Mit Aufstiegen kennt sich Markus Kurth aus. Der Stürmer sammelt die Ligasprünge geradezu wie andere Briefmarken. Bereits vier Mal war der 29-Jährige an Aufstiegspartys aktiv beteiligt.

Kurth will zum fünften Mal hoch - Der Aufstiegs-Experte

rl
23. Juni 2003, 09:33 Uhr

Mit Aufstiegen kennt sich Markus Kurth aus. Der Stürmer sammelt die Ligasprünge geradezu wie andere Briefmarken. Bereits vier Mal war der 29-Jährige an Aufstiegspartys aktiv beteiligt.

Mit Aufstiegen kennt sich Markus Kurth aus. Der Stürmer sammelt die Ligasprünge geradezu wie andere Briefmarken. Bereits vier Mal war der 29-Jährige an Aufstiegspartys aktiv beteiligt. Zwischen 1997 und 1998 gelang ihm mit dem 1. FC Nürnberg der Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga, 2000 und 2003 stieg Kurth mit dem Zweitligisten 1. FC Köln auf. "Wenn mir das ein fünftes Mal gelingt, ist das schon rekordverdächtig", sagt der gebürtige Neusser, der eben diesen Anlauf mit dem MSV Duisburg unternehmen will. Bis 2005 band sich Kurth an die Zebras. Mit Bayer Leverkusen, Nürnberg und Köln bestritt der Familienvater schon 175 Partien in der 1. und 2. Liga. RevierSport sprach mit dem Stürmer, der unter anderem vom früheren MSV-Coach Friedhelm Funkel nach Duisburg empfohlen wurde.

Markus Kurth, Sie sind mit Köln aufgestiegen und wechseln jetzt doch zurück in die 2. Liga. Manche meinen, das sei ein Rückschritt. Was meinen Sie?
Das kommt immer auf die Sichtweise an, für mich ist das kein Rückschritt. Es war an der Zeit, nach vier Jahren in Köln den Verein zu wechseln. Der Aufstieg war ein schöner Abschied. In Duisburg tut sich eine Menge, die Entscheidung zum MSV zu wechseln, fiel mir nicht schwer.

Kam denn Enttäuschung auf, als Köln Ihnen mitteilte, dass man Sie nicht mit in die Bundesliga nehmen will?
Nicht unbedingt, wir hatten uns in Köln lange über meine Situation unterhalten, Trainer Funkel wollte etwas verändern und mein Vertrag lief halt aus. Der Trennung ging im beiderseitigen Einvernehmen vonstatten.

Und warum entschieden Sie sich dann ausgerechnet für den MSV Duisburg?
Das hatte mehrere Gründe. Zum einen haben mich Trainer Norbert Meier und Präsident Walter Hellmich absolut von ihrem Konzept überzeugt. Ein neues Stadion wird gebaut, außerdem kommen viele Neuzugänge. Man weiß zwar nie, wer wie einschlägt, aber von der Besetzung her macht es Sinn. Hinzu kommt das Ziel, bis 2005 wieder in die Bundesliga aufzusteigen. Das habe ich schon drei Mal mit Nürnberg und Köln geschafft, jetzt möchte ich wieder hoch. Das waren alles gute Argumente.

Sind Sie denn schon mal mit einer nahezu neu zusammengestellten Mannschaft aufgestiegen?
Damals in Nürnberg marschierten wir von der Regionalliga bis in die Bundesliga durch und hatten jedes Jahr etwa zehn neue Spieler. Wichtig ist, dass sich die Mannschaft schnell findet und gerade zu Beginn viel Disziplin an den Tag legt.

In Köln wurde zuletzt auch ein neues Stadion gebaut. Wie wichtig ist für die Mannschaft, die auf dem Rasen steht, eine reine Fußball-Arena?
Sehr wichtig. Gerade in Köln hat man das vergangene Saison gesehen. Wir gewannen viele Heimspiele erst in der Schlussphase. Wenn du vor einer Super-Fankurve spielst, beflügelt das ungemein. Das kann entscheidende Punkte bringen.
Der MSV-Fans als solcher kann kritisch sein, gilt aber nicht als so heftig, wie der Kölner Anhänger, der bei Negativserien vehement am Marathontor rüttelt. Freuen Sie sich auf ruhigere Zeiten.

Das hängt immer vom Spiel ab. Ich hab es gerne, wenn viel los ist, wenn du als Spieler merkst, dass da jemand ist, der sich mit Verein und Mannschaft auseinandersetzt. Das Team muss sich eben dafür zerreißen, viele Fans ins Stadion zu holen, die dann gut gelaunt nach Hause gehen.

Sie sind Stürmer, gelten mit 33 Toren in 175 Partien aber nicht als ultimativer Knipser. Sehen Sie sich eher als Vorbereiter?
Ich bin wirklich kein typischer Knipser, wurde früher in Nürnberg auch als Verteidiger und im Mittelfeld eingesetzt. Ich sehe mich mehr als Arbeiter, spiele gerne mit einem Stürmer neben mir, für den ich Räume schaffen kann.

Also einer wie Uwe Spies, der zwischen 1997 und 2000 selten traf, aber dafür die Hütten auflegte?
Kann man so sehen, mein Ex-Trainer Funkel hat mir auch immer viel von Uwe Spies erzählt. Natürlich möchte ich aber auch Tore schießen. Im letzten Jahr gelangen mir nur drei Treffer. Das war sehr schlecht und muss ganz klar besser werden.

Haben Sie sich schon eine Marke gesetzt?
In meinem ersten Zweitligajahr für Köln gelangen mir neun Tore, für Nürnberg waren es mal sieben. Ich würde gerne mal zweistellig treffen. Das ist ein echtes Ziel.
Sie stammen aus Neuss. Sind Sie ein heimatverbundener Niederrheiner?
Ich bin absolut heimatverbunden. In Nürnberg war es damals deshalb nicht so leicht. Die Region gefällt meiner Familie und mir sehr gut. Mein Sohn Maurice ist drei und kommt jetzt in den Kindergarten, meine Tochter Michelle ist sieben Jahre alt. Zusammen mit meiner Frau Tanja wollen wir hier eigentlich nicht mehr weg.

Autor: rl

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