BVB-Einzelkritik

Eine Mischung aus Pech und Versagen

Martin Herms
09. Dezember 2014, 23:53 Uhr

Ein mageres 1:1-Remis vor eigenem Publikum gegen den RSC Anderlecht hat dem BVB in der Champions League zum Gruppensieg gereicht.

Gegen über weite Strecken harmlose Belgier enttäuschten die Dortmunder vor allem im Abschluss. Allen voran der ansonsten starke [person=12383]Henrikh Mkhitaryan[/person] ließ zahlreiche Gelegenheiten liegen.

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Die Noten der Dortunder in der Übersicht:

Mitchell Langerak (3): Erwischte einen perfekten Start ins Spiel, als er alleine gegen Mitrovic die Oberhand behielt (11.). Hatte in der Folge so gut wie nichts zu tun. Beim Gegentor machtlos.

Erik Durm (3): Offensiv deutlich präsenter und aktiver als Schmelzer auf der anderen Seite, auch wenn seinen Aktionen häufig die letzte Entschlossenheit fehlte. Machte hinten sowohl die rechte als auch nach Schmelzers Auswechslung die linke Bahn zu.

Neven Subotic (4): Sorgte mit einem dicken Stellungsfehler dafür, dass Mitrovic alleine auf den Dortmunder Kasten stürmen konnte (11.). Strahlte auch anschließend nicht die Souveränität aus, die sich die Dortmunder von ihm erhoffen.

Matthias Ginter (3): Der junge Abwehrspieler machte eines seiner besseren Spiele. Behielt in den meisten Zweikämpfen die Oberhand und leistete sich im Aufbauspiel kaum Fehler.

Marcel Schmelzer (3-): Hatte einen schweren Stand gegen den pfeilschnellen Conté. Ließ gegen diesen auf seiner Seite allerdings kaum etwas zu. Im Offensivspiel konnte er keine Akzente setzen und blieb weitestgehend unauffällig.

Ilkay Gündogan (3+): Es wird von Woche zu Woche besser. Zog im Mittelfeld von Beginn an die Fäden und hatte mit Abstand die meisten Ballkontakte. Ganz stark sein Zuspiel auf Mkhitaryan (31.). Ging nach 65 Minuten vom Platz, da ihn die Kräfte verließen. Alles gelang ihm freilich nicht, doch die letzten Auftritte machen definitiv Hoffnung.

Nuri Sahin (4-): Durfte nach seiner langen Leidenszeit erstmals wieder von Beginn an ran. Hatte dementsprechend einige Startschwierigkeiten und im ersten Durchgang kaum Bindung zum Spiel. Zeigte dann seine ganze Klasse, als er Immobiles Treffer mustergültig vorbereitete (58.). Vor dem Ausgleich ließ er sich zu einfach abkochen (83.).

Henrikh Mkhitaryan (3-): Ein vor allem nach der Pause ordentlicher Auftritt des Armeniers, doch wie so häufig waren seine Abschlüsse eine Mischung aus Pech und Versagen. Ließ die Hintermannschaft der Belgier mit einem überragenden Lauf über den ganzen Platz alt aussehen, nur eine tolle Parade von Proto verhinderte sein Traumtor (31.). Fand kurz nach der Pause erneut im Keeper der Belgier seinen Meister (49.). Sein Abschluss frei vor Porto war kläglich (80.). Zwei Minuten später mit einem bärenstarken Solo, das wiederum nur Proto stoppen konnte.

Shinji Kagawa (5): Leitete mit einem tollen Pass auf Immobile die erste Großchance ein (4.). Es blieb seine einzige gute Szene des Spiels. Der Japaner ist und bleibt eine einzige Enttäuschung. Böser Fehlpass in der Vorwärtsbewegung, der ohne Folgen blieb (33.). Agierte kurz nach dem Führungstor zu eigensinnig und übersah den freistehenden Mkhitaryan (60.).

Kevin Grosskreutz (5): Über weite Strecken defensiv mit einem soliden Spiel. Nach vorne war vom Nationalspieler überhaupt nichts zu sehen. Verlor dann vor dem Ausgleich das Kopfballduell gegen Mitrovic (84.).

Ciro Immobile (3-): Vergab nach vier Minuten die erste gute Möglichkeit, als er mit seinem Schuss aus der Drehung an Proto scheiterte. Prüfte diesen nach rund einer halben Stunde erneut. Brach nach knapp einer Stunde mit seinem überlegten Abschluss und dem Führungstor den Bann. Erarbeitete sich in der Folge zwei weitere gute Möglichkeiten (70., 71.). Insgesamt ein verbesserter Auftritt, obwohl er phasenweise sehr unglücklich agierte.

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