OL WF

SG Wattenscheid 09: Coach Britscho baut "keine Luftschlösser"

04. November 2020, 12:59 Uhr
Foto: Thorsten Tillmann

Foto: Thorsten Tillmann

In Wattenscheid soll in diesen Zeiten mit Bescheidenheit und Kontinuität geglänzt werden. Nach dem Zwangsabstieg aus der Regionalliga West möchte Trainer Christian Britscho mit seinem Team frühzeitig in ruhige Fahrwasser geraten. 

Dass das aktuelle Zeitgeschehen auch für Amateurfußballer immer wieder unberechenbar ist, dürfte den Anhängern und Verantwortlichen der SG Wattenscheid 09 in den vergangenen Wochen nicht verborgen geblieben sein. Gleich mehrere Spielabsagen ereilten den Verein auch aufgrund mannschaftsinterner Corona-Erkrankungen noch vor der offiziellen Saisonunterbrechung. Für Coach Christian Britscho ist dies jedoch absolut kein Grund, die noch junge Saison schon jetzt zu verteufeln. „Klar zeigt uns die aktuelle Situation natürlich, dass wir nicht immer Herr der Lage sind. Jammern nützt aber jetzt nichts, wir werden wieder da sein, wenn es weitergeht“, kommt ein vorzeitiges Abschenken der Spielzeit für den 50-Jährigen überhaupt nicht in Frage. 


Die SGW, im vergangenen Jahr nach der Insolvenz einer der beiden Absteiger aus der Regionalliga West, will der Coach indes nicht mit zu hohen Zielsetzungen belasten. Vielmehr sei es wichtig, Außenstehenden zu zeigen, „dass auch in Wattenscheid mit Ruhe und Kontinuität gearbeitet werden kann“. Im Zuge dessen liegen die Wattenscheider mit dem gegenwärtig neunten Tabellenplatz (14 Punkte) absolut im Soll. Der nach dem Abstieg umstrukturierte Kader mache seine Sache nach Britschos Einschätzung bislang mehr als ordentlich. 

„Die Tabelle gibt im Grunde genommen relativ genau das wieder, was wir auch geleistet haben. Wir wollen beständig arbeiten und keine Luftschlösser bauen“, zollt der Trainer seinen Schützlingen bis hierher Respekt. Einen Mitgrund für die zufriedenstellende Zwischenbilanz stellen für den Coach auch die Neuzugänge dar, die gerade auch im Hinblick auf ihr vorbildliches Auftreten neben dem Platz für eine gute Atmosphäre sorgen. „Sowas war uns wirklich wichtig. Wir brauchen Typen, die ihre Energie für einen geschlossenen Mannschaftsgeist einbringen“, sieht Britscho hier einen entscheidenden Faktor für die langfristig erfolgreiche Arbeit. 

Breiter Kader macht Britscho froh

Die Frage nach dem Zugang zur Mannschaft während des Corona-Breaks beantwortet der Coach gelassen. „Es wird sich jeder bestmöglich vorbereiten, um dann irgendwann auf Knopfdruck wieder eine gute Performance abliefern zu können“, so der Übungsleiter. Die Breite des Kaders sei aufgrund der vielen englischen Wochen in dieser Saison ein Vorteil, der nicht hoch genug zu bewerten sei. „Da werden wir auf jeden Fall die Möglichkeit haben, auch den einen oder anderen Youngster einfach mal hineinzuwerfen“, frohlockt Britscho. Angesichts der ausgeglichenen Liga ist dies in diesem Jahr aus Sicht des Coaches unerlässlich. „Bisher habe ich kein Team gesehen, das deutlich abfällt“, erwartet der Trainer bis zum Ende ein Hauen und Stechen um jeden Platz.


Autor: Philipp Kappenstein

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften

Rubriken

Kommentieren