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4:2 gegen Frankreich
Frauen furios - aber noch Luft nach oben

Frauen-WM: DFB-Frauen furios, aber noch Luft nach oben

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat sich durch ein 4:2 (2:0)-Sieg gegen Frankreich den Gruppensieg gesichert und trifft nun im Viertelfinale auf Japan.

Es glich einer Befreiung: Freistoß Babett Peter aus dem Halbfeld, Kopfball gegen die Laufrichtung der französischen Torhüterin Berangere Sapowicz, Tor für Deutschland. Vielleicht wird es dieses 1:0 aus der 25. Minute sein, das hinterher als Wendepunkt im Spiel der deutschen Frauen bei dieser Weltmeisterschaft eingehen wird. In jedem Fall war es für das abschließende Gruppenspiel gegen Frankreich der Moment, ab dem die DFB-Elf das machte, was man aus der Vergangenheit gewohnt ist: dominieren.

Doch warum funktionierte auf einmal das, was in den beiden vorangegangenen Partien gegen Kanada und Nigeria überhaupt nicht klappte? Sicher auch, weil Trainerin Silvia Neid vor dem Spiel die, menschlich sicherlich schwierige, aber sportlich absolut notwendige Entscheidung traf, auf Rekordnationalspielerin Birgit Prinz zu verzichten und Inka Grings den Vortritt zu lassen. Außerdem spielten Lena Goeßling für die von einer Gelbsperre bedrohte Kim Kulig, Bianca Schmidt für Linda Bresonik (Magen-Darm-Reizung) und Lira Bajramaj für die angeschlagene Melanie Behringer.

Deutschland: Angerer – Schmidt, Krahn (78. Popp), Bartusiak, Peter – Laudehr (46. Hingst), Goeßling – Garefrekes, Okoyino da Mbabi, Bajramaj – Grings. Frankreich: Sapowicz – Lepailleur, Georges, Renard, Boulleau – Soubeyrand, Bussaglia – Le Sommer (67. Deville), Necib (46. Abily), Thiney – Thomis (46. Delie). Schiedsrichterin: Kirsi Heikkinen (Finnland). Tore: 1:0 Garefrekes (24.), 2:0 Grings (32.), 2:1 Delie (56.), 3:1 Grings (68, FE), 3:2 Georges (72.), 4:2 Okoyino da Mbabi (89.). Zuschauer: 45.867 Rote Karte: Sapowicz (65. Notbremse). Gelbe Karten: Goeßling, Bajramaj – Bussaglia, Georges, Renard.

Zu Beginn, das sei nicht verhehlt, lief jedoch erneut wenig zusammen. Lange Bälle, Stockfehler und Fehlpässe dominierten das Bild – und das nicht nur bei der deutschen Mannschaft. Auch die Französinnen, nach dem sehr starken Auftritt gegen Kanada in die Riege der Titelanwärter aufgerückt, präsentierten sich ideenlos.

Nach gut zwölf Minuten fassten die deutschen Frauen aber Fuß und nährten sich zaghaft dem gegnerischen Tor an. Den ersten Versuchen von Bajramaj (11. und 15.) und Garefrekes, die plötzlich frei vor dem Tor auftauchte, dabei aber auch im Abseits stand (13.), fehlte noch die letzte Entschlossenheit. Da half es wenig, dass Célia Okoyino da Mbabi erneut vor Spielfreude nur so strotzte und viele Angriffe initiierte.

Als die Partie anschließend wieder zähflüssiger wurde, schlug Kerstin Garefrekes, die von Prinz die Kapitänsbinde übernommen hatte, zu. Wie schon im Eröffnungsspiel servierte Babett Peter den Ball mustergültig und die Frankfurterin köpfte ein (25.).

Sieben Minuten später rechtfertigte sich spätestens der Einsatz von Inka Grings. Nach präziser Flanke ihrer Duisburger Teamkameradin Simone Laudehr drückte sie das Leder aus kurzer Distanz per Kopf über die Linie (32.) – der Druck schien endgültig von den Schultern zu fallen. Vor der Pause hätte Bajramaj fast noch auf 3:0 erhöht, bekam bei ihrem Kopfstoß aber keinen Druck hinter den Ball (38.).

In der Halbzeit leistete sich Neid dann den Luxus Simone Laudehr, die im Falle einer Gelben Karte im Viertelfinale gesperrt gewesen wäre, durch Ariane Hingst zu ersetzen, die zu ihrem ersten Einsatz bei dieser WM kam. Das DFB-Team bestimmt weiter das Geschehen, den Treffer machten allerdings die Französinnen. Nach einer Ecke stand die eingewechselte Marie-Laure Delie am Fünfmeterraum völlig frei und verkürzte mühelos (56.).

In der Folge verpasste es die deutsche Auswahl zunächst, den dritten Treffer nachzulegen. Grings scheiterte mit einem wuchtigen Freistoß (60.) und Bajramaj agierte zu eigensinnig, als sie bei einer Konterchance zu früh den Abschluss suchte (62.). Doch dann überschlugen sich die Ereignisse. Nach tollem Zuspiel von Grings legte Bajramaj den Ball an Sapowicz vorbei, die sich nur mit einem Foul zu helfen musste. Die Konsequenz: Rote Karte für die französische Torfrau und Elfmeter für Deutschland. Grings ließ sich diese Chance nicht nehmen und erzielte souverän das 3:1 (68.).

Frankreich steckte den Kopf aber nicht in den Sand und verkürzte noch einmal. Nach einem ruhenden Ball stimmte die Zuordnung in der deutschen Hintermannschaft erneut nicht und Verteidigerin Laura Georges durfte unbedrängt einköpfen (72.). Nur eine Minute später drohte gar der Ausgleich, doch die sehr agile Delie verzog (73.).

Zumindest die deutsche Offensive ließ sich dadurch nicht beirren und hätte das Ergebnis noch hochschrauben können. Erst hatte Grings bei einem Freistoß Pech (75.), dann wurde ein Schuss von Bajramaj auf der Linie geklärt und der anschließende Nachschuss klatschte an die Latte (77.). Den Schlusspunkte setzte schließlich Okoyino da Mbabi, die sich mit ihrem zweiten WM-Tor für ihre sehr gute Leistung belohnte (89.). Die Zuschauer feierten die DFB-Frauen anschließend mit "Oh, wie ist das schön".

Auch wenn die deutsche Nationalmannschaft im zweiten Durchgang einige Schwächephasen hatte, war eine Leistungssteigerung, besonders in spielerischer Hinsicht, im Vergleich zu den ersten beiden Begegnungen deutlich zu erkennen. Nichtsdestotrotz müssen die unübersehbaren Schwächen bei Standardsituationen bis zum Viertelfinale dringend behoben werden und auch im Spielaufbau gibt es Steigerungspotenzial.

Weiter geht es für die DFB-Auswahl nun am Samstagabend (20.45 Uhr) in Wolfsburg gegen Japan. Die Asiatinnen verloren ihr letztes Gruppenspiel gegen England mit 0:2 und belegen Platz zwei in Gruppe B.

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