Das dritte Oberhausener Kleeblatt entdeckt nach Ex-Profi Timo Uster und Keeper Stephan Loboué in Kürze die große weite Welt des internationalen Fußballs.

RWO: Schmidtgal

Mit der Nummer 126 gegen Lahm und Müller

Christian Brausch
03. August 2010, 09:07 Uhr

Das dritte Oberhausener Kleeblatt entdeckt nach Ex-Profi Timo Uster und Keeper Stephan Loboué in Kürze die große weite Welt des internationalen Fußballs.

Heinrich Schmidtgal konnte beim 0:4 gegen Groningen wegen eines leichten Muskelfaserrisses im Oberschenkel zwar nicht mitwirken, trotzdem war für ihn die Welt in Ordnung.

Denn Bernd Storck, Trainer der Nationalmannschaft von Kasachstan hat Schmidtgal in den Kader für die kommenden Partien berufen. Das geht, weil Schmidtgal in Kasachstan geboren wurde und auch zwei Pässe hat. Mit zwei Jahren ging es für ihn und die Familie nach Deutschland. Genug Zeit, um Russisch zu lernen, war auch noch vorhanden. „Ich verstehe fast alles und kann auch etwas sprechen“, bestätigt der Shooting-Star der letzten Saison.

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Durch seine Blessur kann er beim Test gegen den Oman zwar noch nicht mitwirken, aber beim ersten EM-Quali-Spiel gegen die Türkei soll dann die internationale Premiere vom ehemaligen Bochumer über die Bühne gehen. Zum Ablauf der Nominierung erklärt er. „Ich habe das mit der Familie und Freunden diskutiert. Alle haben gesagt, dass ich das machen soll.“

Und auch für den Kicker kam eine Absage nicht in den Sinn, auch nicht mit Blick auf die sechs bis sieben Stunden Flug, die auf ihn bei den Heimspielen warten. „Ich sehe das positiv und freue mich auf die Erfahrungen.“ Wobei er sein neues Team noch nicht wirklich kennt. „Ich habe gehört, dass zwei Jungs in Russland spielen, der Rest wohl in Kasachstan. Wir haben eine junge Mannschaft. Und der Trainer meinte, die Truppe wäre besser als es der Weltranglistenplatz aussagt.“

Dort liegt Kasachstan derzeit auf Rang 126, für Deutschland eigentlich keine Hürde. Denn zur Freude von Schmidtgal spielt seine Elf mit der Löw-Truppe in einer EM-Quali-Gruppe. Daher warten schon bald Thomas Müller oder Philipp Lahm auf Schmidtgal, der berichtet. „So weit bin ich mit meinen Gedanken noch nicht.“ Denn zuvor geht die schnelle Genesung und der Saisonstart mit RWO vor, wobei er das Pokalspiel gegen Viktoria Hamburg am 15. August wohl abhaken muss. Coach Hans-Günter Bruns: „Wir werden sicher kein Risiko eingehen. Ich denke, Heinrich ist erst für den Ligaauftakt eine Woche später gegen Hertha BSC Berlin ein Thema.“

Wobei man den Leistungsträger auch schon im Pokal gut gebrauchen könnte, denn auf seiner Seite ist er sicher die Nummer eins nach der starken letzten Saison.

Jetzt noch die Belohnung mit der Nationalelf, da kommen schon die ersten Abschiedsgedanken der Fans auf. Denn der Vertrag des Kämpfers läuft im kommenden Sommer aus. Und der Tenor der ersten Anhänger ist schon der, dass man die Spiele von Schmidtgal in dieser Saison noch genießt, weil man ihn darüberhinaus kaum halten kann.

Schmidtgal: „Klar, will jeder mal in der Bundesliga auflaufen. Aber darüber jetzt zu spekulieren ist viel zu früh. Erstmal will ich versuchen an die guten Leistungen aus dem Vorjahr anzuknüpfen. Da lief es bei mir und der Mannschaft wirklich super. Und je stärker wir uns jetzt wieder mit der Elf präsentieren, desto besser kann auch jeder einzelne Spieler aussehen.“ Und mit Blick auf die neue Elf ist Schmidtgal vor der Saison nicht Bange. „Die Neuen passen, das sind alles gute Jungs. Gegen Groningen lief es zwar zuletzt unglücklich, aber so ein Ergebnis zählt nur am Rande. Wichtig ist der erste Spieltag und da werden wir voll da sein.“

Autor: Christian Brausch

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