Die Oberhausener Saisoneröffnung war ein rundum gelungener Tag. Etwa 4500 Zuschauer waren gekommen, um die neue RWO-Truppe zu begutachten. Der größte Andrang der letzten Jahre, der sich auch bei der Dauerkarten-Verkaufsstelle abzeichnete.

RWO: Gute-Laune-Fraktion bei der Saisoneröffnung

cb
23. Juli 2004, 13:12 Uhr

Die Oberhausener Saisoneröffnung war ein rundum gelungener Tag. Etwa 4500 Zuschauer waren gekommen, um die neue RWO-Truppe zu begutachten. Der größte Andrang der letzten Jahre, der sich auch bei der Dauerkarten-Verkaufsstelle abzeichnete.

Die Oberhausener Saisoneröffnung war ein rundum gelungener Tag. Etwa 4500 Zuschauer waren gekommen, um die neue RWO-Truppe zu begutachten. Der größte Andrang der letzten Jahre, der sich auch bei der Dauerkarten-Verkaufsstelle abzeichnete. Bis zum Start der Testpartie gegen Vitex Lovtech (3:3) gab es eine ständige Schlange vor dem Ticket-Schalter.

Schulz-Dank und Aussicht

Am wichtigsten für die Fans war aber natürlich die Mittags-Talkrunde mit der Vorstellung der Neuzugänge. Zuerst sprach allerdings RWO-Präsident Hermann Schulz, der vor der Zukunftsbetrachtung noch einen Dank loswerden wollte. "Ganz besonders an Frank Scharpenberg und Dejan Raickovic, mit denen wir zwei sportlich und menschlich gute Typen verloren haben. Danke für alles, was ihr hier geleistet habt."
Dann kam der "Präses" zur neuen Saison. "Wir gehen erneut mit einem 5,9 Millionen Euro-Etat in die Spielzeit. Ein Trikotsponsor ist noch nicht in Sicht." Eine Prognose fiel dem Macher sichtlich schwer. "Wir haben bereits einige Verletzte, dazu einen kleinen Kader. Von oben kommen gute Vereine runter, daher wäre ich schon mehr als zufrieden, wenn wir eine ähnlich gute Serie spielen könnten, wie zuletzt." Laut wurde es beim Thema Stadion, die Zuschauer riefen, "wir wollen ein Dach über dem Kopf." Die Antwort von Schulz: "Die Kosten für eine komplette Überdachung liegen bei vier Millionen Euro. Raugeschmissenes Geld, wenn man vielleicht später, im Falle der ersten Liga, an eine komplette Renovierung denkt." Der Ehrgeiz, in Oberhausen etwas zu erreichen, ist auf jeden Fall da.
Auch bei der Zuschauermenge. Schulz: "Ich hoffe auf steigende Zahlen. Und das nicht, weil die Gegner mehr mitbringen. Ich sehe hier viele Kinder und Frauen, die sind unser Erfolg." Und natürlich Coach Jörn Andersen, der von Schulz auch noch ein "Zückerchen" bekam. "Jörn ist für unseren Club der beste Trainer. Er kann unseren Umbruch gestalten. Ich hoffe, er schafft das, was Friedel Elting mit RWO geschafft hat, den Aufstieg."

Andersen gut gelaunt zum Seitenhieb

Bei der Betrachtung der kommenden zweiten Liga war nun der Norweger selber an der Reihe. Mit sichtlich guter Laune gab es gleich einen Seitenhieb in Richtung Duisburg. "Es wird eine harte Liga. Viele haben sich verstärkt, auch der MSV. Wo das hinführt, hat man letzte Saison gesehen. Und jetzt haben wir mit Ralf Keidel noch deren besten Mann geholt, das tut bestimmt weh." Der donnernde Applaus war ihm sicher. Auf Keidel bezogen, wollte der Norweger noch mehr loswerden. "Ich habe gehört, er ist ein fauler Stinkstiefel. Dann habe ich mit Herrn Schulz darüber gesprochen und wir haben gesagt, den wollen wir. Genau richtig, da er in den drei Wochen gezeigt hat, er ist genau das Gegenteil."
Kann er auf der offensiven Außenposition demonstrieren, denn der Coach will nicht mauern lassen. "Wir versuchen wieder, attraktiv zu kicken. Den Fans soll was geboten werden, ohne die Abwehr zu vergessen. Dafür haben wir Spieler mit Phantasie geholt, um die gegnerischen Abwehrreihen zu knacken."
Auch die Trainerfrage beim DFB wurde angeschnitten. Wenn es nach den Fans geht, gibt es nur einen. "Luginger, Luginger", wurde skandiert, Andersen dazu. "Ich möchte "Lugi" nur ungern verlieren. Generell sollte man sich aber in Deutschland umsehen, hier gibt es genug gute Leute."

"Monti" droht

Für Lacher sorgte dann zunächst David Montero, der als bester Spieler der RWO-Mannschaft ausgezeichnet wurde. Zum Abschluss erklärte er: "Danke für die Wahl, aber ich will auch nächstes Jahr gewinnen. Wer mich dann nicht wählt, bekommt richtig Ärger mit mir."

Adler geehrt

Ebenfalls geehrt wurde Oliver Adler und zwar zum besten Keeper der vergangenen Spielzeit. Angesprochen auf seine 37 Jahre gab er zu Protokoll. "Es geht noch ganz alles ganz gut, auch wenn natürlich einige Zimperlein da sind." Zwischenruf von Schulz: "Der wichtigste Knochen funktioniert noch." Adler schaute zu Boden, die Menge freute sich über die Gute-Laune-Fraktion auf der Bühne, die nach über einer Stunde abdankte, um den vielen Fans die Autogrammwünsche zu erfüllen.

Autor: cb

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