Stieneke sieht einiges bei Westfalia „nicht optimal geklärt“

18.01.2019

OL WF

Stieneke sieht einiges bei Westfalia „nicht optimal geklärt“

Foto: Barbara Zabka

Jürgen Stieneke, Gönner des SC Westfalia Herne, nimmt schriftlich Stellung zu den Themen Vorstand, Trainer und Verein.

Ein paar Tage lang war Ruhe nach Außen aus dem Umfeld des SC Westfalia Herne. Nach dem Sonntag hat Uwe Heinecke als verbleibendes Vorstandsmitglied zu Wochenbeginn Dirk Bardenheuer, den bisherigen kommissarischen Vorsitzenden, als zweites Mitglied in den Vorstand und für die Geschäfte berufen. An diesem Donnerstag nun meldet sich Gönner Jürgen Stieneke zu Wort. Er nimmt schriftlich Stellung.

Die Frage, wer der Verein Westfalia Herne ist, zieht sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Wochen. Jürgen Stieneke beantwortet sie für sich so: „Entgegen anderslautender Meldungen bin ich von meinem Amt im Vorstand des Vereins nicht zurückgetreten. Es gab Anfang dieses Jahres einen Entwurf für ein solches Schreiben. Dieses war aber an niemanden adressiert und ich habe es auch niemals an irgendjemanden abgeschickt. Das bedeutet: ich bin nach wie vor gewähltes Mitglied des Vorstands von Westfalia Herne.“ Dabei geht es um ein von Stieneke unterzeichnetes Rücktrittsschreiben, das auch in diversen Chats aufgetaucht ist. Dessen Gültigkeit, heißt es von Seiten Stienekes, müsse aber noch juristisch geklärt werden.

„Massiv gestörtes“ Vertrauensverhältnis

Als Mitglied des Vorstands von Westfalia Herne, argumentiert Stieneke, habe er also am Freitag ein Kündigungsschreiben an Trainer Christian Knappmann geschickt. Auch damit widerspricht er Uwe Heineckes Erklärungen vom Sonntag. Dieser hatte gesagt, im Westfalia-Vorstand sei niemand allein handlungsfähig. Die anwesenden Mitglieder/Fans in der Vereinsgaststätte Tilkowski jubelten am Sonntag indes laut, als der Sportliche Leiter Tim Eibold erklärte, Christian Knappmann bleibe Trainer der Westfalia.

Auch das Kündigungsschreiben machte eine Runde über WhatsApp. Stieneke schreibt an diesem Donnerstag, er habe es aufgesetzt, weil das Vertrauensverhältnis zwischen „dem Verein“, so Stieneke, und Knappmann „massiv gestört“ sei. Stieneke: „Dass diese Entscheidung nicht nur auf positive Reaktionen treffen würde, war mir selbstverständlich klar. Dass sie zum Anlass genommen wird, meine Position als Vorstandsmitglied bei Westfalia Herne in Frage zu stellen, hat mich allerdings tief erschüttert.“

Ziel: Außerordentliche Versammlung

Richtig sei, so Stieneke in seinem Schreiben, „dass die Verhältnisse im Vorstand von Westfalia Herne derzeit nicht optimal geklärt sind.“ Neben ihm selbst seien im Vereinsregister zwei weitere Personen als gewählte Vorstandsmitglieder eingetragen: der im November als Vorsitzender zurückgetretene Sascha Loch sowie Uwe Heinecke. Jürgen Stieneke: „Eine längst überfällige Neuwahl des Vorstandes hat noch nicht stattgefunden – ein Versäumnis, welches ich auch mir ankreide.“


Er sei, so Stieneke auf Nachfrage, „zu jeder Zeit bereit“, sich mit Uwe Heinecke an einen Tisch zu setzen. Darüber hinaus beabsichtige er, Stieneke, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen, „mit einem einzigen Tagesordnungspunkt: der Neuwahl des Vorstandes. Die Mitglieder von Westfalia Herne können dann entscheiden, welche Personen den Verein in Zukunft führen sollen. Mein persönliches Engagement für die Westfalia lasse ich im Moment bewusst ganz offen.“


Autor: Stephan Falk

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