WSV-Manager zieht Rücktritt in Erwägung

19.12.2018

RL West

WSV-Manager zieht Rücktritt in Erwägung

Foto: Thorsten Tillmann

Eigentlich müsste man beim Wuppertaler SV durchaus zufrieden Richtung Weihnachtsfest blicken. Platz sechs in der Regionalliga und Stadionpläne, die aktuell diskutiert werden. Dem Sportvorstand ist das alles zu wenig. Er zieht einen Rücktritt in Erwägung.

Am Dienstagabend versammelten sich rund 500 Gäste in der historischen Wuppertaler Stadthalle, um einer Präsentation des geplanten neuen Stadions an der Hubertusallee beizuwohnen. "Es war eine tolle Präsentation und ich glaube, dass die Investoren und die Stadt da auf einem guten Weg sind", berichtet WSV-Sportvorstand Manuel Bölstler


Inwieweit die Stadionpläne realisiert werden können, ist noch offen. Fest steht, die Finanzierung der Pläne wird noch einige Zeit dauern. Zeit, die Bölstler nicht hat. 

Der 35-jährige Manager des WSV besitzt bis zum 30. Juni 2020 einen gültigen Vertrag an der Hubertusallee. Mittlerweile ist aber nicht ausgeschlossen, dass der Ex-Profi den Klub schon früher verlassen wird. Gegenüber RevierSport verrät er, dass er einen Rücktritt in Erwägung zieht. "Das neue Stadion ist ein mittel- beziehungsweise langfristiges Ziel. Das Projekt ist sensationell. Aber ich persönlich kann und will da nicht Jahre warten, bis hier die Strukturen verbessert werden. Ich möchte entwickeln, antreiben, aber vor allem vorantreiben. Das Motto `Stillstand ist Rückschritt` habe ich immer gelebt. Seit einiger Zeit herrscht hier beim Wuppertaler SV leider Stillstand. Uns holt ständig die Vergangenheit und Gegenwart finanzieller Art ein. Da muss ich auch für mich überlegen: Was kann ich hier vor Ort noch erreichen oder vorantreiben?"

Bölstler leistet seit dreieinhalb Jahren hervorragende Arbeit

Seit der Saison 2015/16 ist der gebürtige Tübinger für das Sportliche beim Wuppertaler Sportverein zuständig. Zunächst als Sportdirektor, seit Februar 2017 als Sportvorstand. Unter Bölstler gelang dem WSV der Aufstieg aus der Ober- in die Regionalliga. Hier belegte der WSV nach dem Etagensprung im ersten Jahr den 11. Tabellenplatz. In der letzten Spielzeit war es Rang drei. 

Aktuell liegen die Rot-Blauen auf Platz sechs mit einem Spiel weniger als die Konkurrenz. "Das ist unter den gegebenen Umständen in Ordnung", findet Bölstler und zieht einen Vergleich zur Konkurrenz: "Man muss ja mal schauen, welche Vereine mit welchen Etats vor uns stehen – und welche hinter uns. Rot-Weiss Essen hat zum Beispiel deutlich bessere finanzielle Möglichkeiten. Wir liegen jetzt wieder vor Essen und waren in der vergangenen Saison auch besser. Wir sind sportlich an RWE vorbeigezogen. Umso trauriger finde ich es, dass in Wuppertal die Möglichkeiten so begrenzt sind."

Zur Winterpause kündigte der WSV bereits einen Sparkurs an. Nicht zuletzt auch aufgrund der schlechten Zuschauerzahlen. RevierSport berichtete. So dass der Etat von aktuell 950.000 Euro eher nach unten gefahren wird. Hierfür sollen auch bis zu fünf Spieler, die noch bis zum 30. Juni 2019 gültige Verträge besitzen, abgegeben werden. 

Im Sommer 2019 soll der Etat noch einmal gekürzt werden. "Mit diesen finanziellen Möglichkeiten sehe ich die erfolgreiche Weiterentwicklung der letzten Jahre stark gefährdet. Mit diesem Etat sind wir für die Ambitionen und Ziele, die wir besitzen, nicht konkurrenzfähig. Ich finde es sehr traurig, dass es uns als höchstspielendem Fußballverein der Stadt nicht gelingt, in der 17. größten Stadt Deutschlands mit 350.000 Einwohnern, einen Etat von 950.000 Euro zu stemmen. Ich stelle mir die Frage, ob wir nun am Maximum als Verein angekommen sind?" Das alles stimmt mich mehr als nachdenklich."

Autor: Krystian Wozniak




Kommentieren

20.12.2018 - 10:54 - van melk

1.) Herr Bölstler hat bisher gute Arbeit geleistet und auch immer ein gutes "Schnäppchen " gefunden.
2.) Diese Saison lag er mit dem Kader zum ersten Mal daneben. Kann mal passieren , auch ihm als "Übervater".
Aber dann , bei der ersten Krise davon zulaufen und sich in höheren Ligen einen neuen Job zu suchen ist ein
Mangel an Loyalität. Dem Farat Toku ist so etwas nie eingefallen.
3.) Der Vorgänger von Herrn Stücker war gegen die Einstellung von Herrn Bölstler und hat nach einer verlorenen
Abstimmung im Verwaltungsrat seinen Rücktritt eingereicht.
Ich möchte alle WSV'er mal daran erinnern , wie sich MB damals verhalten hat.
4.) Immer wieder öffentlich zu kritisieren , wie es an der entwicklung der Sponsoren hapert ,
( mal ehrlich , nur die sind wichtig. Wer lebt heute noch von Zuschauern in der 4ten Liga ? )
ist ja eigentlich eine Kritik an seine fürs Marketing zuständigen Vorstandskollegen.
In meiner Firma gäbe das eine Abmahnung als Nestbeschmutzer. So kann man das nämlich auch auslegen.
Da haben findige HR - Abteilungsleiter schon ganz andere Gründe gefunden.
5.) Das die sportliche Entwicklung nur der finanziellen folgen kann, ist doch seit der Insolvenz ein Grundsatz
geworden. Schön , dass man sich darauf zurück besinnt.
6.) Wo soll denn plötzlich eine Verdreifung des Etat her kommen , wenn man wirklich aufsteigen würde ?
Unter 3,5 Mio Etat geht da in der DRITTEN gar nix.

Also ich werde ihm nicht nachweinen. Sollen wir das Geld lieber darin investieren unsere U19 zu halten und in die erste Mannschaft einzubauen. Viertelfinale DFB - Pokal U19 !!!
Weiter so mit der Jugendarbeit !

19.12.2018 - 21:00 - Abpraller

Es ist fast unmöglich in Wuppertal den WSV in die 3.Liga zu bringen.
Es fehlen die entsprechenden Zuschauerzahlen. Klar, wer soviele Heimspiele wie zuletzt wieder gegen Verl
vergeigt kann nicht damit rechnen, dass sich die Stadionbesuche in dieser Saison positiv entwickeln.
Mit Sponsoren tut sich der WSV seit Jahren schwer.

19.12.2018 - 18:52 - am Zoo

Naja, ich drücke es mal so aus:
Winterpause ist angesagt, RWE ist thematisch ausgeschlachtet - dort hält sich jeder bedeckt - zurecht!!!!
Bringen wir doch mal eine alte Thematik zum 10ten mal :-)
Also ich habe diesen oder ähnliche Artikel zu oft gelesen als das ich mich aufregen würde!
Lach - dann spielen wir halt auch etwas länger in Liga 4.....
Frohe Festtage allen !!!!!!

19.12.2018 - 17:56 - Otto Schibulsky

Das erste Problem beim WSV erledigt sich damit von ganz alleine.
Werden nicht viele sein, die dem Selbstdarstelle eine Träne nachweinen.

19.12.2018 - 16:56 - Jünther, Jötz und Jürgen

Im Sport und besonders im Fußball sind die Zeiten schnelllebig. Was für den WSV gilt, dies dürften auch andere Sportarten in Wuppertal feststellen. Eine richtig Entwicklung ist nicht abzusehen, Zuschauer und Sponsoren laufen dem WSV seit Jahren nicht die Bude ein. Wurde noch vor Jahren vom schlafendem Riesen berichtet, verpennt dieser Riese andauernd den Schritt in die Zukunft. Leider.
Nach Bölstler wird wieder einen Verantwortlichen geben, sicher. Aber der wird die gleichen Probleme mit dem Wuppertler Umfeld haben. Herrn Bölster möchten wir auf jeden Fall für seine Arbeit danken.

19.12.2018 - 16:55 - Hagemeister

Der WSV gehört in die dritte Liga

19.12.2018 - 13:45 - Ruppinho1954

Das einzige was wirklich traurig stimmt ist der Charakter eines Herrn Bölstler.
Wenn es schwierig wird tritt man also zurück.
Das ist eine schallende Ohrfeige für all diejenigen die an Ihn und seine Visionen geglaubt haben.
Herr Böstler , führen sie ihre privaten Beziehungen genauso?
Nehmen sie gefälligst die Herausforderung an und führen sie den Wuppertaler SV in die 3.Liga wo er hingehört.
Sie wollen doch vorrantreiben.
Wenn die Mannschaft nicht so viele unnötige Spiele verkackt hätte , dann würden auch die Zuschauerzahlen stimmen.
Da darf man sich als sportliche Leitung und auch als Mannschaft gerne mal an die eigene Nase fassen.
Auf gehts.

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