27.03.2017

BVB

Schürrle setzt einen Seitenhieb gegen Trainer Tuchel

Foto: firo

Seine Erinnerung an einen besonderen Abend sicherte sich André Schürrle nur Sekunden nach dem Abpfiff.

Der deutsche Doppeltorschütze tauschte sein Trikot lachend mit seinem aserbaidschanischen Gegenspieler, danach warf er sich eine DFB-Jacke über und schlenderte stolz zu den ersten Fernseh-Interviews. "Der Weg nach Russland ist geebnet", sagte er.

Das war auch Schürrles Verdienst. Beim 4:1 (3:1) in Baku hatte der Überraschungsgast in der deutschen Startelf die Weltmeister mit einer bärenstarken Leistung in Griffweite des erneuten WM-Tickets geführt. Erstes Länderspiel von Beginn an seit eineinhalb Jahren, erste Tore seit Juni 2015 - der Dortmunder hatte allen Grund zur Freude. "Ich fühle mich hier pudelwohl, der Trainer schenkt mir auch öffentlich das Vertrauen. Das kann ich ihm mit Leistung zurückzahlen", sagte er. Es war auch ein deutlicher Verweis auf Borussia Dortmund und Thomas Tuchel, bei dem der Weltmeister eine Nebenrolle besetzt: "Wenn man wenig spielt, fehlt etwas das Vertrauen..."

Mats Hummels beklagt Arroganz

Selbstverständlich ahnt auch Bundestrainer Joachim Löw, dass dem Titelverteidiger der WM-Startplatz für 2018 angesichts einer makellosen Bilanz von fünf Siegen aus fünf Spielen bereits zur Halbzeit der Qualifikation kaum noch zu nehmen ist. Zufrieden war er aufgrund einiger Nachlässigkeiten aber "nur bedingt": "Es ist nicht alles Gold, was glänzt", sagte er bei RTL. Mats Hummels klagte: "Wir haben etwas arrogant gespielt und Aserbaidschan dadurch zwei Klassen besser aussehen lassen." Auch Schürrle sprach die anfänglichen Schwächen im deutschen Defensivspiel an. "Wir waren in den Zweikämpfen zu locker", betonte er, "aber in den entscheidenden Momenten waren wir da und haben den Sack zugemacht." DFB-Präsident Reinhard Grindel lobte diese Konsequenz: "So kam keine Unsicherheit auf."

Schürrle traf für die zu Beginn unerklärlich fahrige deutsche Mannschaft zum 1:0 (19.) und zum 4:1 (81.), zudem bereitete er das 2:1 (36.) durch Thomas Müller vor. Das 3:1 erzielte Mario Gomez (45.).Das Wackeln der Defensive wurde zur ärgerlichen Randnotiz. Mit seinem Tor zum zwischenzeitlichen 1:1 (31.) hatte Dmitri Nasarow von Erzgebirge Aue die deutsche Rekordserie nach exakt 678 Minuten ohne Gegentor gestoppt. (

Autor: sid

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