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Schalke: Kommentar
Geschäftsmann gegen Familie

Kommentar: Von Tomasz "Gianni" Hajto

Tomasz Hajto war schon als Fußballer dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund genommen hat. Bei RS kommentiert der populäre "Gianni" die Lage auf Schalke.

Ich freue mich für die Schalke-Fans, dass die Spieler nach den miserablen Vorstellungen in der Bundesliga und zuletzt in der Champions League in Israel den Anhängern endlich wieder einen Grund zum Feiern geben konnten. Doch hier will ich unterstreichen, dass ich mich wirklich nur für die geilen Zuschauer freue, denn Felix Magath gönnen ich diesen Erfolg nicht. Ich bin immer noch der Meinung, dass er der falsche Mann am falschen Ort ist. Magath und der FC Schalke 04, das passt einfach nicht zusammen.


Schalke war immer ein großer Klub für die ganze Familie, ein Verein zum Anfassen. Mit dem Kommen von Magath ist aus dem einstigen Kult-Klub ein Wirtschaftsunternehmen geworden beziehungsweise mit der Zeit wird der Verein zu solch einem. Doch ich will nicht nur auf den „Chef von Gelsenkirchen“ draufnageln, sondern ein paar Worte zur Mannschaft finden. Man muss doch ehrlich sein: Der Sieg gegen den FC St. Pauli ist ja schön, doch das sollte und darf kein Maßstab für S04 sein. Und wenn ich mir die 90 Minuten anschaue, dann wäre Schalke auch in arge Not geraten, wenn die Hamburger, die nur gegen den Abstieg spielen werden, ihre Konterchancen besser ausgenutzt hätten. Schalke hat jetzt neun Zähler Rückstand auf die internationalen Plätze, das ist nicht viel.

Wir haben in der Saison 2001/2002 auch einen Katastrophen-Start hingelegt und in der Rückrunde zwölf Partien in Folge gewonnen. Jeder Spieler muss verinnerlichen, dass mit großem Willen alles geht. Stellt sich mir nur die Frage, ob solch eine Aufholjagd auch mit Magath möglich ist. Er hat zwar in Wolfsburg ähnliche Serien hingelegt, doch wie schon erwähnt: Schalke und Magath, da habe ich so meine Bedenken. Ich wünsche den Schalkern von Herzen noch einen guten Saisonverlauf, denn wenn schon Magath keine Feste mit der S04-Familie feiern will, dann sollen die Schalker wenigstens unter sich die Siege rund um Gelsenkirchen bejubeln.


Mit großer Freude blicke ich dagegen in Richtung Duisburg. Es ist einfach geil zu sehen, wie der MSV zurzeit spielt. Ein junge, willige Mannschaft, ein tolles Stadion und die Ergebnisse stimmen. Der MSV wird den Aufstieg packen, doch in der 1. Liga wird es dann eng. Das sieht man jetzt in Kaiserslautern. Ich träume davon, dass ich den MSV irgendwann in einer Position unterstützen kann. Ich habe viele gute Ideen, wie man in Duisburg dauerhaft guten Erstliga-Fußball sehen könnte. Der MSV ist etwas ganz besonderes für mich. Hier habe ich die Chance bekommen mich in Deutschland zu zeigen. Ohne den MSV hätte ich niemals die Erfolge auf Schalke feiern können. Ich hoffe, dass im Mai 2011 sowohl in Gelsenkirchen, als auch in Duisburg die Fans mit dem Geleisteten ihres Teams sehr zufrieden sein werden.

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