Nach Klassenerhalt

Wird Bonns Zschiesche jetzt belohnt?

Niclas Scheidt
18. Mai 2019, 19:42 Uhr

Foto: Stefan Rittershaus

Bei Amtsantritt im Januar stand Markus Zschiesche beim Bonner SC vor einem mittelgroßen Trümmerhaufen. Nach der Hinrunde hatten die Bonner gerade einmal 16 Punkte aus 17 Spielen auf dem Konto und standen auf einem Abstiegsplatz.

Eine ganz neue Situation für Zschiesche. Der führte in der letzten Saison noch den Berliner AK in der Regionalliga Nordost bis auf Platz drei hinter Wacker Nordhausen und Energie Cottbus. Also eine wahre Mammut-Aufgabe für den gebürtigen Berliner. Aber er nahm die Herausforderung an. Und er hatte unter dem Strich Erfolg. Natürlich gab sich der Bonn-Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Kaan-Marienborn geknickt. Schließlich hatten sie ihr letztes Spiel in der Rückrunde 2:3 verloren und musste auf Schützenhilfe von Wattenscheid hoffen. 


Am Ende steht aber doch der Klassenerhalt für den Bonner SC und Zschiesche. Dementsprechend groß war die Erleichterung nach dem Spiel gegen Kaan-Marienborn. Verantwortliche des BSC fielen Trainer Zschiesche reihenweise um den Hals. Er selber sah mehr erschöpft als erleichtert aus. „Insgesamt weiß ich ja, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben, darauf bin ich auch stolz und freue mich darüber. Das große Ziel ist erreicht!“

Eine Aussage des Trainers ließ viele Pressevertreter aufhorchen: „Jetzt müssen wir erstmal ein bisschen durchatmen, einen kühlen Kopf bewahren und dann geht es bestimmt irgendwie weiter.“ Die Zukunft des 35-jährigen ist nämlich noch ungewiss. Kam er nur als Feuerwehrmann oder entsteht aus dem Engagement etwas Langfristiges?
Zschiesche hatte den Kopf nach dem Spiel gegen Kaan-Marienborn noch zu voll, um über seinen Verbleib Auskunft zu geben: „Eine Stunde nach dem Spiel ist es schwierig (…) wir haben schon gesprochen, aber man muss noch ein bisschen Geduld haben.“ 

Pressesprecher Stefan Krämer fügte noch hinzu: „Unser Sportdirektor Thomas Schmitz ist schon dabei die neue Saison zu planen und wird in den nächsten Tagen auch nicht untätig sein. Sobald der Verein etwas zu verkünden hat, wird er das tun.“

Markus Zschiesches Portfolio ist wie gesagt sehr ordentlich. Ein dritter Platz mit dem BAK in der Saison 17/18 und das Erreichen des als Ziel erklärten Klassenerhalts mit dem Bonner SC. Dazu kommt ein mit 35 Jahren noch sehr junger Trainer mit viel Elan und Motivation. Vielleicht ist Zschiesche genau der Richtige, um den Bonner SC wieder in die richtige Bahn zu bekommen. Seit sie vor drei Jahren aus der Mittelrheinliga in die Regionalliga aufgestiegen sind, geht es für die Bonner jedes Jahr weiter nach unten in der Tabelle. Diesen Trend gilt es aufzuhalten. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob der BSC dieses Vorhaben mit oder ohne Markus Zschiesche bewältigen will. 

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