Am Samstag (13 Uhr) trifft der VfL Bochum im ersten Spiel nach der Corona-Pause auf den 1. FC Heidenheim. Wir sprachen vorher mit Bochums Leistungsträger Anthony Losilla. 

2. Liga

VfL Bochum: Losilla über den Re-Start und seine Wünsche

Dominik Hamers
14. Mai 2020, 19:00 Uhr
Foto: firo

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Am Samstag (13 Uhr) trifft der VfL Bochum im ersten Spiel nach der Corona-Pause auf den 1. FC Heidenheim. Wir sprachen vorher mit Bochums Leistungsträger Anthony Losilla. 

Anthony Losilla, Sie gehören zu den erfahrenen Bochumer Spielern. Aber die aktuelle Situation dürfte für Sie außergewöhnlich sein. Wie hat sich Ihre Aufgabe als Führungsspieler in der Corona-Pause verändert?
Die Situation ist absolut außergewöhnlich, so etwas hat es noch nie gegeben. Ich denke, dass sich viele wünschen, wieder in eine Art normales Leben zurückkehren zu können. Ich jedenfalls wünsche mir das. In der ersten Zeit war ich natürlich einer derjenigen, der als Ansprechpartner gesucht wurde – sei es von den Teamkollegen, dem Trainer oder der Geschäftsführung. Wir waren ja alle sozusagen im Home Office und mussten dort trainieren. Das Thema Gehaltsverzicht, das aus dem Mannschaftskreis angestoßen wurde, haben wir dann in kleiner Runde – natürlich mit dem nötigen Sicherheitsabstand – vor Ort besprochen. Zwischendurch durfte ich auch noch Appelle an unsere Fans richten, dass sie bitte zuhause bleiben sollen. Unsere Fans haben sich in den letzten Wochen absolut vorbildlich verhalten. Chapeau!

Sie sind nun in Quarantäne, haben somit keinen persönlichen Kontakt zur Außenwelt. Wie wichtig ist Ihnen Ihre Familie, um gute Leistung zu bringen?
Meine Familie ist sehr wichtig und es war der einzige Vorteil in der Zeit, die ich zuhause verbringen musste, dass ich deutlich mehr Zeit für die Kinder und meine Frau hatte. Ich liebe meine Familie, und von daher hat sie mir schon vor der Corona-Zeit Kraft gegeben, während dieser Phase sogar ein Stückchen mehr. Und wenn irgendwann alles wieder normal läuft, wird sie mir mindestens genauso viel Kraft geben.

Wie war es für Sie, im leeren Stadion zu trainieren?
Das Gefühl, im leeren Stadion zu trainieren, kennen wir ja durchaus. Ab und zu sind wir zum Abschlusstraining oder so ins Stadion gegangen. Das ist also nicht neu. Neu wird sein, in einem leeren Stadion ein Pflichtspiel zu bestreiten.


Was wird Ihnen am meisten fehlen, wenn die Ränge leer bleiben?

Sehr viel. Wenn man Fußballer ist, möchte man auch das Drumherum haben. Egal, ob im Jugendbereich oder in den unteren Ligen: Überall waren in meiner Karriere bisher Zuschauer dabei. Und die Zahl ist kontinuierlich gestiegen, bis hin zu den ausverkauften Stadien, wenn wir gegen die Bayern oder in Hamburg oder Stuttgart gespielt haben. Die Atmosphäre wird eine ganz andere sein und es wird auf jeden Fall ein wichtiges Element fehlen. Manchmal tragen dich deine Fans ja auch durch ein Spiel.

In den verbleibenden neun Spielen geht es um den Klassenerhalt. Wie sehr bräuchte der VfL dabei seine Fans?
Die Bedingungen sind ja für alle gleich, insofern ließe sich diese Frage an jedem Bundesliga-Standort stellen. Aber die Stimmung im Vonovia Ruhrstadion ist schon außergewöhnlich. Wir werden aber gerade für unsere Fans, die ja nicht live dabei sein können, alles raushauen, um den Klassenerhalt zu sichern. Am besten mit drei Punkten am kommenden Wochenende.

Ihr Vertrag läuft bis 2021. Was wünschen Sie sich für diese Zeit in Bochum?
Den Klassenerhalt in dieser Saison. Möglichst bald wieder Spiele mit Zuschauern und die Rückkehr zum öffentlichen Leben. Dass wir gesund bleiben. Und wenn machbar, möglichst bald einen Impfstoff gegen das Coronavirus.

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15.05.2020 - 01:54 - lapofgods

"Aber die Stimmung im Vonovia Ruhrstadion ist schon außergewöhnlich."

Hat der echt Vonovia Ruhrstadion gesagt?