Die Zukunft des 1. FC Kleve hängt trotz der Millionen-Spende von 19 Unternehmen immer noch an einem seidenen Faden. Auf einer Pressekonferenz bat man um Hilfe.

Kleve: Spiel abgesagt

"Keiner macht das Licht aus"

07. November 2010, 20:03 Uhr

Die Zukunft des 1. FC Kleve hängt trotz der Millionen-Spende von 19 Unternehmen immer noch an einem seidenen Faden. Auf einer Pressekonferenz bat man um Hilfe.

Deshalb hat die Klubführung auch eine öffentliche Pressekonferenz abgehalten, in der sie noch einmal die Stadtspitze, die den 1. FC nicht weiter unterstützen möchte, erneut um Hilfe gebeten hat.

Neben dem stellvertretende Klever Bürgermeister Dr. Artur Leenders (Grüne) wie auch SPD-Ratsdame Petra Tekath hörten sich auch rund 100 Fans an, was Lukas Verlage (kommissarischer „Boss“), Christian Nitsch (Verwaltungsrat) und Rechtsanwalt Joris Ernst zu sagen hatten. „Solch eine Solidarität hat es lange nicht gegeben“, freut sich Nitsch über den großen Zuspruch.

Verlage nimmt kein Blatt vor den Mund und appelliert noch einmal an die Stadt, den 1. FC nicht aus den Zuschussleistungen für den Stadionbau herauszunehmen.: „Wir haben sicherlich Fehler gemacht. Aber wir haben das auch erkannt und uns vorgenommen, die Karre aus dem Dreck zu ziehen.“ Er betont, dass der Klub im Falle einer möglichen Insolvenz den städtischen Zuschuss in Höhe von 650.000 Euro nicht zurückzahlen könne. „Außerdem müsste die Stadt dann auch noch 700.000 Euro aufwenden, um das Stadion fertig zu bauen“, merkt Verlage an.

Deshalb sollten Verein und Stadt jetzt einen gemeinsamen Nenner finden. Ernst: „Liebe Stadt Kleve, ihr habt dem 1. FC häufig geholfen. Wir brauchen Eure Hilfe noch einmal. Zieht euch nicht auf den formalen Standpunkt zurück.“ Ein Appell, der auch bei Leenders gut angekommen ist: „Dass Polemik gegenüber der Verwaltung unterblieben ist, ist klasse. Eine Insolvenz ist nichts Gesundes. Wir werden uns beraten.“
Das hat Verlage gerne gehört: „Wenn sich clevere Leute zusammensetzen, finden sie auch eine clevere Lösung.“ Die könnte am Mittwoch gefunden werden, wenn der Stadtrat tagt und die Hilfe für den 1. FC natürlich auf der Tagesordnung steht.

FC-Kapitän Umut Akpinar nimmt die Ereignisse natürlich mit Sorge zur Kenntnis. „Es geht hier auch um den Erhalt von Arbeitsplätzen.“ Und der Routinier wendet sich mit einer flammenden Rede direkt an die Verantwortlichen Willibrord Haas, Kämmerer der Stadt Kleve, und die drei Fraktionsvorsitzenden - Udo Janssen (CDU), Alexander Frantz (SPD) und Siegbert Garisch (Grüne): „Wir haben Studenten im Team, die ihr Studium durch den Fußball finanzieren. Wir haben Familienväter im Team, die dadurch ihre Familien ernähren und ihre Existenz aufrecht erhalten.“ Sein Zusatz: „Wir haben als Manschaft ohne Murren Gehaltskürzungen akzeptiert. Jetzt ist die Stadt am Zuge.“

Dieser Ansicht sind auch die Fans des 1. FC Kleve. Die Anhänger haben die Aktion „Keiner macht das Licht aus“ gegründet und sammeln zur Zeit Unterschriften, um den Fraktionen der Stadt Kleve zu zeigen, wie wichtig der Verein für die gesamte Stadt und den Fußballstandort Kleve ist.

Derweil musste das Meisterschaftsmatch am Sonntag gegen den FC Wegberg Beeck wegen der herrschenden Witterungsbedingungen abgesagt werden. Ein Nachholtermin steht laut NRW-Liga-Staffelleiter Rolf Thiel noch nicht fest.

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