22.10.2017

Kommentar

Pyro im Stadion? Schalke zeigt, wie es geht

Foto: Firo

Das Abbrennen von Pyrotechnik in Fußballstadion bleibt ein strittiges Thema. Wie das Problem gelöst werden könnte, hat Schalke 04 am Freitag gezeigt. Ein Kommentar.

Strafen wegen des Abbrennens von Pyrotechnik sind für Fußball-Vereine ein lästiges Übel. Gerade erst wurde der 1. FC Köln zu einer deftigen Geldbuße in Höhe von 30 000 Euro verdonnert, weil Anhänger im Euro League-Spiel gegen Roter Stern Belgrad kräftig gezündelt und zudem Gegenstände geschmissen hatten.

Beim FC Schalke 04 wurde am Freitagabend kurz nach Anpfiff des Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz 05 ebenfalls gezündelt. Schalker Ultras präsentierten eine beeindruckende Choreo zu Ehren des verstorbenen Fans Fabian. Dabei kam eine bengalische Fackel zum Einsatz, die nach Erlöschen - oder noch schlimmer während des Abbrennens - nicht wild in den Innenraum oder in einen nebenliegenden Block geschmissen, sondern gefahrlos entsorgt wurde. Die Aktion wurde vorher mit Klubführung und Sicherheits-Beauftragten abgesprochen.

Schalkes Finanzvorstand Peter Peters hatte sich vor wenigen Tagen erst dafür ausgesprochen, nach Lösungen zu suchen. Offenbar ist jetzt der erste Schritt, mit dem aktive Fans, normale Stadionbesucher und Vereins-Verantwortliche leben könnten, vollzogen worden.

Das kontrollierte Abbrennen von Pyrotechnik könnte für die Zukunft richtungsweisend sein. Ultras diverser Vereine plädieren schon seit Jahren für das Legalisieren von Pyrotechnik auf den Rängen, wobei oft außer Acht gelassen wird, wie gefährlich diese bengalischen Fackeln aufgrund der enormen Hitzeentwicklung von über 1000 Grad Celsius sind. Und: Was südländische Begeisterung entfachen soll, muss nicht jeder Zuschauer automatisch toll finden. Erst zu Beginn des Jahres verlor ein Dresden-Fan beim Feuerwerk-Abfackeln einen Finger. Ein Bremen-Fan musste im Februar in Mainz wegen eines Inhalationstraumas in die Notaufnahme. So, wie es Schalke jetzt vorgemacht hat, könnte bald auch das wichtige Thema Sicherheit und Gesundheit gewährleistet sein.

Autor: Thomas Tartemann

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