Kaum wurde DFB-Präsident Theo Zwanziger einstimmig wiedergewählt, stand der heikelste Tagesordnungspunkt des DFB-Bundestags an: die Spielklassenstrukturreform.

RL-Reform: Zwanziger

"Man muss die Erwartungshaltung bremsen"

25. Oktober 2010, 11:05 Uhr

Kaum wurde DFB-Präsident Theo Zwanziger einstimmig wiedergewählt, stand der heikelste Tagesordnungspunkt des DFB-Bundestags an: die Spielklassenstrukturreform.

Kaum wurde DFB-Präsident Theo Zwanziger einstimmig für eine dritte Amtszeit bis 2013 wiedergewählt, stand der heikelste Tagesordnungspunkt des DFB-Bundestags an: die Spielklassenstrukturreform. So einig sich die Delegierten waren, so unglücklich sind viele Regionalligisten mit der nun vorgestellten Lösung. Im Gespräch bezieht Zwanziger Stellung.
Theo Zwanziger, wie bewerten Sie den Kompromiss der neuen Regionalliga?

Es war eine schwierige Baustelle. Die Frage war, ob wir die Spielklassenstrukturreform noch auf diesem Bundestag schaffen würden und ob wir es nur mit großen Blessuren schaffen würden. Letztlich hat es gut geklappt. Der Vorschlag der Liga war weiterführend. Damit gab es die Chance, zu Kompromissen zu kommen.
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Denken Sie, dass nun alle Beteiligten zufrieden sind?

Die Liga ist einen großen Schritt auf den Amateurbereich zugegangen. Die Amateure haben unterschiedliche Auffassungen, jeder denkt zunächst einmal an seinen Bereich. Aber es hat sich gezeigt, dass das Ganze doch zu einem sehr breiten Zuspruch führte. Ich bin mir sicher, dass wir für die Saison 2012/2013 eine verbesserte Situation gegenüber der bisherigen Lage anbieten können.

Würden Sie sich nach dem Bundestag immer noch als Mann des Amateurfußballs bezeichnen?

Als Präsident des DFB muss ich Amateur- und Lizenzfußball schon auch ein Stück weit gleich sehen. Ich habe eine Ausgleichsfunktion. Die Frage ist aber auch, was Amateurfußball ist.

Wie fällt Ihre Antwort aus?

Es ist keine geschlossene Gruppe. Die Interessen eines Oberligisten sind nicht mit denen eines Vereins aus der C-Klasse identisch. Dort gibt es gewaltige Unterschiede. Deswegen kann ich immer nur versuchen, dass jeder auf seiner Ebene Bedingungen vorfindet, die ihm die notwendige Motivation vermitteln.

Was entgegnen Sie Ihren Kritikern aus der Regionalliga?

Denen muss man Wahrheiten sagen. Wenn du in der vierten oder fünften Liga spielst, kannst du nicht erwarten, TV-Gelder zu bekommen. Die gibt es dort nicht. Ich würde ihnen ja gerne etwas geben, aber das Fernsehen zahlt nichts. Die geben noch nicht einmal etwas für die zweite Handball-Bundesliga aus, glaube ich. Insofern sind wir schon ein Stück weit privilegiert, dass wir für die 3. Liga Gelder erhalten.

Ist ambitionierter Fußball unterhalb der 3. Liga so überhaupt möglich?

Man muss die Erwartungshaltung der Klubs bremsen. Die Einnahmen kommen durch die Zuschauer und gegebenenfalls Sponsoren. Daher wollen wir ja auch eine etwas attraktivere Klasse anbieten als es bisher der Fall ist.

Wurde dieses Ziel erreicht?

Für viele Vereine haben wir es zumindest so erreicht, dass es besser ist, als es vorher war. Das wird auch nicht dazu führen, dass alle Wünsche erfüllt werden können.

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