Startseite » Fußball » 1. Bundesliga

BVB: Hummels nährt Hoffnung auf endgültige Lösung
„Hat alles seine Vorteile“

BVB: Hummels nährt Hoffnung auf endgültige Lösung

Als Mats Hummels in der Winterpause beim BVB aus dem Hut gezaubert wurde, schlugen dem 19-Jährigen nicht gerade Wellen der Begeisterung entgegen.

Groß war die Skepsis, warum sich ein Verein wie Borussia Dortmund auf dem Weg nach oben ausgerechnet in der zweiten Mannschaft des deutschen Rekordmeisters Bayern München bedient, zumal der Youngster nicht einmal gekauft, sondern nur für 18 Monate ausgeliehen wurde – ohne Option auf eine Verpflichtung. Man lasse sich dadurch zum Ausbildungsverein degradieren, hieß es. Eine Bezeichnung, die den Ansprüchen beim ehemaligen Champions League-Sieger nicht gerecht werden würde. Vergessen wurde bei diesen Vorwürfen, dass es in der Vergangenheit auch positive Beispiele für solch ein Leihgeschäft gegeben hat.

Mit Philipp Lahm verfuhr der FCB ähnlich, als man sah, dass er an der Isar mittelfristig keinen Platz zur Entfaltung finden würde. Man schickte ihn nach Stuttgart, wo er beim VfB nicht zur Bundesliga-, sondern sogar Länderspielluft schnuppern durfte. Beide Clubs profitierten. Die Bayern, weil sie einen gestandenen Nationalspieler zum Nulltarif bekamen, als sein Vertrag in Stuttgart endete. Die Schwaben, weil sie, auch dank der starken Leistungen von Lahm, in der Liga einen gewaltigen Satz nach vorne machten. Ähnliches dürfte auch BVB-Sportdirektor Michael Zorc durch den Kopf gegangen sein, als er sich auf das Geschäft mit den Münchenern einließ.

Nicht zu Unrecht, wie Hummels Debüt in der Innenverteidigung gegen den KSC eindrucksvoll zeigte. Der Jüngste in der Dortmunder Hintermannschaft harmonierte prächtig mit Christian Wörns und nährte damit die Hoffnungen seines Trainer Thomas Doll, endlich ein passendes Duo für die restlichen Partien gefunden zu haben.

„Ich war schon recht zufrieden mit mir, aber ich hätte da eher Markus Miller favorisiert“, antwortete der gebürtige Bergisch Gladbacher, als er von einem Journalisten nach dem Match darüber informiert wurde, zum Akteur des Spiels gewählt worden zu sein, unwissend, dass in diese Wahl nur Dortmunder einbezogen werden. Allüren scheinen dem viermaligen U21-Nationalspieler fremd zu sein, und so war er auch weit davon entfernt, Ansprüche auf einen Stammplatz zu stellen, sondern urteilte selbstkritisch: „Ich habe noch reichlich Luft nach oben.“

Ein Spruch, den man in dieser Saison zwar häufiger aus den Mündern der Borussen hört, der angesichts von Hummels Leistung allerdings fast wie eine Drohung an die verdrängten Kollegen Martin Amedick und Robert Kovac klang. Denn zeigt der auch auf den Außen oder im Mittelfeld einsetzbare Lieblingsschüler von Bayern-Amateur-Trainer Hermann Gerland Konstanz in seinen Vorstellungen, dürfte es in naher Zukunft schwer werden, an ihm vorbeizukommen.

Hoffnung dürfte Amedick und Co. da allein die Tatsache machen, dass der Defensivhüne so vielseitig einsetzbar ist. Fallen Sebastian Kehl oder Antonio Rukavina aus, könnte er unfreiwillig rochieren. Ein Umstand, den der Neu-Borusse ganz pragmatisch hinzunehmen scheint: „Es hat alles seine Vorteile.“

1
2
3
4
5
1
2
3
4
5
1
2
3
4
5

Neueste Artikel

RevierSport beim BVB
die Facebookseite für alle BVB-Fans

RevierSport Digital

Im günstigen Abo oder als Einzelheft

Jeden Montag und Donnerstag Fußball ehrlich und echt von der Bundesliga bis zur Bezirksliga. Im günstigen Abo oder als Einzelheft auf ihrem PC, Mac oder mobilem Endgerät.