28.06.2009

BL 13: Wosz fordert Pass von Bergen zurück und spricht Klartext

"Ich bin sehr enttäuscht"

Es war die Sensation im Kreis Bochum im Sommer 2007: Der Bezirksligist SC Union Bergen verpflichtete die VfL-Ikone und den Ex-Nationalspieler Dariusz Wosz. „Ich will einfach nur wieder Fußball spielen“, erklärte Wosz damals. Nach zwei gemeinsamen Jahren könnten sich die Wege nun wieder trennen. Wosz, der vor kurzem seinen 40. Geburtstag feierte, hat zumindest seinen Pass eingefordert. Zudem zeigt er sich enttäuscht von den Verantwortlichen.

RevierSport sprach mit dem Ex-Fußballprofi über seinen Abschied von Union Bergen, seine Zeit an der Hunsrückstraße und seinen Ärger über die gesamte Situation im Verein.

Dariusz Wosz, ist es richtig, dass Sie in der kommenden Saison nicht mehr für Union Bergen spielen?

Ich habe mich erst einmal abgemeldet und meinen Pass eingefordert. Das heißt aber nicht, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen kann, in Bergen zu spielen.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/005/105-5187_preview.jpeg Schwer enttäuscht von Bergen: Dariusz Wosz. (Foto: firo)[/imgbox]
Liegen andere Angebote vor oder hängen Sie Ihre Fußballschuhe endgültig an den Nagel?

Mir liegen zwei bis drei Angebote vor, darunter eins aus der Landesliga. Ich habe schon Lust, noch weiter zu spielen, aufhören möchte ich noch nicht. Ich brauche das einfach noch, zum Beispiel zur Frustbewältigung wenn ich mit der U19 vom VfL verloren habe.

Bei welchem Verein könnten Sie sich noch vorstellen zu spielen?

Ich suche einen Verein mit Kunstrasen oder zumindest einen Rasenplatz.

Sie waren insgesamt zwei Jahre bei Union Bergen. Was bleibt in Erinnerung?

Wir haben wirklich guten Fußball gespielt. Die Leute sind sicherlich nicht wegen der Bratwurst gekommen. Ich bin aber sehr enttäuscht von den Führungsleuten. Nach der letzten Partie wurden noch nicht einmal die Spieler, die lange im Verein waren und viel geleistet haben, verabschiedet. Damit meine ich nicht meine Person, sondern zum Beispiel Jens Lewkowitz oder Faysel Khmiri. Es gab keine Blumensträuße. Das ist wirklich traurig, auch dass eine harmonische Mannschaft nun auseinander fällt.

Das hört sich nicht gerade erfreulich an...

In Bergen gibt es leider Personen, die keine Ahnung vom Fußball haben. In der Zeit, in der ich da war, sind zwei Trainer gegangen. Man ist nicht ehrlich miteinander umgegangen. Vor zwei Jahren hieß es: Wir wollen aufsteigen. Dann wurde ein neuer Trainer geholt, dann wieder entlassen. Ich bin ein bisschen sauer, wie das alles abgelaufen ist. Im Januar waren wir Zweiter, hatten noch die Möglichkeit aufzusteigen. Dennoch wurde auf der Versammlung Stress gemacht. Es weiß keiner, was er will. Es gibt keine klaren Worte. Am letzten Spieltag kommt bereits der neue Coach mit dem Plan für die nächste Saison, dabei stand noch nicht fest, wer den Verein verlässt. Der Sportliche Leiter gibt nach drei Monaten auch wieder auf. Mir tun die Leute leid, die einfach nur guten Fußball sehen wollen.

Autor: Desirée Kraczyk

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