusammen! Eine Floskel, die nicht auf jede Mannschaft zutrifft. Doch lesen Sie selbst in unserer heutigen Ausgabe von Kreisliga kompakt.

Kreisliga A Essen Nord - West

Der Kampf um den Bezirksligaaufstieg bleibt weiter eine spannende Angelegenheit - zumindest was den zweiten Tabellenplatz betrifft. Das erste Aufstiegsticket befindet sich schon seit einigen Monaten fest in den Händen des SC Phönix. Nach dem souveränen 4:1-Erfolg bei TuRa 86 hat die Elf von Arndt Krosch satte neun Zähler Vorsprung auf den dritten Rang. Torjäger und Mannschaftskapitän Volkan Yilmaz bewies einmal mehr seine Klasse und erzielte alle vier Treffer.

Das mit Spannung erwartete Verfolgerduell zwischen Altenessen 18 und TuS Essen-West 81 endete schiedlich und friedlich mit einem torlosen Unentschieden. Ein Resultat, mit dem die Gäste von der Keplerstraße weitaus besser leben können als das Team von Trainer Dietmar Krause. Trotzdem war der Übungsleiter der 18er mit dem Spiel seiner Truppe hochzufrieden: "Die Zuschauer haben ein richtig gutes Spiel gesehen, in dem beide Mannschaften Chancen zum Sieg hatten. Es war ganz eindeutig der Tag der Torhüter, die beide hervorragend gehalten haben", berichtete Krause, der seine Aufstiegshoffnungen noch nicht ad acta gelegt hat: "Jetzt müssen wir eben wieder eine Siegesserie starten und gleichzeitig auf Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Wenn wir so stark spielen wie gegen Essen-West, brauche ich mir keine Sorgen zu machen."

Nutznießer der Punkteteilung war das Team von TuS 84/10, das nach einwöchiger Abstinenz mal wieder auf den zweiten Rang kletterte. Bei Aufsteiger Eintracht Borbeck behielten die Bergeborbecker verdient mit 3:1 die Oberhand. Trotz des sportlichen Erfolgs ist die Stimmungslage bei Trainer Jürgen Zabinski alles andere als positiv. Der Coach beschwerte sich erneut über die fehlende Einstellung seiner Schützlinge und fand im Gespräch mit RS klare Worte: "Es ist für mich das achte bis zehnte Weltwunder, dass wir mit dieser Truppe um den Aufstieg spielen. Die Disziplin der Spieler ist und bleibt eine einzige Katastrophe, allen voran die Trainingsbeteiligung. Unter diesen Umständen macht das keinen Spaß. Statt mit so wenigen Leuten zu trainieren, könnte ich lieber mit meinem Hund im Schlosspark spazieren gehen", ärgerte sich Zabinski und wurde mit seiner Kritik noch deutlicher: "Selbst wenn wir am Sonntag auf Bayern München treffen würden, kämen auch nicht mehr als fünf Leute zum Training. Dadurch machen wir uns wahrscheinlich alles kaputt und das ist unheimlich schade, da wir eine gute Möglichkeit besitzen aufzusteigen. Die Spieler begreifen das einfach nicht", sagte der frustrierte Trainer.

Nach wie vor im Rennen befindet sich Wacker Bergeborbeck. Der Klub von der Cathostraße setzte sich mit 2:1 beim abstiegsgefährdeten VfB Frohnhausen durch und liegt mit einem überschaubaren Rückstand von fünf Punkten auf dem fünften Tabellenplatz. Wacker-Coach Frane Piljic, der einen "glücklichen Erfolg" seiner Akteure sah, glaubt jedoch nicht mehr an die ganz große Überraschung: "Ich denke, dass wir mit der aktuellen Platzierung schon das Optimum herausgeholt haben. Für höhere Ziele wird es einfach nicht reichen. Deshalb sollten wir auch nicht davon träumen", meint der gebürtige Kroate.

Einen gelungenen Einstand als Trainer bei den Ballfreunden aus Bergeborbeck feierte Dennis Herrmann. Der ehemalige Spielführer durfte sich beim 2:2 gegen NK Croatia Essen am Seitenrand über einen verdienten Punktgewinn freuen, der den Gastgebern wertvolle Luft im Abstiegskampf bescherte.

Kreisliga A Essen Süd - Ost

Gut erholt von der Niederlage im Spitzenspiel aus der Vorwoche zeigten sich die SF Niederwenigern II. Beim SV Isinger setzten sich die Hattinger mit 4:1 durch und hielten dadurch den ärgsten Verfolger aus Niederbonsfeld, der gegen den Aufsteiger VfL Kupferdreh knapp mit 3:2 gewann, auf Distanz. Der Übungsleiter der Sportfreunde, Mirko Kursinski, war vom Auftritt seiner Elf hellauf begeistert: "Wir waren während des gesamten Spiels deutlich überlegen und haben absolut verdient gewonnen. Die Jungs sind nach der unglücklichen Pleite gegen Niederbonsfeld nicht nervös geworden und waren von Beginn an wach", hob der 32-Jährige speziell die Leistung in der Anfangsphase hervor. Nach einer halben Stunde lagen seine Mannen mit 3:0 in Front.

In Bezug auf das angestrebte Saisonziel Aufstieg, äußerte er sich weiterhin optimistisch: "Wir haben alles selbst in der Hand. Niederbonsfeld muss auf Patzer unsererseits hoffen. In den nächsten Spielen müssen wir wieder die notwendige Konstanz reinbekommen, dann kann es was werden mit dem Aufstieg", hofft Kursinski, der in Person von Hendrik Hildebrandt einen weiteren wichtigen Ausfall verkraften muss. Der Sturmtank wurde mit sofortiger Wirkung zur ersten Mannschaft hochgezogen.

Einen zwingend notwendigen Erfolg im Kampf um den Klassenerhalt feierte der TC Freisenbruch. Der Bezirksliga-Absteiger wurde nach den zuletzt schwachen Darbietungen auf einen Abstiegsplatz durchgereicht, den der TC nach dem 3:1 bei Preußen Eiberg vorläufig verlassen konnte. Spielertrainer Sven Boltz ist trotz allem vom bisherigen Saisonverlauf bitter enttäuscht: "Das ist bisher ganz klar eine verkorkste Saison. Aufgrund unseres großen Verletzungspechs bin ich gezwungen, Woche für Woche eine andere Mannschaft ins Rennen zu schicken. Allerdings darf auch das keine Entschuldigung für unser schwaches Abschneiden sein. Wir hatten zu viele Egoisten in unseren Reihen, die nicht begreifen wollten, dass wir uns im Abstiegskampf befinden", fasste der enttäuschte Coach seine Eindrücke zusammen. Speziell die Abteilung Attacke lässt in diesem Jahr zu wünschen übrig. Nur 24 erzielte Treffer in 25 Spielen bedeuten in dieser Kategorie mit Abstand den schlechtesten Wert der Liga. "Leider fehlt uns ein echter Knipser, denn wir lassen in fast jeder Begegnung zahlreiche Gelegenheiten liegen. In Eiberg lief das schon etwas besser. Ich hoffe, dass wir an diese Leistung anknüpfen und uns gemeinsam aus dem Schlamassel herausziehen können. Die notwendige Qualität ist definitiv vorhanden", glaubt Boltz.

Für Aufsehen sorgt seit einigen Wochen das bereits abgeschriebene Tabellenschlusslicht Heisinger SV II. Das Team von Trainer Ralf Gründer setzte sich überraschend mit 2:0 gegen die Zweitvertretung des SV Burgaltendorf durch und schöpft neue Hoffnung im Rennen um den Ligaverbleib. Für die Heisinger war es das vierte ungeschlagene Spiel in Folge. Der erste Vorsitzende des Vereins, Klaus-Jürgen Feldhaus, freut sich sehr über den steilen Formanstieg der Mannschaft: "Die Vorstellungen in den letzten Partien waren mehr als erfreulich. Vielleicht gelingt uns doch noch der Klassenerhalt. Nach diesem großen Rückstand wäre das eine tolle Geschichte", befand der Vereinsboss, der speziell Gründer für den Erfolg verantwortlich macht. Dieser hatte vor sechs Wochen Helmut Liebing an der Seitenlinie abgelöst. "Aufgrund der Erfolgslosigkeit waren wir damals zu diesem Schritt gezwungen. Ralf macht zur Zeit einen guten Job, weshalb ich guter Dinge bin, dass wir unser Ziel am Ende noch erreichen werden".

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Autor: Martin Herms

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