Drei Wettbewerbe in acht Tagen, dabei noch internationale Erfahrung: Wovon mancher Fußballer träumt, wenn er in Meisterschaft, Kreispokal und vielleicht beim Freundschafts-Spiel gegen einen sagen wir mal türkischen Erstligisten kickt, das macht Thomas Kläsener gerade auf gehobenem Niveau mit.

SCHALKE U23: Kläsener mit Teppich-Kontakt - Karriere ohne Illusionen

hb
08. August 2003, 11:56 Uhr

Drei Wettbewerbe in acht Tagen, dabei noch internationale Erfahrung: Wovon mancher Fußballer träumt, wenn er in Meisterschaft, Kreispokal und vielleicht beim Freundschafts-Spiel gegen einen sagen wir mal türkischen Erstligisten kickt, das macht Thomas Kläsener gerade auf gehobenem Niveau mit.

Drei Wettbewerbe in acht Tagen, dabei noch internationale Erfahrung: Wovon mancher Fußballer träumt, wenn er in Meisterschaft, Kreispokal und vielleicht beim Freundschafts-Spiel gegen einen sagen wir mal türkischen Erstligisten kickt, das macht Thomas Kläsener gerade auf gehobenem Niveau mit. Am vergangenen Samstag noch als Kapitän der Schalker "U23" mit einem Überraschungs-Sieg bei Preußen Münster in die neue Regionalliga-Saison gestartet, düste der 26-Jährige drei Tage später mit der S04-Profitruppe nach Tschechien durch. Am Mittwoch zum Schalker Aufgebot beim UI-Cup-Rückspiel in Liberec zählend, wird "Kläse" auch heute wohl bei der Heynckes-Truppe bleiben. Während Keeper Christofer Heimeroth heute von Prag aus nach Dortmund fliegt, um bei der Kleppinger-Elf die Vorbereitung auf das "kleine Revier-Derby" am Samstag gegen Dortmunds Amateure aufzunehmen, geht für Kläsener wohl die Reise weiter nach München zum Bundesliga-Duell bei 1860.
"Wenn einem die Chance geboten wird, sollte man versuchen, die zu nutzen. Aber ich bin realistisch genug und fange jetzt nicht an zu spinnen. Ich nehme das jetzt mit, so wie es kommt", freut sich Kläsener auf die Berufung von oben, verfällt aber nicht sofort dem Traum von einer späten Profi-Karriere. "Ich hatte mich darauf eingestellt, in der U23 die jungen Leute zu führen, dass ich ganz normal zum Regionalliga-Kader gehören würde. Dann sollte ich in der Vorbereitung einmal beim Spiel in Remscheid gegen Wuppertal aushelfen", erzählt der Innenverteidiger. "Danach hat mir Herr Heynckes gesagt, dass ich ganz gut gespielt hätte und hat mich eine Woche später in Uerdingen wieder aufgestellt."
Am vergangenen Mittwoch beim Hinspiel gegen die Tschechen dann die Überraschung, als Kläsener ins Profi-Team rotierte. "Das war sehr schön für mich, aber wie gesagt, gebe ich mich keinen Illusionen hin", war dem Kopfball-Spezialisten klar, dass er am Samstag dann nicht in der Arena gegen Dortmund, sondern mit der "U23" in Münster spielen würde.
Vom starken Auftakt bei den Preußen lässt sich Kläsener nicht blenden. "Wir haben sicherlich eine spielstarke Truppe zusammen. Wenn wir einmal in Führung liegen, ist es verdammt schwer, gegen uns ein Tor zu machen. Aber das erklärte Ziel ist und bleibt, den Abstieg zu vermeiden", hält der nach Mike Büskens zweitälteste Spieler des S04-Unterbaus den Ball flach.
Auch abseits des Platzes ist Thomas Kläsener eine wohltuend bescheidene Erscheinung. Im Rahmen seines BWL-Studiums an der Fach-Hochschule Gelsenkirchen-Buer absolviert der Kopf der "U23" seit dem 1. Juli ein Praktikum in der Schalker Marketing-Abteilung. Hier wird Kläsener als zuverlässig und überraschend dienstbeflissen geschätzt. Als in der Vorbereitung zwei Mal am Tag trainiert wurde, stand er morgens um acht statt um neun auf der Matte, kam zwischen den beiden Einheiten wieder und blieb abends eine Stunde länger im Büro. Kläseners logische Erklärung: "Ich habe da Spaß, gehe da gerne hin. Und außerdem: Welcher Arbeitgeber erlaubt einem schon, zwei Mal am Tag trainieren zu gehen?"hb

Autor: hb

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