Hö.-Nie.: Offener Brief

"... dann 'gute Nacht' Amateurfußball!"

RS
30. Juli 2013, 18:06 Uhr

Nach dem Ausfall der Partie gegen Ratingen soll auch das zweite Auswärtsspiel des Wuppertaler SV Sicherheitsbedenken zum Opfer fallen. Doch die Gastgeber wehren sich.

In einem Brief an den Verband kritisiert der SV Hönnepel-Niedermörmter die Absage und auch den Vorschlag, in ein anderes Stadion umzuziehen. Ein solcher Umzug sei in der Kürze der Zeit "organisatorisch absolut nicht möglich", erklärte die Vereinsführung und sprach sich für einen Tausch des Heimrechts aus.

Außerdem habe der Verein in der Vergangenheit schon mehrfach die hohe Kostenlast eines Heimspiels in der Fremde tragen müssen. In der Saison 2010 / 2011 traf es die Begegnung mit dem KFC Uerdingen, die letztlich in Kleve ausgetragen wurde, und in der letzten Saison musste das Pokalspiel gegen Rot-Weiss Essen sowie erneut das Meisterschaftsspiel gegen den KFC Uerdingen örtlich verlegt werden. Die Kosten beliefen sich für den Klub aus Kalkar dabei auf ca. 10.000 Euro, wie Vereinsvertreter erklärten: "Wenn das zur Regel wird, dann 'gute Nacht' Amateurfussball!"

"Die ZIS kennt sicher nicht alle Sportanlagen der Oberliga"

Doch der Oberligist reagierte auf die gestiegenen Ansprüche der Polizei beim Thema Sicherheit: "In Absprache mit der Polizei wurde im Zuge diverser Umbauarbeiten ein Sicherheitskäfig für ca. 150 bis 200 Personen fertiggestellt. Abgenommen wurde dieser 'Käfig' von der hiesigen Polizei und für absolut tauglich befunden." Dieses kostspielige Séparée trug den Vorkommnissen beim Pokalspiel gegen Speldorf Rechnung. Damals, im April 2012, hatten Speldorfer Fans Bengalos gezündet, auf dem Platz randaliert und die Sicherheitskräfte angegriffen.

Die Vereinsführung gab jedoch auch zu bedenken, dass der von ihnen angeregte Heimrecht-Tausch keine dauerhafte Lösung für den Umgang mit Auswärtsspielen des Wuppertaler SV sein könne. "Wir glauben, dass man schnellstens einen runden Tisch bilden sollte, an dem sich auch die ZIS (Zentrale Informationsstelle Sportseinsätze, d. Red.) beteiligen sollte. Die ZIS kennt aus unserer Sicht sicherlich nicht alle Sportanlagen in der Oberliga. Denn wenn das so wäre, würden in der Oberliga höchstens fünf Auswärtsspiele des Wuppertaler SV stattfinden. Und genau hier fängt unser Problem an.

Zum Wuppertaler SV hat der SV Hö.-Nie. bereits Kontakt aufgenommen. Dort soll der Vorschlag in den kommenden Tagen intern erörtert werden. Die Vereinsführung schließt mit den Worten: "Sicherlich ist das nicht die beste Lösung, jedoch gewinnt der Verband hier etwas Zeit, um gravierende Entscheidungen zu treffen."

Autor: RS

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