Als Roland Kentsch vor genau einem Jahr Geschäftsführer des MSV wurde, musste er sich mit Begriffen wie Insolvenz, Pleite und Misswirtschaft herumschlagen.

Keine Lizenzauflagen

Kentschs Sparkurs zahlt sich aus

28. März 2011, 10:41 Uhr

Als Roland Kentsch vor genau einem Jahr Geschäftsführer des MSV wurde, musste er sich mit Begriffen wie Insolvenz, Pleite und Misswirtschaft herumschlagen.

Niemand wusste, warum sich der ehemalige Bielefelder dieser Aufgabe stellen wollte. Doch er hat es geschafft, dass Duisburg die Lizenz bekam. Zwar musste der Klub etliche Bedingungen erfüllen, doch der Traditionsverein durfte weiter in der Zweiten Liga spielen.

Jetzt, zwölf Monate später, sind alle Schreckensschlagzeilen vergessen. Niemand denkt mehr an einen finanziellen K.o. der Zebras. Dank der Pokaleinnahmen von rund 6,5 Millionen Euro ist Kentsch beim diesjährigen Lizenzierungsverfahren sogar regelrecht euphorisch. „Ich hoffe, dass wir das grüne Licht der DFL ohne Bedingungen bekommen werden“, ist der Wirtschaftsexperte, der vor 13 Tagen die Papiere persönlich in Frankfurt abgegeben hat, zuversichtlich. Aber er legt Wert auf die Feststellung, dass den MSV Auflagen erwarten. Denn aufgrund des negativen Eigenkapitals des Vereins sind diese nötig, allerdings auch zu erfüllen.

Warmer Euro-Regen aus dem Cup-Wettbewerb
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Euphorisch kann er auch sein, schließlich ist nicht nur der warme Euro-Regen aus dem Cup-Wettbewerb auf die Weiß-Blauen niedergeprasselt. Kentsch und Co. haben es im Vergleich zum Vorjahr auch geschafft, neue Sponsoren zu gewinnen. So ist erstmals der Arenaname mit „Schauinsland Reisen“ vermarktet oder die „Post“ ins Boot geholt worden.

Dank der guten Leistungen in der Meisterschaft hat sich auch der Verkauf von Fanartikeln und Karten enorm gesteigert. „Wir haben bereits Ende Februar die Einnahmen im Merchandising erzielt, die wir in der gesamten Saison 2009/20010 aquiriert haben“, freut sich Kentsch über die wirtschaftliche Entspannung.

"Gebe lieber Geld für Gehälter als für Ablösesummen aus"

Die ist auch mit seinem strikten Sparkurs begründet. Die Ausgaben für Spieler, das Trainer- und Funktionsteam sowie Sportdirektor Bruno Hübner sind drastisch reduziert worden. Der Etat für die Mannschaft in der aktuellen Serie liegt bei 5,6 Millionen Euro. „Weil wir so erfolgreich waren, ist es natürlich ein bisschen teurer geworden, weil sich die Spieler die Prämien zu Recht verdient haben“, erklärt Kentsch. Dennoch liegt der MSV bei den Kosten mit Blick auf die Liga im unteren Drittel.

Schließlich hat der Verein auf junge, „billige“ Akteure gesetzt und seine Zugänge nicht aus den Verträgen gekauft. „Ich gebe das Geld lieber für Gehälter als für Ablösesummen aus“, grinst Kentsch, der mit Hübner die neue Saison in Angriff genommen hat. „Deshalb wird es auch nicht möglich sein, 1,5 Millionen Euro für Stefan Maierhofer auszugeben. Weil wir wahrscheinlich nicht aufsteigen werden, wird Stefan deshalb wohl gehen.“

Aber er kann Hübner auch eine positive Nachricht mit auf den Weg geben. Denn der Etat wird sich um rund zehn Prozent erhöhen. „Mit etwas mehr als sechs Millionen Euro werden wir in Liga zwei dann im oberen Mittelfeld sein“, weiß Kentsch, dass eine Erhöhung um rund 560.000 Euro in dieser Klasse einem Quatensprung gleichkommt. Bei diesen Aussichten ist es kein Wunder, dass Kentsch der Mitgliederversammlung am Mittwoch, 6. April entspannt entgegenblickt.

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