Das letzte Bundesliga-Spiel der Saison begann im PCC-Stadion mit einer Schweigeminute. Die „Löwinnen“ setzten mit ihrem Trauerflor zudem ein deutliches Zeichen.

FCR - Saarbrücken 5:0

„Unterirdische Chancenverwertung“

Desirée Kraczyk
13. März 2011, 21:09 Uhr

Das letzte Bundesliga-Spiel der Saison begann im PCC-Stadion mit einer Schweigeminute. Die „Löwinnen“ setzten mit ihrem Trauerflor zudem ein deutliches Zeichen.

„Wir sind alle sehr geschockt. Es tut uns auch für Kozue leid“, betonte Linda Bresonik, die die erkrankte Inka Grings als Kapitänin vertrat, vor dem Anpfiff der Partie gegen den 1. FC Saarbrücken.

Die Japanerin Ando, die am Sonntag nicht zum Einsatz kam, hat bisher noch kein Lebenszeichen von ihrer Familie, die im Krisengebiet lebt, erhalten.

Gespielt wurde aber dennoch, und zwar auf einem sich weiterhin für die Bundesliga in einem äußerst miserablen Zustand befindenden Rasen. Der 5:0 (2:0)-Erfolg der Duisburgerinnen besiegelte den Abstieg der Saarbrückenerinnen, die noch mit einem schmeichelhaften Ergebnis davon kamen. [infobox-right]FCR Duisburg: Bellinghoven - Himmighofen, Wensing, Kiesel, S. Fuss (49. van Bonn) - Bresonik - Oster (57. Weichelt), Maes, Laudehr (66. Knaak) - Popp, Islacker.
Saarbrücken: Ehl - Schatton, Giehl, Atladottier, Vetterlein - Toporski, Salm (57. Skradde-Fries), Leykauf (46. Rauch), Trach - Uwak (46. De Backer), Arend.
SR: Hussein (Bad Harzburg)
Tore: 1:0 Popp (17.), 2:0 Islacker (45.), 3:0 Maes (61.), 4:0 Popp (72.), 5:0 Popp (89.).
Gelbe Karte: - Salm, Schatton, Vetterlein.
Zuschauer: 1021[/infobox]„Die Chancenauswertung war unterirdisch“, monierte FCR-Trainer Marco Ketelaer. „Wenn wir in jeder Halbzeit vier, fünf Tore mehr erzielt hätten, dann wäre es ein gerechtes Ergebnis gewesen.“ Im CL-Viertelfinalhinspiel am Donnerstag beim FC Everton – Mittwochmorgen bricht der FCR-Tross in Richtung England auf – dürfen sich die Duisburgerinnen dies nicht erlauben. Fraglich ist, ob sich Grings bis dahin wieder einsatzbereit meldet. Fest steht allerdings, dass die 32-Jährige nach 2008, 2009 und 2010 erstmals wieder ihre Torschützenkrone abgeben muss – und zwar an Conny Pohlers, die auf 24, damit einen Treffer mehr, kommt.

Gegen Saarbrücken durfte derweil Alexandra Popp, die gemeinsam mit Mandy Islacker das Sturmduo bildete, dreimal jubeln. Das erste Mal in der 17. Minute. Sonja Fuss, die gegen Saarbrücken auf der Linksverteidigerposition agierte, hatte den Freistoß angetäuscht, Popp hämmerte den Ball schließlich aus rund 22 Metern aus halbrechter Position ins Tor. Dass dennoch nichts anbrannte, lag in erster Linie daran, dass die Gäste aus dem Saarland nicht viel Gegenwehr zeigten und sich im Torabschluss recht unbeholfen anstellten. Nachdem zuvor zweimal das Aluminium einen weiteren FCR-Treffer verhindert hatte, erzielte Islacker schließlich mit dem Pausenpfiff das längst fällige 2:0.

Das Torfestival blieb zwar auch nach dem Seitenwechsel aus, aber die Belgierin Femke Maes (61.) und zweimal U20-Weltmeisterin Popp (72./89.) erhöhten immerhin noch auf das letztendlich doch recht deutliche 5:0-Endergebnis.

Christina Bellinghoven, der Ketelaer auf der PK zusicherte, zunächst weiterhin die Nummer eins zu bleiben, sicherte schließlich noch mit zwei guten Paraden, Maike Trach schoss zweimal die Torfrau an, die Null. Zumindest Tobias Junglas, der vom Cheftrainer der männlichen B-Jugend zu den Frauen aufgerückt war, machte nach dem besiegelten Abstieg der Saarbrückenerinnen keinen allzu geknickten Eindruck, holte stattdessen zu einer Generalkritik aus: „Wir haben die Punkte viel früher liegen gelassen. Man hat wieder gesehen, in was für einem desolaten Zustand die Mannschaft ist. Das war Harakiri, das hatte nichts mit Taktik zu tun.“ Ob er den Neuanfang in der 2. Liga durchführen wird, ist noch offen. Das sollte aber auch nicht den FCR Duisburg interessieren, denn schließlich gilt die volle Konzentration nun absofort der Champions League.

Autor: Desirée Kraczyk

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren