24.02.2018

Schalke

Warum in Leverkusen viel auf dem Spiel steht

Foto: Firo

Am Sonntag muss Schalke zu Bayer Leverkusen: Ein Sieg wäre ein wichtiger Schritt zurück in die Champions League. Es ist eine Herausforderung für Domenico Tedesco.

Man weiß nicht, wie es bei Christian Heidel zu Hause aussieht, aber eines stellte Schalkes Manager am Freitag sicherheitshalber klar: „Ich habe die Bundesliga-Tabelle nicht über dem Bett hängen.“

Dass die Sprache darauf kam, hatte seinen Grund in dem Bundesliga-Topspiel, das am Sonntag (15.30 Uhr) ansteht: Schalke muss bei Bayer 04 Leverkusen antreten, beide Mannschaften kämpfen um die Rückkehr in die Champions League, gegenwärtig hat der Tabellenvierte Leverkusen (38 Punkte) einen Zähler Vorsprung auf Schalke (37). „Natürlich haben wir das Ziel, dass wir am Sonntag vor Leverkusen stehen“, betont Heidel: Schalke will in der BayArena gewinnen – bei der engen Tabellenkonstellation wären das Big-Points.

Von Platz zwei bis Platz sechs sind fünf Mannschaften (Dortmund, Frankfurt, Leverkusen, Leipzig und Schalke) nur um drei Punkte getrennt: Drei dieser Vereine dürften mit den Bayern in die Champions League gehen, für zwei bleibt bestenfalls die zweitklassige Europa League. In sportlicher wie finanzieller Hinsicht ein riesiger Unterschied, wie Heidel noch einmal verdeutlicht: „Eine Europa-League-Teilnahme verändert einen Klub nicht, die Champions League hat dagegen erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Deswegen will ja auch jeder dahin.“ Schalke genau wie Leverkusen: Im Vorjahr gewannen die Königsblauen mit 4:1 in der BayArena und zeigten dabei ihr wohl bestes Saisonspiel.

Noch kein Sechs-Punkte-Spiel

Von einem Sechs-Punkte-Spiel um die Champions League will Heidel jetzt aber noch nicht reden: „Dafür ist es noch zu früh. Selbst wenn wir verlieren, sind wir nur vier Punkten hinten dran – das ist nicht viel.“ Aus den genannten Gründen interessiert den Sportvorstand die Tabelle aber mehr als Trainer Domenico Tedesco, der bei seinem Mantra bleibt: „Ich schaue da nicht drauf.“ Für ihn ist es nur wichtig, wie Schalke die Punkte in Leverkusen holt: Das ist für ihn eine der größten Herausforderungen, die es in der Bundesliga gibt.

Tedesco vergleicht die Bayer-Elf von ihren Stärken her mit Vize-Meister RB Leipzig. „Wir dürfen fast keine Bälle gegen Leverkusen verlieren, sonst geht die Post ab. Das ist ähnlich wie gegen RB Leipzig”, warnt Schalkes Trainer, der die Leverkusener für eine „absolute Top-Mannschaft” hält. Ihm imponieren in der Offensive vor allem Technik, Schnelligkeit und Torgefahr der Bayer-Elf. „Wir müssen alles abrufen, um dort zu bestehen.”

Star der Leverkusener ist der schnelle Angreifer Leon Bailey, der Schalke schon beim 1:1 im Hinspiel mit seinem Tor den Sieg raubte. Tedesco weiß aber, dass es nicht allein reichen wird, Bailey aus dem Spiel zu nehmen – Gefahr wittert er auch von Julian Brandt, Karim Bellarabi, Kevin Volland oder Kai Havertz und sagt: „Wenn wir uns nur auf einen Spieler konzentrieren, haben die anderen zu viel Raum. Wir müssen es mannschaftstaktisch sehr gut machen.”

Gegen Leverkusen begann die Serie

In der Hinrunde startete Schalke mit dem 1:1 gegen Leverkusen eine Serie von elf Bundesliga-Spielen ohne Niederlage mit insgesamt 21 Punkten – eine ähnliche Serie würde die Königsblauen jetzt wohl zurück in die Champions League führen, wo auch Bayer wieder hin will. Tedesco: „Wir wissen, dass es nicht einfach ist, vor Leverkusen zu landen, aber es ist nicht unmöglich.”

Autor: Manfred Hendriock

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