30.04.2017

WL 2

Herne patzt! Aufstiegsrennen ist wieder spannend

Foto: Arthur Makiela

Im Spitzenspiel der Westfalenliga 2 siegte der Holzwickeder SC gegen Westfalia Herne mit 3:1. Beide trennen nur noch ein Zähler.

Nach dem Abpfiff gab es keine zwei Meinungen. Der Tabellenzweite aus Holzwickede bezwang den Tabellenführer vor 700 Zuschauern im Montanhydraulik Stadion verdientermaßen. Vor allem in der ersten Halbzeit kam Herne überhaupt nicht ins Spiel. „Wir haben alles vermissen lassen, was Herrenfußball ausmacht. In den Zweikämpfen haben wir wie Hasenfüße reagiert“, haderte SCW-Coach Christian Knappmann. „Wir haben das Spitzenspiel in der ersten Hälfte verloren“.

Trotz Einbahnstraßenfußballs in der zweiten Hälfte traf Herne nur durch Marko Onucka, der einen zweifelhaften Elfmeter verwandelte (63.). Dementsprechend fiel Knappmanns Fazit aus: „Holzwickede hat uns zwar nicht fußballerisch, aber von der Mentalität her in den Boden gespielt.“ Zugleich zeigte sich der Westfalia-Trainer selbstkritisch: „Die Niederlage geht auf meine Kappe. Ich habe die falschen Leute für die Startelf ausgewählt. Dies wird intern geklärt.“

„Kleines Märchen“

Durch den Sieg ist der Verfolger nun dran. „Wir konnten die individuelle Qualität des Gegners eindämmen und haben in den richtigen Momenten getroffen“, analysierte HSC-Coach Axel Schmeing den wichtigen Erfolg, ohne komplett in Euphorie zu verfallen. „In der Winterpause hätte dies keiner von uns gedacht. Es ist ein kleines Märchen. Ein möglicher Aufstieg war kein Ziel und kein Teil unserer Planungen“.

Holzwickedes Kapitän Dennis Schultze-Adler (10.) und die beiden Sonntagsschüsse von Marcel Duwe (39.) und Sitki Üstün (46.) ebneten den Weg zum Sieg. Dennoch musste Schmeing eingestehen: „Wir haben nun Lunte gerochen und müssen weiter dran bleiben. Wir müssen unsere Hausaufgaben machen und auf Ausrutscher der Herner hoffen." Seine Mannschaft solle sich nun aber keinen Kopf machen. „Der Druck ist nun definitiv bei Herne“, betonte Schmeing.

Knappmann nicht anwesend

Am Ende der ersten Halbzeit und gegen Spielende fiel dem Beobachter eine Sache sofort auf. Hernes Knappmann saß ganz still auf der Trainerbank und war sichtlich in Gedanken versunken. „So habe ich ihn auch noch nicht erlebt. Dies entspricht nicht seinem Naturell“, wunderte sich der Trainerkollege vom HSC. „Viele hacken auf ihm, einem sehr jungen Trainer, rum. Dabei ist er eine echte Type und eine Bereicherung für die Liga“.

Kurz nach dem Abpfiff war Knappmann aber wieder der Alte und brachte die Situation nach der Niederlage auf den Punkt: „Wir sind immer noch Erster und müssen nun unsere Hausaufgaben machen. Ende, aus, Micky Maus“.

Autor: Arthur Makiela

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