18.10.2017

WSV

Lizenz wird eingereicht - Drittliga-Traum rückt näher

Foto: Stefan Rittershaus

Beim Wuppertaler SV läuft es aktuell wie geschmiert. Der WSV steht auf Platz drei der Regionalliga West und liegt nur vier Punkte hinter Spitzenreiter Uerdingen.

Dabei haben die Wuppertaler gegenüber dem KFC sogar noch ein Spiel in der Hinterhand. Da kommt es nicht überraschend, dass die Verantwortlichen des WSV die Drittliga-Lizenz beantragen werden. Wir haben uns mit Lothar Stücker, dem Finanzvorstand des bergischen Traditionsklubs über die Drittliga-Pläne und die aktuelle Situation rund um den Wuppertaler SV unterhalten.

Lothar Stücker, ist es richtig, dass der WSV die Drittliga-Lizenz beantragen wird?
Ja, das werden wir machen. Im ersten Schritt haben wir bis zum 31. Oktober Zeit Unterlagen zu sammeln. Das werden wir tun.

Eine Beantragung der Drittliga-Lizenz soll einen fünfstelligen Betrag kosten. Kann sich der WSV das überhaupt leisten?
Ich kenne ungefähr die Kosten und weiß, dass wir uns das leisten können. Am Rande: Ich weiß nicht, wie die anderen Vereine bestückt sind und wie sie das machen. Das will ich auch nicht wissen. Bei uns ist das doch so, dass ich als Finanzvorstand Gesellschafter einer Steuerberatungsfirma bin. Das ist in dieser Sache sicherlich nicht von Nachteil.

Bedeutet der Antrag der Drittliga-Lizenz im Umkehrschluss auch eine Korrektur des Saisonziels?
Nein! Aber da verweise ich auch auf unseren Sportlichen Leiter Manuel Bölstler. Ich kann für meinen Teil nur sagen, dass wir besser als im Vorjahr abschneiden wollen. Aktuell stehen wir auf Platz drei und das ist sehr schön. Aber wir wissen doch auch, wie eng diese Liga ist. Wir werden nicht herumspinnen. Nochmal: Der Lizenzantrag hat nichts mit der Zielsetzung der laufenden Saison zu tun.

Aber Sie müssen doch aktuell unheimlich stolz sein, oder?
Das bin ich, definitiv. Der Antrag soll ja auch eine Art Zeichen an die Mannschaft, an das Umfeld sein. Sonst können wir den Laden sofort zu machen. Wir spielen im Rahmen unserer Möglichkeiten eine tolle Saison. Auch wenn uns das kaum jemand glaubt: Wenn wir die Tabelle nach dem Etat aufstellen würden, dann würden wir im unteren Drittel der Liga liegen. An dieser Stelle muss ich unserem Sportlichen Leiter Manuel Bölstler ein großes Kompliment aussprechen. Bei uns verdienen die Spieler wirklich nicht das große Geld. Bölstler schafft es aber immer wieder die richtigen Charaktere nach Wuppertal zu holen und Trainer Stefan Vollmerhausen formt diese dann zu einer Mannschaft. Diese sportliche Entwicklung ist schön zu beobachten.

Warum honorieren die Fans das nicht? Der WSV hat einen Zuschauerschnitt von 2200 Besuchern pro Partie - 3000 Fans pro Spiel waren angepeilt.
Ja, das ist richtig. Man muss diese Zahlen aber auch relativieren. So ein Heimspiel gegen Rot-Weiss Essen hievt den Schnitt sofort nach oben. Und dieses Spiel findet erst noch statt. Zudem haben wir jetzt drei Auswärtsspiele, dann gastiert der KFC Uerdingen im Stadion am Zoo. Falls wir vorher in den drei Spielen in Vorleistung treten, haben wir gegen Uerdingen ein sehr gut gefülltes Stadion. Wie sagt man so schön: abgerechnet wird am Schluss. So sehen wir das auch in Sachen Zuschauerschnitt.

Trotzdem: Man hat das Gefühl, dass der WSV nicht mehr als 2000, vielleicht 3000 Zuschauer im Schnitt begeistern kann. Warum?
Ich denke da etwas anders. Ja, der Wuppertaler Fußballfan besucht am liebsten die großen Spiele. Das hat man in der vergangenen Saison im Niederrheinpokal-Halbfinale gegen Rot-Weiss Essen gesehen. Aber: Wenn wir oben mitspielen, dann kommen auch mehr als die besagten 3000 Zuschauer. Das haben wir auch in unserer Aufstiegssaison gesehen. Klar, Spiele gegen Verl, Erndtebrück oder Wiedenbrück ziehen nicht die Massen an. Zudem haben wir in dieser Saison die Eintrittspreise erhöht. Jetzt liegen wir im Durchschnitt der Liga-Konkurrenz. Unser Caterer hat seine Preise um 25 Prozent erhöht. Darauf haben wir leider keinen Einfluss und wir verdienen daran auch nichts. Das sind noch alte Verträge. Der Fan muss das alles natürlich erst schlucken. Das sind dann schon einige Faktoren. Wettertechnisch muss bei einem Heimspiel auch alles passen. Bei uns sind eben nicht alle Tribünen überdacht. Ich sage immer zum Spaß: Hoffentlich fängt es erst ab der 3. Spielminute an zu regen, dann sind alle im Stadion. Aber so läuft das mit dem Wetter leider nicht.

Der Aufstieg ist eigentlich für 2020 geplant. In welcher Situation befindet sich der WSV aktuell?
Man muss ehrlich sein: Unsere sportliche Entwicklung ist aktuell weiter als unsere wirtschaftliche. Aber wir sind auf einem guten Weg auch die dicken Bretter in der Wuppertaler Wirtschaft zu durchbohren. Da hilft natürlich schon als Argument der aktuelle dritte Tabellenplatz. Ich kann an dieser Stelle nur betonen, dass der Wuppertaler SV auf einem guten Weg ist.

Autor: Krystian Wozniak

Kommentieren

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken