NOFV warnt

Spitzentreffen zu Fußball-Regionalliga-Reform

18. März 2019, 14:30 Uhr

Foto: firo

Staffeleinteilung, Aufsteigeranzahl und -regelung: Bei einem Spitzentreffen wollen die Fußball-Drittligisten und Regionalligavereine aus dem Norden, Nordosten und Bayern nach einem gemeinsamen Reformweg suchen.

 Bei der Zusammenkunft am Dienstag in Peißen/Landsberg in Sachsen-Anhalt soll ein Strukturvorschlag diskutiert und erarbeitet werden, wie aus den drei künftig zwei Regionalligen gebildet werden können. Mit den Ligen West und Südwest gäbe es dann vier anstelle der bisher fünf Regionalligen, deren Meister künftig alle in die 3. Liga aufsteigen könnten.

Vor dem Treffen hat Erwin Bugar, Präsident des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV), aber schon vor einer Zerschlagung der Regionalliga Nordost gewarnt. «Wenn die Nordost-Staffel aufgelöst werden sollte, dann ist auch die Existenz des NOFV infrage gestellt. Das wäre ein Horror-Szenario», hatte er in einem Interview der «Magdeburger Volksstimme» gesagt. Die Mehrzahl der Nordost-Regionalligisten strebt ebenfalls eine Beibehaltung des aktuellen Status an.

Auch bei den Vereinen der Regionalliga Nord stoßen die Pläne auf Widerstand, die vierte Liga von fünf auf vier Staffeln zu reduzieren. «Wir sind der Überzeugung, dass derzeit nur eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit dann fünf Absteigern und unter Beibehaltung von fünf Regionalligen die Lösung der meisten Probleme ist. So würde dem Ursprungsgedanken der Reform 'Alle Meister müssen aufsteigen' Rechnung getragen werden», teilte der VfB Lübeck mit.

Sollte es am Dienstag zu keiner einvernehmlichen Lösung kommen, würde die Entscheidung möglicherweise durch den Deutschen Fußball-Bund erfolgen. Eine Reform soll spätestens beim DFB-Bundestag am 27. September verabschiedet werden. dpa

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19.03.2019 - 10:08 - Kalle K

Die 3. Liga wurde seinerzeit ja bewusst aus einer zweigleisigen geschaffen, um eine größere Leistungsdichte zu erzielen. Sportlich gesehen macht es auch Sinn. Viele Aufsteiger in Liga 2 spielen dort eine gute Rolle. Ich persönlich sehe hier einen Rückschritt nicht als Ausweg.
Erfurt und Chemnitz würden auch nicht getrennt, da nach dem Model, was ich beschrieben habe, diese in der theoretischen Liga Süd-Ost spielen würden. Die Grenze würde weiter im Norden gezogen werden - nördl. SA und Brandenburg. Ab hier kann man auch nur bedingt von Derbys reden, oder ist Essen - Koblenz eins? Und irgendwo muss die Grenze schließlich auch gezogen werden.

"Zum Vorschlag der zweigleisigen RL. Das Problem würde nur nach unten verlagert. Aus derzeit 14 Oberligen 5-6 machen? Wie soll das gehen, wenn schon nicht einmal aus 3 Regionalligen ganze 2 gemacht werden können?"

Mein Gedanke dazu wäre so:

3. Liga
2 x 4. Liga
5-6 x Regionalliga
darunter die Oberligen in der jetzigen Form. (wie die Ligen heißen lass ich einfach mal offen)
Der Aufbau wäre pyramidenartiger als bisher und würde in jeder Ligenstufe Aufstiegsmöglichkeiten bieten.
Ich hatte zuvor von Oberligen gesprochen, meinte aber die Regios.

Mir ist natürlich klar, dass es das beschriebene Modell so schnell nicht geben wird. Aber ich bleibe dabei. Beim zukünftigen Modell sollten Länder und Verbandsgrenzen eine untergeordnete Rolle spielen. NO, NW, SW und SO.

19.03.2019 - 03:51 - neigefraiche

Das Problem dieser drei Verbände kann ich schon nachvollziehen. Eine Zerschlagung, egal durch welchen Längen- oder Breitengrad bedeutet Nachteile für jeden Verein dieses jeweiligen Verbandes. Die Anzahl über Jahrzehnte gewachsener Derbies würde reduziert, bspw. statt RW Erfurt 2x gegen Chemnitz gäbe es 2x gegen Burghausen, was auf beiden Seiten keine Sau interessieren würde. Dazu noch die höheren Anfahrtskosten für sämtliche Vereine des jeweiligen zerschlagenen Verbandes. Gerade hier im Westen, wo so zahlreiche Vereine (ihre) Tradition hoch halten, müsste doch mehr Verständnis für die Bedenken der betreffenden Verbände aufgebracht werden, denn auch sie kämpfen für den Erhalt gewachsener Traditionen.

Zum Vorschlag der zweigleisigen RL. Das Problem würde nur nach unten verlagert. Aus derzeit 14 Oberligen 5-6 machen? Wie soll das gehen, wenn schon nicht einmal aus 3 Regionalligen ganze 2 gemacht werden können?

Für mein Empfinden führt dieser Lösungsweg nicht zum Ziel. Eine zweigleisige 3. Liga hätte hingegen die geringsten Reibungsverluste im Unterbau zur Folge - lediglich in der Liga selbst, die die meisten ohnehin nur als notwendiges Übel oder als möglichst kurze Durchgangsstation betrachten.

18.03.2019 - 14:59 - Kalle K

Der gute alte NOFV. Der kleinste Verband bellt am lautesten...

Ich verstehe nicht, warum Länder bzw. Verbandsgrenzen eine Rolle spielen müssen.
Am besten wären vier Ligen, eingeteilt nach geographischen Maßstäben.
Dann müsste vielleicht mal ein RWE nach Oldenburg und RW Erfurt nach Burghausen, aber auch dort wird Fußball gespielt. Und am Ende hätte jedes Team Gewissheit, dass man als Meister aufsteigen würde.

Bei einer Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams würde ich dennoch eine Reduzierung der Staffeln auch bevorzugen, da man so die Ligen ab Platz zwei reizvoller machen könnte. Man stelle sich vor, Oberhausen könnte über den Strohhalm Platz 2 nach oben rutschen.

Letztendlich finde ich die Idee, die von Doc Welling mal vorgestellt wurde am besten. Ein zweigleisige Regionalliga Nord und Süd unter der 3.Liga, darunter 5-6 Oberligen. Die beiden ersten könnten aufsteigen, die l. vier der 3. Liga gingen runter...