Der BSV Beeck hat sportlich zwar zweifelsfrei deutlich bessere Zeiten erlebt, von denen gerade die ältere Generation gerne berichtet. Das steht außer Frage.

DU: Beeck spendet

Viele Beecker T-Shirts unterwegs

Text: Heiko Gaeb, Foto: Volker Nagraszus
31. Mai 2010, 08:04 Uhr

Der BSV Beeck hat sportlich zwar zweifelsfrei deutlich bessere Zeiten erlebt, von denen gerade die ältere Generation gerne berichtet. Das steht außer Frage.

Allen Widrigkeiten zum Trotz, was auch eine Nichtberücksichtigung der renovierungsbedürftigen Platzanlage "Beecker Kuhle" beim Konjunkturpaket II beinhaltet, präsentiert sich der Verein zufrieden. Ärme hochkrempeln statt Meckern könnte das Motto im finanziell nicht auf Rosen gebetteten Duisburger Norden gelautet haben.

Und auch das sportliche Abschneiden trägt einen großen Teil dazu bei, dass Trübsal blasen durch neue sportliche Ziele abgelöst wurde. Das sah zu Beginn der aktuellen Spielzeit freilich noch anders aus. Die erste Mannschaft war soeben aus der Kreisliga A abgestiegen. Was der damals neue Coach Michael Hegmann vorfand, war ein verlassenes Schiff. So forderte der 46-Jährige: "Wir müssen darüber nachdenken die zweite Mannschaft zurückzuziehen." [infobox-left]Auch Kreativität wird groß geschrieben. "Ist kein Geld da, kann man jammern oder arbeiten", sagt der ehemalige Kicker Olaf Brestel. Im Verein entschied man sich für Zweiteres. Der erste Vorsitzende Axel Jokmin erklärt: "Unsere Platzanlage wurde vor 25 Jahren zum letzten Mal erneuert." Dass sich das Gelände dennoch in keinem katastrophalen Zustand befindet, liegt daran, dass sämtliche Anstricharbeiten in Eigenregie durchgeführt wurden, alte Hütten abgerissen wurden und der Platz rundherum gerodet wurde.

Auch eine Art Spendenmarathon wurde veranstaltet, der am 1. Mai darin gipfelte, dass jedem Sponsor, Spieler und sonstigem Helfer ein T-Shirt des Vereins übergeben wurde. Hinzu wurde ein reichhaltiges Rahmenprogramm geboten. "Insgesamt waren gut 300 Leute an diesem Tag bei uns", schätzt Jokmin, "die Mühe hat sich also gelohnt." "Osman Özcelik ist zum Beispiel sprichwörtlich in Beeck von Tür zu Tür gezogen und hat Spenden gesammelt", erinnert sich Brestel, der auch eine große Blutspendeaktion unter den Vereinsmitgliedern mitinitiierte. Unisono sind sich die Verantwortlichen also einig: "Wir profitieren vom intakten Vereinsleben." Der Lohn: Ein großer Zulauf im Jugendbereich. So startet auch die A-Jugend zur kommenden Saison wieder mit einem Team. Das Tal der Tränen scheint somit überwunden. "Wir haben uns unser eigenes Konjunkturpaket geschnürt", sagt Brestel abschließend augenzwinkernd.[/infobox]Gesagt, getan. Die sehr knappe Personaldecke veranlasste die Verantwortlichen im Klub in der Tat dazu diesen für sie schweren Schritt zu tun. Schließlich hatte die zweite Garnitur in Beeck schon Tradition und auch in der Vergangenheit schon sportlich auf sich aufmerksam gemacht. Doch, dass sich dieser Schritt bezahlt gemacht hat, ist aus der jetzigen Sicht kaum mehr anuzuzweifeln. Das Team landete nach holprigem Start - "wir mussten uns erst finden", sagt Hegmann dazu - auf dem vierten Platz in der B-Liga. [infobox-right]Die Neuen:
Anel Atrovic (KBC Duisburg), Fatih Ekman (FSV Duisburg), Marcel Klump (Meiderich 06/95 A-Jugend), Sascha Münig (VfL Wedau), Patrick Hubl und Daniel Schneider (beide Spfr. Königshardt)[/infobox]So resümmiert der Schalke-Fan: "Ich hätte zu Saisonbeginn selbst nicht damit gerechnet, doch die getroffenen Maßnahmen haben allesamt gefruchtet."

So kann Hegmann jetzt schon sechs neue Akteure für die kommende Spielzeit präsentieren, zum Teil mit Bezirksliga-Erfahrung. Die Rückkehr in die Kreisliga A lässt sich zwar nicht fest einplanen, aber nach dem Aufschwung ist es nicht ausgeschlossen, dass in Beeck früher oder später gefeiert werden kann. Und das Vereinslogo ist nach der großen T-Shirtaktion von nun an sowieso präsenter denn je im Stadtteil.

Autor: Text: Heiko Gaeb, Foto: Volker Nagraszus

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