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Schalke: Heldt
"Marica war die sinnvollste Entscheidung“

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S04: Heldt über Wünsche, Aufstände und Realitäten

Mit der Empfehlung von 19 Toren und 15 Vorlagen aus 93 Bundesligaspielen hat Ciprian Marica beim FC Schalke einen Zwei-Jahresvertrag unterschrieben.

Das Thema Nolan Roux ist damit vom Tisch. Der Kapitän der rumänische Nationalmannschaft soll der lang ersehnte Stürmer sein, mit dem Ralf Rangnick künftig sein Spiel vom Geschwindigkeitsfußball umsetzen will. Allerdings gilt der 25-Jährige, der sich beim VfB Stuttgart unter vier Trainern nie dauerhaft durchsetzen konnte und seinen Vertrag dort vor einigen Wochen nach einem Zerwürfnis mit Sportdirektor Fredi Bobic und Bruno Labbadia aufgelöst hat, als nicht gerade pflegeleicht.

Warum Schalkes Sportdirektor Horst Heldt Marica, der vielleicht schon beim Spiel gegen seinen alten Verein am kommenden Samstag sein Debüt für die Königsblauen geben könnte, unter den gegebenen Umständen für die beste Lösung hält, lesen Sie hier.

Heldt über… … die sportliche Qualität seines Neuzugangs: Ciprian hat unter Christian Groß in 17 Spielen zehn Tore gemacht. Bei Jens Keller auch noch mal sechs Tore in sieben Spielen. Er hat aber auch Phasen gehabt, in denen es nicht funktioniert hat. Es ist nicht so, dass er perfekt ist. Er hat seine Qualitäten, aber er hat auch seine Schwächen. Wir erwarten, dass er sich voll einbringt. Wenn er das liefert, was wir von ihm erwarten, werden wir aber mit ihm wieder einen Schritt weiter kommen.


… die Entscheidung zugunsten Maricas: Wir hatten auch andere Kandidaten, mit denen wir uns auseinandergesetzt haben. Aber das war auch bei ihm so. Atletico Madrid, der AC Parma und ein englischer Verein hatten ihr Interesse bekundet. Umso mehr freue ich mich, dass er sich für uns entschieden hat. Ciprian war für uns unter Abwägung der Gesamtkriterien die sinnvollste Entscheidung.

… Wünsche und Realitäten: Wir wollen einen guten Saisonstart in der Bundesliga, wir wollen in die Gruppenphase der Euro League und wir wollen auch gerne wieder zum DFB-Pokalfinale nach Berlin. Wir wollen in jedem Wettbewerb das Maximale erreichen. Auf der anderen Seite ist es aber auch notwendig, Verantwortung zu übernehmen, die Konsolidierung fortzuführen und gleichzeitig in die Infrastruktur zu investieren. Wir wollen bessere Trainingsbedingungen nicht nur für den Bereich der Lizenzspieler – auch für die Jugend und die Amateure. Wir wollen die U17, die U19 und die U23 künftig wieder zu Hause in der Glückaufkampfbahn spielen lassen. Das kostet alles Geld. Und es ist nicht unser Geld, das wir da ausgeben, sondern das des Vereins und seiner Mitglieder.

… Verantwortung: Es ist ein schmaler Grad, den wir da gehen, weil sowohl der Trainer als auch ich am Ende am sportlichen Erfolg gemessen werden. Aber wir haben die Verantwortung, dafür zu sorgen, dass es den Verein auch in zehn oder 100 Jahren noch gibt. Und wenn man diese Überlegungen mit einbezieht, machte der Transfer von Ciprian Marica unter Beachtung der Gesamtsituation am meisten Sinn.

… das finanzielle Risiko: Ciprian passte sportlich genau in unser Anforderungsprofil. Er war im Vergleich zu anderen Spielern die kostengünstigste Variante. Hat der Spieler mit dem Verein Erfolg, dann gibt es Geld zu verdienen und dann wird das Geld auch entsprechend aufgeteilt. Aber bei Marica haben wir es uns erspart, noch in Ablösesumme zu investieren. Wenn ich in Ablösesumme investiere, weiß ich schließlich auch nicht, ob ein Spieler funktioniert. Bei einem Spieler mit acht Millionen Euro Ablöse hätten wir diesem mindestens einen Vier-Jahresvertrag geben müssen, um ihn entsprechend abschreiben zu können. Wenn man dann mal hochrechnet, hätte so ein Spieler dem Verein in vier Jahren vielleicht 20 bis 25 Millionen Euro gekostet.

…Maricas Ruf als „schwieriger Charakter“: Damit kann ich wenig anfangen. Ich habe mit ihm beim VfB Stuttgart nicht mehr oder weniger Probleme gehabt, als mit anderen Spielern. Er war beliebt in der Mannschaft und integriert. Aufgrund seiner Sprachkenntnisse kann er sich mit den Kollegen auf russisch, spanisch, portugiesisch, englisch oder deutsch unterhalten. Ich kenne seinen Charakter so gut, dass ich das abschätzen kann.

… das Ende der Transferaktivitäten: Wir verfolgen nach wie vor das Ziel, eine gesunde Anzahl von Spielern zu haben. Aber wir haben noch den ganzen August. Traditionell ist es so, dass sich speziell in der zweiten Augusthälfte immer noch etwas tut. Deswegen ist die Tür bis zum 31. August nach beiden Seiten noch offen. Ich habe schon erlebt, dass in Stuttgart alle Türen geöffnet werden mussten, um schnell durch die Büros zu kommen, damit ein Transfer noch abgeschlossen werden konnte.

… den „Aufstand der Alten“: Unzufriedenheit gehört dazu. Es wird immer Spieler geben, die unzufrieden sind, weil wir mehr Spieler im Kader haben, als spielen können oder im „18er“-Aufgebot sind. Aber jeder Spieler muss begreifen, dass er mit seiner eigenen Leistung die Dinge in seine Richtung lenken kann. Was mir in diesem Zusammenhang nicht gefallen hat, war, dass der Weg über die Öffentlichkeit gewählt wurde. Wir haben keinen Trainer, mit dem man nicht reden kann. Ralf Rangnick gibt jedem die Gelegenheit Dinge zu besprechen, wenn man unzufrieden ist. Dennoch wird es keine Geldstrafe geben, zumal mir Peer Kluge versichert hat, dass er nicht gesagt habe, er könne die Entscheidung des Trainers nicht akzeptieren.

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