FVN

Auf Strafen soll verzichtet werden

14. August 2014, 17:07 Uhr

In Bayern kocht die Amateurseele, weil der Bayerische Fußball-Verband (BFV) von der Ober- bis zur Bezirksliga einen Tickerzwang für die Vereine eingeführt hat.

Jeder Klub ist angehalten, auf der Homepage des BFV bei jedem Heimspiel jedes Tor und alle weiteren Vorkommnisse sofort zu posten. Geschieht das nicht, wird der Verein zur Kasse gebeten.

Aber auch in den 21 anderen Fußballverbänden Deutschlands wird darüber heiß diskutiert. Warum die Verbände ihr Tickerangebot plötzlich so dominant ausbauen wollen, ist klar: Der DFB will die „Berichterstattung“ in den eigenen Händen wissen und die User für sich vereinnahmen. Deshalb wurde auch das Amateurportal fussball.de gerade erst einem aufwendigen Relaunch unterzogen.

Um die eigene Homepage im Kampf um Klicks zu stärken, hat der BFV seinen Vereinen deshalb „vorgeschlagen“, für den Ticker extra einen Medienbeauftragten zu installieren. Kann aus irgendwelchen Gründen doch nicht getickert werden, schickt der Verband einen Mitarbeiter raus, der die Aufgabe übernimmt. Die Kosten für den Mitarbeiter belaufen sich auf 30 Euro, die dann der Klub tragen soll. Während einer Saison mit 17 Heimspielen würden also 510 Euro Strafe fällig. Kein Wunder, dass sich die bajuwarische Basis zur Wehr setzt und die Amateure bundesweit Angst vor der Tickerpflicht haben.

„Das Produkt überzeugt – dann braucht es auch keine Strafen“

Diese sei am Niederrhein laut Peter Hambüchen allerdings vollkommen unbegründet. Zwar haben am ersten Spieltag der neuen Oberliga-Saison mit den Aufsteigern aus Krefeld-Fischeln und Nievenheim sowie dem ETB Schwarz-Weiß und SV Hö.-Nie. lediglich vier Vereine getickert, dennoch ist der Pressesprecher des Fußballverbands Niederrrhein (FVN) davon überzeugt, ohne Strafen auskommen zu können.

„Wir sind vom Produkt fussball.de absolut überzeugt und sind uns sicher, dass auch der Liveticker zum Selbstläufer wird, haben die Vereine dieses Angebot erst für sich entdeckt. fussball.de ist eine Plattform zur Stärkung des Amateurfußballs und alle durch dieses Angebot erzielten Gewinne fließen zurück in den Amateurfußball. Daher unterstützen wir die Seite mit allen Mitteln und hoffen, dass die Vereine es für sich entdecken – auf einer freiwilligen Basis. Das Produkt überzeugt – dann braucht es auch keine Strafen.“

Ähnlich äußert sich auch der Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW), der Strafzahlungen ebenfalls für überflüssig hält. Weil zu Beginn aber auch der BFV nur von einer Aufforderung gesprochen hatte, diese jetzt aber zum Zwang macht, bleibt für den Fußballwesten nach dem Theater rund um die Einführung der gescheiterten NRW-Liga nur zu hoffen, dass das Zusammenspiel zwischen Verbänden und Vereinen dieses Mal gelingt.

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