18.11.2018

KL B

Spielabbruch nach Ausschreitungen in Mülheim

Foto: Elmar Redemann

Beim Kreisliga-B-Spiel zwischen dem TSV Heimaterde und dem TuSpo Huckingen kommt es zu Szenen, die beim Fußball eigentlich niemand sehen will. Die Gastgeber brechen die Partie schließlich ab. 

Die beiden Vereine der Kreisliga B verbindet bereits eine tragische Geschichte: Im Sommer 2016 war ein Huckinger Spieler beim Duell zwischen den beiden Mannschaften unglücklich mit seinem Gegenspieler zusammengeprallt. Wenig später erlag er seinen schweren Kopfverletzungen.

Gerade vor diesem Hintergrund wollten die beiden Vereine am vergangenen Sonntag für ein schönes, normales Fußballspiel sorgen. Doch daraus wurde nichts. 

Rassistische Beleidigungen

Wie der TSV auf seiner Facebook-Seite mitteilt, heizte sich die Stimmung während der zweiten Halbzeit der Partie zunehmend auf. So hätten Huckinger Spieler Akteure der Heimmannschaft wiederholt rassistisch beleidigt. Dies sei umso verwunderlicher, "bei einem Gegner, von dem beinahe alle Spieler einen Migrationshintergrund haben." Der Schiedsrichter sei dagegen jedoch nicht vorgegangen.

Nach einer Gelb-Roten Karte für die Gastgeber sei die Situation dann eskaliert. "Einem verbalen Austausch folgend, stürmten sowohl eine Vielzahl von Feldspielern des Tuspo Huckingen als auch beinahe die gesamte Ersatzbank auf einen unserer Spieler los", schildert der TSV. "Es bildet sich ein Rudel. Der Griff unseres Arztkoffers wird von einem gegnerischen Spieler abgerissen und auf einen Heimaterder geworfen."

Gegenstände fliegen, Schlagversuch mit Besen

Auch andere Gegenstände seien dem vom Platz geflogenen Spieler nachgeworfen worden. Selbst als er "von Gegenspielern bespuckt" in Richtung Kabine geflohen sei, seien ihm vier Huckinger gefolgt und hätten versucht, ihn mit einem Besen zu schlagen. Mehrere Fans hätten den Heimaterder Spieler daraufhin im Vereinsheim beschützt.  

Erst nach rund einer Viertelstunde seien die TuSpo-Spieler wieder vollzählig auf dem Platz erschienen. Trotz der Ausschreitungen beließ es der Schiedsrichter, dem die Heimaterder vorwerfen, die Kontolle über das Spiel verloren zu haben, bei einer Gelb-Roten Karte für die Gäste und setzte die Partie fort.

Der 2:1-Treffer für die Gäste habe dann jedoch zu einer erneuten Eskaltion der Situation geführt, als der des Feldes verwiesene Huckinger Spieler wieder auf den Platz gelaufen sei. Erneut habe es Unruhe und eine Rudelbildung gegeben. Daraufhin hätten sich die TSV-Spieler entschlossen, die Partie ihrerseits abzubrechen. Das Spiel wird daher nun als Sieg für Huckingen gewertet.

"Wenn der Schiedsrichter es nicht abbricht, müssen wir dies tun."

"Ein solches Fußballspiel, was keins mehr ist und durch Gewalt und Bedrohungen geprägt ist, darf in einem Rechtsstaat wie Deutschland auf eine solche Art und Weise nicht weiter gespielt werden", heißt es von der Heimaterder Mannschaft. "Wenn der Schiedsrichter es nicht abbricht, müssen wir dies tun."

"Wie können wir ein solches Verhalten in Deutschland sowie im Verband Niederrhein dulden? Was sollen wir unserem Nachwuchs erzählen? Wie sollen wir den Jugendspielern erklären, dass sie für so eine Art von Fußball ihre Freizeit opfern sollen?", fragt sich der TSV. An die Verantwortlichen appelliert der Verein: "Rettet unseren Fußball und handelt! Das, was wir erleben müssen, ist kein Fußball mehr, sondern pure Gewalt." fn

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18.11.2018 - 10:40 - Staublunge

Immer das Gleiche! Einige Zeitgenossen müssen endlich zwangszivilisiert werden, denn das muss endlich aufhören.

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