Essen zog die Notbremse! Das Coach-Duo Jürgen Gelsdorf und Johann Rieckhof wurde vier Spieltage vor dem Kehraus beurlaubt, neu verpflichtet wurden als Cheftrainer Uwe Neuhaus (Borussia Dortmuna A.) und

RWE: Gelsdorf weg: Hempelmann: "Glocke geschlagen"

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24. April 2005, 17:51 Uhr

Essen zog die Notbremse! Das Coach-Duo Jürgen Gelsdorf und Johann Rieckhof wurde vier Spieltage vor dem Kehraus beurlaubt, neu verpflichtet wurden als Cheftrainer Uwe Neuhaus (Borussia Dortmuna A.) und "Assi" Peter Kunkel (zuletzt SG Wattenscheid). RS vermeldete den Wechsel "online" um 10.23 Uhr: Exklusiv!

Essen zog die Notbremse! Das Coach-Duo Jürgen Gelsdorf und Johann Rieckhof wurde vier Spieltage vor dem Kehraus beurlaubt, neu verpflichtet wurden als Cheftrainer Uwe Neuhaus (Borussia Dortmuna A.) und "Assi" Peter Kunkel (zuletzt SG Wattenscheid). RS vermeldete den Wechsel "online" um 10.23 Uhr: Exklusiv! Die Abfindungsverhandlungen mit Gelsdorf und Rieckhof sollten sich erträglich gestalten. Die Kontrakte liefen offiziell bis 2006, "allerdings war auch die aktuelle Entwicklung mit eingearbeitet", erklärt Professor Dr. Markus Buchberger, RWE-Vorstandsmitglied. Übersetzt: Es geht um Kohle bis zum 30. Juni 2005 sowie um eine ohne Zweifel auch in den Papieren fixierte Nichtabstiegsprämie. RS unterhielt sich vor den folgenden Aufgaben bei 1860 München, zuhause gegen Fürth, in Ahlen sowie an der Hafenstraße gegen Unterhaching mit RWE-Präsident Rolf Hempelmann.

Rolf Hempelmann, das kündigte sich an - oder?
Das Umfeld hat mit allem gerechnet, wir haben gehandelt. In den Gremien wurde ein einstimmer Entschluss gefasst. Am Samstag haben wir uns geeinigt, uns zu trennen. Wir sind Jürgen Gelsdorf und Johann Rieckhof dankbar, der Name Gelsdorf wird immer mit dem Aufstieg verbunden sein.

Und mit dem eventuellen sofortigen Wiederabstieg?
Wir behalten ausdrücklich das Vorhaben im Auge, die Klasse zu halten. Dem Team wird diese Qualität zugetraut, aber wir waren auf alle Eventualitäten vorbereitet. Wir waren mit Uwe Neuhaus seit einiger Zeit im Gespräch, er hat sofort seine Bereitschaft erklärt, identifiziert sich mit RWE. Wir sind glücklich, dass er und Peter eingeschlagen haben. Für die schnelle Freigabe sind wir Borussia Dortmund dankbar. Das gibt Uwe mehr zeitliche Möglichkeiten. Respekt, dass er sich dieser Aufgabe stellt. Der geschlossene Vertrag gilt selbstverständlich für beide Klassen.

Nicht erst seit dem Debakel gegen Aachen hatte man den Eindruck, dass nicht mehr viel stimmen würde - korrekt?
Die Niederlage gegen Burghausen war ein schlimmer Rückschlag, es gab vorher schon intensive Gespräche mit Trainergespann und Führungsspielern. Man hatte das Gefühl, es würde klappen. Aber die letzten Spiele haben gezeigt, wie groß die Verunsicherung ist.

Es gab eine erste riesige Chance im Saarland, oder?
In Saarbrücken hatte ich nicht den Eindruck, dass das Team unbedingt gewinnen wollte, der Biss war nicht da, einen angeschlagenen Konkurrenten weiter in den Schlamassel zu stoßen, gegen RWO war das auch zu spüren. Der Sack wurde nicht zu gemacht. Wenn man Angst hat, verspielt man einen Vorsprung. Aachen war der Tiefpunkt, es war nie eine echte Chance da, der Gegner musste nicht viel zeigen. So ist natürlich kein Blumentopf zu gewinnen.

Weiß jeder, um was es wirklich geht?
Man konnte auf den Gedanken kommen, das war nicht der Fall. Ein Abstieg mit RWE in der Vita zu haben, ist bestimmt nicht förderlich. Insbesondere von unseren geholten Verstärkungen müssen wir erwarten, dass sie zeigen, warum wir sie geholt haben. Wunder erwarten wir nicht, nur das, was jeder kann.

In dieser Verfassung ist die Truppe nicht zweitligareif.
Man bemerkte Unsicherheit, Pomadigkeit beim Ausüben der Lieblingstätigkeit, keine Dynamik, Lethargie, wieder aufgetauchte Instabilität, das will an der Hafenstraße keiner sehen. Ich habe mit dem Team gesprochen, erklärt, was wir ab sofort erwarten. Wir wollen mehr Einsatz, mehr Cleverness. Das trauen wir den Jungs auch zu. Den Beweis haben sie gegen den MSV oder in Köln geliefert.

Vermutet wurde, Sie hätten sich Gelsdorf verschworen, koste es, was es wolle!
Jedem Betrachter muss klar sein, wir lassen uns unsere Handlungsfähigkeit nicht nehmen. Ziel war, mit Gelsdorf bis zum Saisonende zu gehen. Wir haben alles sorgfältig abgewogen. Deshalb wollten wir gemeinsam aus der kritischen Situation. Alle sollten am gleichen Strang ziehen.

Und das war nicht mehr gegeben?
Diesen Umkehrschluss kann man nicht ausschließen, die Frage-überwogen die Ausrufezeichen. Ich hatte nicht den Eindruck, das Team war von unserer Entscheidung überrascht, die Spieler haben aufmerksam zugehört, jeder muss begriffen haben, was die Glocke geschlagen hat.

Autor: og

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