09.11.2015

Was war da los?

Massenschlägerei und Jagdszenen in Meiderich

Foto: firo

Kurz vor dem Ende musste am Sonntag die Partie zwischen der jeweils zweiten Mannschaft der Spielvereinigung Meiderich und dem FSV Duisburg abgebrochen werden.

In der Kreisliga B2 Duisburg-Mülheim-Dinslaken kam es am Sonntag im Spiel Spvgg Meiderich II gegen den FSV Duisburg II zu einem Spielabbruch. Warum es der Unparteiische Ferruh Fidan für unerlässlich hielt die Partie abzubrechen, obwohl eigentlich nur noch wenige Minuten zu spielen gewesen wären, versuchte RevierSport herauszufinden und bat zu diesem Zweck beide Vereine um eine Stellungnahme. Wie RS von einem anonymen Zeugen erfuhr, kam es zu einer Massenschlägerei und Jagdszenen auf dem Feld.

Was war da los?

Harald Schüffeln (Trainer der 2. Mannschaft der Spvgg Meiderich):
"Das ist folgendermaßen abgelaufen: In der 88. Minute - bei einer 4:0 Führung unseres Teams - kam es zu einem groben Foulspiel eines Spielers des FSV Duisburg an einen unserer Spieler. Woraufhin einer unserer Auswechselspieler das Foul, das sich unmittelbar vor seinen Augen zugetragen hatte, mit den den Worten "Jetzt ist aber gut hier" kommentierte. Diese Gelegenheit nutzte ein türkischer Spieler des FSV für einen Eklat. Dieser unterstellte unserem Spieler, er habe sich zu der rassistischen Bemerkung "Scheiss Türken" hinreißen lassen und sorgte mit dieser Anschuldigung dafür, dass sich im unmittelbaren Anschluss mehrere Spieler des FSV vor unserem Auswechselspieler aufbauten.

Dies empfand wiederum ein Zuschauer als Provokation, der den Versuch unternahm die Situation mit folgenden Worten - im Originalton - zu bereinigen: "Jetzt dreh dem Jungen das Wort doch nicht im Mund um - er hat nicht scheiß Türken gesagt." Diese Form der Richtigstellung nahm der FSV-Spieler nun allerdings zum willkommenen Anlass, um die Situation vollends aus dem Ruder laufen zu lassen. Er spuckte dem Zuschauer schlichtweg ins Gesicht. Das konnte der Bespuckte verständlicherweise nicht einfach so hinnehmen und schubste den FSVler. Das löste einen Tumult aus. Die Spieler des FSV Duisburg bestürmten den Zuschauer und schlugen auf ihn ein, bis derselbe schließlich in panischer Angst die Flucht ergriff und die Platzanlage verließ.

Damit aber nicht genug, wollten die Spieler des FSV sich auch weiterhin nicht beruhigen und nahmen nun unsere Spieler ins Visier, auf die sie schließlich ebenfalls einschlugen, was dann letzten Endes zum Spielabbruch führte. Das ganze Geschehen ist kein Einzelfall und hat durchaus Methode. Türkisch geführte Mannschaften provozieren bei einem Rückstand Ereignisse, die schließlich in einen Spielabbruch münden. Wir sind keine Rassisten. Wir haben selber Marokkaner und Türken in unseren Teams und wollen auch nicht, dass wir aufgrund solcher Dinge als Rassisten hingestellt werden. Trotzdem sollte es erlaubt sein, die gezielte Manipulation von Spielausgängen auch als solche zu bezeichnen."

Mustafa Zeycan (Vorstand FSV Duisburg):
"Ich war selber nicht vor Ort. Von unserem Trainer Örsen Yilmaz und einigen seiner Spieler habe ich gehört, dass ein Zuschauer der gegnerischen Mannschaft einen unserer Spieler attackiert haben soll. Wir wollen den Sachverhalt so schnell wie möglich klären, warten zu diesem Zweck aber erst einmal auf den Spielbericht des Schiedsrichters."

Autor: Christian Lock

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