Landesliga Westfalen 3

Viktoria Resse: Klassenerhalt wird „schwer genug“

Kai Fedrau
26. Dezember 2020, 14:00 Uhr
Foto : Heinrich Jung

Foto : Heinrich Jung

Auf das Tabellenschlusslicht der Landesliga Westfalen 3, Viktoria Resse, wartet ein schwerer Saison-Endspurt. Trainer Frank Kandsorra sieht dennoch das Potenzial in seinem Team, um die Klasse zu halten.

Mit zwei Punkten aus sieben Partien steht Viktoria Resse mit dem Rücken zur Wand. Trainer Frank Kandsorra hofft im neuen Jahr, schnellstmöglich die Rote Laterne der Landesliga Westfalen 3 abzugeben.


Auf die Mannschaft des 51-jährigen Trainers wartet eine Mammutaufgabe, wobei er zuletzt eine Leistungssteigerung des Teams sah. Im RevierSport-Interview spricht Kandsorra über die neuen Möglichkeiten des Online-Trainings und blickt auf den Saison-Endspurt.

Frank Kandsorra, die Saison wurde erneut unterbrochen. Was war bisher Ihr Moment der Hinrunde?
Da, wo wir stehen, kann man sicherlich nicht über viele gute Momente sprechen (lacht). Der Zeitpunkt des erneuten Lockdowns war jedoch ärgerlich, weil zuletzt etwas Zählbares in der Luft lag. Nach dem 2:2 gegen SG Welper haben wir vor allem durch unsere Moral überzeugt. Das nächste Spiel gegen FC Frohlinde (1:2) verlief unglücklich, weil wir 1:0 zur Pause geführt haben, dann aber den Faden verloren haben. Dementsprechend drehte Frohlinde das Spiel und wir verschießen zudem einen Elfmeter in der 94. Minute. Das war ziemlich unglücklich, aber wir bewegten uns gerade in Richtung der Konkurrenzfähigkeit.

Was wünschen Sie sich für das Fußballjahr 2021?
Dass es irgendwann wieder so losgehen kann, dass alle Spaß an dem Sport haben können. Man merkt, dass jetzt alle irgendwo eine negative Grundeinstellung haben – das macht sich auch auf dem Fußballplatz bemerkbar. Deshalb wäre es sehr schön, sich wieder frei bewegen zu können. Grundsätzlich wünsche ich mir auch, dass wir den Faden wieder aufgreifen können und die benötigten Punkte für den Klassenerhalt holen – das wird schwierig genug. Es ist eine prekäre Situation für uns, aber ich glaube daran, dass die Mannschaft das schafft.

Sind Sie auch als Amateurfußballer und -trainer verrückt nach diesem Sport? Vor allem: Wie erleben Sie nun diese unfreiwillige lange Fußballpause?
Ich bewege mich selbst sehr gerne und gehe ins Fitnessstudio – das fehlt mir jetzt aber. Wir haben zuletzt viel über Zoom gemacht, um uns zumindest etwas fit zu halten. Momentan pausieren wir, aber Anfang Januar wollen wir dann online erneut angreifen. Irgendwie ist diese Möglichkeit auch ganz schön – ich hätte mir vorher nie vorstellen können, dass ich Mal in meinem Wohnzimmer tanze und mir 20 Jungs dabei sehen (lacht). So macht man Mal etwas Neues, wobei es natürlich kein Ersatz ist für das, was man auch dem Platz sonst hat.


Glauben Sie, dass nach der Pause die Begeisterung für den Fußball noch überall vorhanden ist oder schadet die Krise dem Fußball allgemein?
Schwer zu sagen. Es kann durchaus sein, dass die Begeisterung etwas abnimmt. Ich merke es, wenn ich Fußball im Fernsehen schaue. Sind wir da Mal ehrlich: Das macht keinen Spaß ohne die Emotionen der Zuschauer. Mir fehlt da etwas. Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass eine gewisse Müdigkeit eintritt, aber ob die Begeisterung da tatsächlich verloren geht, kann ich mir nur schwer vorstellen. Meine Spieler brennen momentan alle darauf, bald wieder loszulegen.

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