06.11.2017

S04

Platz vier interessiert den FC Schalke 04 (noch) nicht

Foto: firo

Nach dem 1:0-Sieg in Freiburg steht S04 in der Tabelle so gut wie seit 19 Monaten nicht mehr. Das ist aber nur eine Bestätigung für die gute Arbeit.

Domenico Tedesco hatte keinen Schimmer, und um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, schob er noch hinterher: „Das ist jetzt nicht gelogen.“ Schalke war in der Bundesliga gerade auf Platz vier geklettert, doch der Trainer sagte: „Ich kann Stand jetzt nicht sagen, auf welchem Platz wir sind.“

Es interessierte die Schalker ganz einfach nicht, dass der 1:0-Sieg am Samstag beim SC Freiburg einen schönen Nebeneffekt mit sich gebracht hatte: Zum ersten Mal seit 19 Monaten belegt Schalke nach einem Bundesliga-Spieltag wieder einen Platz, der zum Saisonende die Teilnahme an der Champions League bedeuten würde. Doch Trainer und Spieler entgegneten unisono: Na und?

Nein, sie ließen sich wirklich nicht verleiten zu irgendwelchen Aussagen, die sie später womöglich bereuen könnten – auch nicht zur Champions League. „Logisch, dass die Fragen jetzt kommen“, lachte Mittelfeldspieler Bastian Oczipka: „Aber davon lassen wir uns nicht beirren.“ Und Daniel Caligiuri ergänzte: „In der letzten Saison haben wir zu oft auf die Tabelle geschaut – das ist schiefgegangen.“

Diesmal will Schalke lieber von Spiel zu Spiel schauen – und weiter siegen

Das 1:0 in Freiburg war bereits der dritte Auswärtssieg in dieser Saison – so viele, wie in der gesamten vergangenen Saison zusammen. Doch er war schwer erkämpft, weil Schalke in der ersten Halbzeit große Probleme hatte, die Freiburger in ihrem Spielaufbau zu stören. Erst eine Systemwechsel zur Pause brachte den nötigen Zugriff: Tedesco stellte auf ein 3-4-3 um, um die Freiburger Passwege zuzustellen. „Das hat uns zurück ins Spiel gebracht“, sagte Kapitän Ralf Fährmann. Nachdem Daniel Caligiuri in der 62. Minute mit einem abgefälschten Schuss das 1:0 erzielt hatte, geriet Schalke tatsächlich kaum noch in Gefahr, den Sieg aus der Hand zu geben.

Das wahre Zeichen für Fortschritt
Dass die Mannschaft die Korrekturen des Trainers mittlerweile mit Erfolg umsetzen kann, würde eher den Fortschritt verdeutlichen als der Blick auf die Tabelle, findet Sportdirektor Axel Schuster: „Wir haben einen Trainer, der auf Probleme reagiert und Lösungen findet. Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir auf die Aufgaben reagieren, die der Gegner uns stellt.“ Beim ersten Auswärtsspiel in dieser Saison in Hannover (0:1) hatte die Mannschaft das nur noch nicht umsetzen können – jetzt ist sie einen Schritt weiter. Für Fährmann ein Zeichen, dass die Arbeit mit Tedesco Früchte trägt: „Aber wir gehen weiter Schritt für Schritt. Wir werden auch mal wieder ins Wanken kommen, aber dann bleiben wir genauso cool wie jetzt, wo es gut läuft.“

Zum bislang letzten Mal stand Schalke in der Bundesliga im März 2016 auf einem Champions-League-Platz – das dies jetzt wieder der Fall ist, ist eine Bestätigung für die Arbeit – mehr aber nicht. Auch Fährmann kommentiert die Tabelle eher lakonisch. „Schön zu wissen“, sagte er in Freiburg zu Platz vier: „Aber es bedeutet nichts.“

Autor: Manfred Hendriock

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