In einem Spiel mit vielen kuriosen Toren trafen Hinterseer (2) und Sam für Bochum sowie Risse und Terodde für Köln. Endstand: 3:2 für Bochum.

2. Liga

VfL Bochum feiert Überraschungssieg in Köln

21. Dezember 2018, 21:14 Uhr

Foto: firo

In einem Spiel mit vielen kuriosen Toren trafen Hinterseer (2) und Sam für Bochum sowie Risse und Terodde für Köln. Endstand: 3:2 für Bochum.

Der VfL Bochum hat sich und seine Fans vor dem Weihnachtsfest mit einem Überraschungs-Coup beschert. Der Zweitligist gewann beim Aufstiegsfavoriten 1. FC Köln nach einem furiosen Spiel mit 3:2 (1:1).


Die temporeiche, mitreißende Partie begann gleich mit einem Paukenschlag. Nach einem Pass von Danilo Soares verstolperte Kölns Rafael Czichos am eigenen Strafraum den Ball, gleich drei Bochumer hatten freie Bahn. Lukas Hinterseer schnappte sich den Ball und schob an Torwart Timo Horn vorbei ins rechte Eck ein. 1:0 Bochum - nach exakt 28 Sekunden. Was für ein Auftakt.

Die Antwort kam prompt. Kölns Fans standen auf für ihren FC, Jhon Cordoba scheiterte hauchzart. Es entwickelte sich ein hochintensives, packendes Duell vor 50 000 Anhängern, die für eine prächtige Stimmung sorgten im ausverkauften Haus - hüben wie drüben, denn die 5000 Bochumer gaben ebenso alles wie ihr Team.

Der VfL verstand es zunächst blendend, Köln nicht zu nah kommen zu lassen, presste früh, ließ dem so offensivstarken Tabellenzweiten kaum Luft zum Atmen, war stets um eine spielerische Lösung bemüht. Und Routinier Patrick Fabian gewann wie ein Turm in der Schlacht zunächst jeden Zweikampf, wenn es hätte brenzlig werden können.

Doch dann passierte Danilo Soares ein dicker Lapsus. Die Gefahr war gebannt, als er am linken Seitenausrand unbedrängt den Ball hatte. Torwart Manuel Riemann zog es an die Grundlinie arg weit neben sein Tor, Danilo übersah ihn als Anspielstation und passte stattdessen quer in den Strafraum, wo er Anthony Losilla vermutete. Der aber nahm sich eine kurze Auszeit, anders als Simon Terodde. Der Torjäger sprintete dazwischen und schob ins leere Tor ein. 1:1, 24. Minute. Es war Teroddes Saisontor Nummer 22.

Kurz darauf traf der offensivfreudige Rechtsverteidiger Jan Gyamerah nur das Außennetz, ehe der Gastgeber peu a peu die Kontrolle übernahm: 90 Minuten kann sicherlich kein Team so offensiv attackieren wie der VfL zu Beginn. Große Chancen aber sprangen für die Geißböcke nicht heraus. 1:1 zur Pause - nach Toren und nach vorweihnachtlichen Geschenken.

Nach dem Wechsel gab zunächst weiter der FC den Ton an, Salih Özcan traf den Ball nach einer Ecke nicht richtig (51.), ehe sich der VfL wieder befreien konnte - und zuschlug. Die Flanke des engagierten Sidney Sam vollstreckte Hinterseer, leicht im Abseits stehend, aus fünf Metern volley (58.). Der Treffer zählte. 2:1 für Bochum dank Hinterseers elften Saisontor.

Trainer Robin Dutt, der in der Coaching Zone überaus emotional fluchte, antrieb und dirigierte, brachte Flügelstürmer Robbie Kruse für den diesmal blassen Chung-yong Lee. Tom Weilandt, dem wenig gelang, zog in die Mitte.
Bochum agierte souverän, bis ein einziges Mal der weitgehend abgemeldete Terodde frei zum Kopfball kam nach Risses Flanke. Doch Riemann parierte.

Fast im Gegenzug gab es wieder ein Geschenk. Den Querpass von Özcan nahm Sidney Sam auf, er sprintete los, vollstreckte hart und platziert - und wollte gar nicht mehr aufhören zu jubeln. Sein zweites Saisontor zum 3:1 in Minute 69 war der Lohn eines ganz starken Auftritts des Ex-Nationalspielers.

Aber er war noch nicht die Vorentscheidung, denn Marcel Risse hämmerte den Ball knallhart von rechtsaußen ins linke Eck. 2:3, Minute 76.

Bochum atmete tief durch, als Terodde aus kurzer Distanz an Riemann scheiterte - und riss am Ende mit letzter Kraft die Arme hoch. Ein Auswärts-Triumph zur rechten Zeit war perfekt.

Autor: Ralf Ritter

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22.12.2018 - 11:26 - na-und

Überraschender Sieg und endlich mal Glück gehabt. Nachdem ersten Gegentor hatte ich die Niederlage schon wieder vor Augen. Und ich fragte mich, warum der VfL keine Intelligenztests mit den Spielern macht. Denn was Soares und Riemann da ablieferten - übrigens nicht zum ersten Mal - ist an Dummheit nicht zu überbieten. Aber wie gesagt: Glück gehabt, auch mit dem Schiedsrichtergespann. Ein besonderes Lob hat Fabian verdient. So eine Leistung hätte ich ihm nicht mehr zugetraut. Gratulation dazu.