Als Schiedsrichter Felix Zwayer in der 79. Minute beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg auf den Elfmeterpunkt zeigte, fiel Philipp Heerwagen fast vom Glauben ab.

Keine Lobby beim DFB

Ärger über fragwürdigen Elfmeter

07. März 2010, 20:17 Uhr

Als Schiedsrichter Felix Zwayer in der 79. Minute beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg auf den Elfmeterpunkt zeigte, fiel Philipp Heerwagen fast vom Glauben ab.

Wochenlang hatte Philipp Heerwagen sich im VfL-Tor auszeichnen können, hatte nach dem 1:5 gegen Bayern im Dezember vergangenen Jahres acht Spiele lang die Erfolgserlebnisse ausgekostet. Nach dem 1:4 in Wolfsburg war er zwar geknickt, aber relativ gelassen. „Nach der 1:5-Klatsche gegen Bayern haben wir in Hannover eine Trotzreaktion gezeigt. Ich denke, dass uns das auch gegen den BVB gelingen kann, auch wenn die Qualität der Dortmunder ungleich größer ist.“

Der bayerische Torwart blieb sachlich, nur bei der Szene, die zum Elfmeter geführt hatte, geriet sein Blut in Wallung. Heerwagen schilderte den Vorfall: „Der Pass kommt, er läuft hinterher und ich sehe, dass er sich den Ball zu weit vorgelegt hat. Dadurch ist der Winkel so spitz geworden, dass er gar nicht mehr aufs Tor schießen kann. Weil ich das weiß, zeige ich die Hände und ziehe sie weg. Ich habe ihn nicht berührt, aber plötzlich verspüre ich einen Schlag am Ellenbogen. Da wusste ich, dass er eingefädelt hat und sich fallen lässt.“

Umso unverständlicher für Heerwagen, dass der Linienrichter, wenn der Schiedsrichter es nicht gesehen hat, nicht den Mut hat, zu reagieren. „Das ist doch eine typische Stürmerszene. Da bist du als Torhüter ja fast völlig machtlos, wenn die Unparteiischen nicht aufpassen.“

Und dann vergleicht der Bayer diese Situation mit vielen ähnlichen seiner Teamkollegen. „In dieser Saison haben wir noch überhaupt keinen Elfmeter bekommen. Getreu dem Motto: ‚Mit den Bochumern kann man es ja machen!‘“ Und einmal in Rage, legt er noch nach: „Wo wir hinkommen, werden wir als Punktelieferant angesehen. Ich denke, dass wir beim DFB keine große Lobby haben. Und so wird man auch nach so einem geschundenen Elfmeter wahrscheinlich wieder zur Tagesordnung übergehen.“

Nach dem Spiel jedenfalls kam Dzeko grinsend zu Heerwagen, was ihm der Schlussmann nicht einmal übel nimmt. „Er ist Angreifer und macht seinen Job. Er versucht das, was fast alle Stürmer machen. Viel schlimmer finde ich es, wenn der Schiedsrichter so etwas auch noch mit einem Elfmeter belohnt.“

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