09.11.2017

Mega-Ausraster

Aachen-Trainer Kilic droht heftige Strafe

Foto: Thorsten Tillmann

Fuat Kilic, Trainer des Fußball-Regionalligisten Alemannia Aachen, dürfte die nächsten Spiele seiner Mannschaft von der Tribüne aus verfolgen.

Dem 44-Jährigen droht eine wochenlange Zwangspause. Der Grund dafür ist ein skandalöser Vorfall nach dem letzten Meisterschaftsspiel der Alemannia gegen die SG Wattenscheid 09, das die Gäste aus dem Ruhrgebiet auch aufgrund einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung mit 2:1 gewannen.

Ein nicht gegebener Elfmeter für die Aachener ließ bei Kilic sämtliche Sicherungen durchbrennen. Der Alemannia-Trainer wurde auf die Tribüne verwiesen, nachdem er den Linienrichter attackiert hatte. Offenbar blieb es nicht bei einem verbalen Angriff. Im Sonderbericht von Schiedsrichter Jonas Seeland ist dokumentiert, dass er den Linienrichter an der Schulter gepackt und in den Bauch gekniffen habe.

Nach dem Schlusspfiff ging es den Schilderungen des Schiedsrichter zufolge so richtig los. Kilic soll in die Kabine des Unparteiischen gestürmt sein. Auch sein Spielführer habe ihn nicht aufhalten können. Erst als sich einer der Schiedsrichter-Assistenten als Polizist zu erkennen gab und dem Deutsch-Türken mit einer Anzeige drohte, sei er schließlich wieder gegangen.

Nun muss Kilic das Strafmaß der Spruchkammer abwarten. Die Entscheidung soll erst in rund drei Wochen fallen. Sollte sein Ausraster als schwerer Fall eingeordnet werden, droht ihm eine drakonische Strafe von 6 bis 24 Monaten. Ob seine Entschuldigung die Strafe mildern wird, bleibt abzuwarten: "Ich bin auch nur ein Mensch und habe überreagiert. Ich entschuldige mich für alles, was passiert ist", sagte er der "Aachener Zeitung."

Gegenüber RevierSport hatte sich Kilic bereits am Samstag zum Vorfall geäußert und die Lage der Trainer beklagt: "Wir Trainer sind doch die Deppen der Nation. Wir sind der noch einzige ungeschützte Berufszweig in Deutschland. Mal wird mit luxemburgischen Schiedsrichtern, wie zuletzt in unserem Spiel in Wegberg-Beeck, experimentiert und mal wird sich wieder über die Aufstiegsregel unterhalten. Und wir Trainer? Wir dürfen gar nichts. Wenn wir was sagen, dann kommt der Schiedsrichter und schickt uns auf die Tribüne. Wenn es nicht läuft, müssen wir uns vor dem Vorstand, den Fans rechtfertigen. Da frage ich mich, warum wir keine Emotionen zeigen dürfen?"

Autor: Martin Herms

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