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Sexismus-Eklat! Riesen-Wirbel um Regionalliga-Trainer

Tim Rother
20. März 2021, 11:34 Uhr
Vor seinem Engagement in Gladbach war Heiko Vogel Trainer des KFC Uerdingen. Foto: Stefan Rittershaus.

Vor seinem Engagement in Gladbach war Heiko Vogel Trainer des KFC Uerdingen. Foto: Stefan Rittershaus.

Der Westdeutsche Fußballverband (WDFV) hat mit einem Urteil gegen Heiko Vogel, Trainer von Fußball-Regionalligist Borussia Mönchengladbach II, für einen Sexismus-Eklat gesorgt. Die Spielerinnen der 1. und 2. Frauen-Bundesliga reagierten inzwischen mit einem offenen Brief an den DFB.

Riesen-Wirbel um Heiko Vogel! Im Rahmen des Regionalliga-Spiels zwischen Borussia Mönchengladbach II und dem SV Bergisch Gladbach (2:1) hatte sich der Trainer der Fohlen-Elf gegenüber Schiedsrichter Marcel Benkhoff und seinen Assistentinnen Vanessa Arlt und Nadine Westerhoff „unsportlich“ verhalten. So schrieb es zumindest der Westdeutsche Fußballverbands (WDFV), der Vogel eine Geldstrafe in Höhe von 1.500 Euro sowie ein Innenraum-Verbot für zwei Meisterschaftsspiele aufbrummte. Auch wurde dem 45-Jährigen als „Strafe“ auferlegt, sechs Trainingseinheiten einer Frauen- oder Mädchenmannschaft zu leiten. Dieses Urteil flog dem Verband jetzt um die Ohren.

In einem offenen Brief an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) zeigten sich die Spielerinnen der 1. und 2. Frauen-Bundesligen entrüstet: „Uns stellt sich die Frage, wie das Trainieren eines Frauen- oder Mädchenteams als Strafe festgelegt werden kann. […] Es ist ebenso keine Wertschätzung, wenn man zum Ausgleich für ein solches unsportliches Verhalten anbietet, für ein paar Stunden eine Frauenmannschaft zu trainieren. Dieses Urteil diskriminiert alle Frauen im Sport und speziell im Fußball“, heißt es in dem Schreiben.

Vogel soll nach dem Abpfiff der besagten Regionalliga-Partie in Richtung der Schiedsrichter-Assistentin Vanessa Arlt wörtlich gesagt haben, „Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen“. Das bestätigte Arlt gegenüber den Westfälischen Nachrichten. „Wir fordern [den DFB] auf, als höchste Institution des deutschen Fußballs, dazu Stellung zu beziehen und aktiv zu werden! Wir alle fühlen uns beleidigt, diskriminiert und lächerlich gemacht“, heißt es in dem Brief weiter.

Inzwischen hat sich auch der WDFV in Person von Vizepräsident Gundolf Walaschewski zu Wort gemeldet. „Diskriminierung hat weder im Fußball noch in der Gesellschaft Platz“, wird Walaschewski auf der Homepage des Verbands zitiert. Und weiter: „Dazu bekennt sich auch der WDFV und mit ihm die Fußballfamilie in Nordrhein-Westfalen ausdrücklich. Das bedeutet konkret: Null Toleranz gegen sexuelle Diskriminierung und null Toleranz gegen Diskriminierung generell. Zudem ist es unsere Pflicht, dass wir uns schützend vor unsere Schiedsrichter*innen stellen. Deshalb ist es dem Präsidium wichtig, dass das Geschehen rund um das betreffende Spiel und die Äußerungen des Fußball-Lehrers Heiko Vogel lückenlos aufgearbeitet und [durch das Verbandsgericht] geprüft werden.“

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21.03.2021 - 09:40 - rsbeo

„Sexismus-Eklat“-wenn ich so einen Bullshit auf Niveau der BILD schon lese- reviersport wird immer ekelhafter!
Im Fußball sind Emotionen seit jeher fester Bestandteil und mittlerweile geht mir diese populistische Sch###e, dass alles Sexismus, Rassismus etc. ist, gehörig auf den Sack!!!

21.03.2021 - 00:17 - Bierchen

Liebe Spuren und Spurrinnen!

Wie sieht es eigentlich mit männlichen Bademeister in der Damendusche- oder sauna aus??
Männliche Aufsicht im
Desweiteren bin ich gegen Frauenparkplätze, den Tag der Frauen und Frauenbadetage und für Unisexduschen- und umkleiden??
Und mehr Frauen als Dachdecker, Müllarbeiter und Kanalarbeiter.

20.03.2021 - 21:26 - DerOekonom

"„Uns stellt sich die Frage, wie das Trainieren eines Frauen- oder Mädchenteams als Strafe festgelegt werden kann." Natürlich kann man das so interpretieren. Die Frage ist nur, und darüber hätten die Damen vor dem Brief durchaus nachdenken dürfen, ob das Training mit dem Frauenteam selber als Strafe gedacht war oder das Ziel der Verfügung war, dass Vogel durch das Training mit dem Frauenteam unmittelbar vor Ort erkennen sollte, welchen Blödsinn er da von sich gegeben hat.

Dann wäre die "Strafe", dass er sich dadurch mit dem Frauenteam direkt auseinander setzen muss und dabei lernen soll und kann, wie gut auch Frauen diesen Sport betreiben. Denn es muss ja immer auch um eine Resozialisierung gehen, ein Lernprozess eingeleitet werden, der zukünftig zu einer Verhaltensänderung führt.

Sollte Vogel bei dem Training begriffen haben, was für einen Bullshit er da von sich gegeben hat, war die Maßnahme richtig und Problem gerecht. Das mit dem Respekt vor den Schiedsrichterinnen steht auf einem anderen Blatt und wäre anders zu ahnden.

Ansonsten kann man nur festhalten, dass Vogel seine Meinung zu dem Thema haben darf und andere ihre Meinung zu dem Thema bzw. zu seiner Meinung zu dem Thema. Es ist schon darüber hinaus erstaunlich welche Wertigkeit die Frauen der Meinung dieses Trainers einräumen.

Wer ist Herr Vogel, dass er solche Aufmerksamkeit verdient? Zudem sollten wir nicht ständig nach Sanktionen rufen, wenn mal jemand was sagt, was man selber als falsch oder diskriminierend einstuft. So was kann man auch einfach mal kommentieren und bewerten und gut ist. Es ist sicher nichts was geeignet ist, die Grundfesten unseres Staates zu erschüttern.

20.03.2021 - 19:30 - Huette98

Unglaublich, die Herren in den Verbänden erinnern an den Vatikan. Es wird nicht mehr lange dauern, dann bricht hoffentlich die Struktur zusammen - Entscheidungen entsprechen immer weniger den Interessen der Fans. Der DFB und die darunter liegende Verbände stecken sich die Kohle ein und bevorzugen Vereine. Welche Schiri traut sich neutral gegen die Bayern zu pfeifen? Der ganze Haufen ist bis zum geht nicht mehr korrupt.
Ich hoffe, dass das Aushängeschild Nationalmannschaft weitere kräftige Niederlagen einstecken wird.

20.03.2021 - 15:04 - frankiboy5l

Oh, was habe ich da gestern nur angestoßen ?
Jetzt ist DFB in Frankfurt eingeschaltet, eine Protestnote des des DFL wird folgen, am Montag könnte aus der Berliner Coronasitzung eine Amateurfußball Notfall Sechsismus Konferenz werden. Dann folgen Brüssel, Straßburg und DenHaag und am Ende wird die UEFA BMG aus allen Wettbewerben außchließen.

Zur Erinnerung aus einem anderen Berichtes vom19.03.2021 - 04:57 - frankiboy5l
Richtig, @AV, wer, wie der Westdeutschen Fußballverbandes (WDFV) es als kreativen Strafe sieht, sechs Einheiten einer Frauen- und Mädchenmannschaft zu leiten, der ist der eigentlich Schuldige.
So drückt sich Fremden, äh, Frauenfeindlichkeit aus.
Die Verantwortlichen sollten sich ein Beispiel an S04 Thönnis nehmen und zurücktreten.
Andererseits hat man in dieser Spocht Zeitung den Bericht über den Protestmarsch eines gesamten Frauenfußball Clubs und allen Mitarbeiterinnen der Geschäftstelle Wedau, samt Frauenbeauftragten des Düsseldorfer Landtages, seinem Pen­dant aus Berlin und der Delegation der Grünen, glatt unterschlagen.

20.03.2021 - 14:15 - Gatsby

Zu Olims Zeiten, - die Älteren werden sich noch erinnern - als man noch rausdurfte in die Kneipen zu Rudelgucken hat es doch oft nette
Augenblicke gegeben: Wurde Frauenfußball übertragen, dann haben die Damen versucht, uns Männern die Abseitsregel zu erklären.
Mehr Emanzipation gibt es doch nicht.

20.03.2021 - 14:06 - @Jane

Von mir kommt da nicht viel, außer: Gegen Dummheit ist kein Kraut gewachsen ! Und davon wiederum hat dieser Vogel eine große Menge in Uerdingen erkennen lassen. Schlechtester Trainer in Uerdingen der letzten 20 Jahre ! Ach hätte uns doch zu der Zeit nur Inka Grings trainiert........

20.03.2021 - 13:41 - lapofgods

Natürlich ist es sinnvoll den Chauvi genau mit denen zu konfrontieren, die er diskriminiert. Das Urteil ist schon OK. Das Damenmannschaften andererseits keinen Wert auf näheren Kontakt mit so einem Macho (oder auch Carlos Valderrama) legen, ist eine andere Sache.

20.03.2021 - 13:31 - Tom123

Carlos im Röhnrad, das hätte mal was....

20.03.2021 - 13:28 - Tom123

Gäääääähhhhhn..........

20.03.2021 - 13:25 - Carlos Valderrama

Waaaas? Männer haben auf dem Schwebebalken nichts verloren? Was für eine menschenverachtende Einstellung! RIESEN EKLAT! Wir sind alle BETROFFEN!
(Ironie aus)
Männer auf dem Schwebebalken, das sieht wohl wirklich Panne aus. Brauch ich nicht.

20.03.2021 - 13:22 - Rotor

Man kann auch aus einer Mücke einen Elefand mache, wie man sieht. Es ist eine, dem Spiel geschulte freie Meinungsäußerung, die sicher nicht gegen Frauen im Allgemeinen gerichtet war. Genauso würde er mit Sicherheit sagen, dass Männer auf dem Schwebebalken nichts zu suchen haben.

Beitrag wurde gemeldet

20.03.2021 - 13:06 - Carlos Valderrama

Gähn. Vollkommen uninteressant.
Die "Frauen" sollten sich auch zurückhalten mit Vorwürfen, die haben doch sonst gerne mal ne ganz dicke Klappe in Richtung Männerfussball.
Ich finde Frauenfussball auch nach wie vor komplett uninteressant. Vor den Ball treten darf natürlich jeder, aber mit genau derselben Wahlfreiheit muss sich auch nicht jeder dafür begeistern.

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20.03.2021 - 13:04 - hoelwil

Was für ein Unsinn. Meistens weiss man schon 20 Minuten nach Spielende nicht mehr was man für einen Müll auf dem Platz erzählt hat. Und noch weniger waren diese Dinge Ernst gemeint. Der ehemalige Fifa Schiedsrichter Walter Eschweiler hat mir mal gesagt, das er auf dem Platz auf Durchzug gestellt hatte. Er gab nur Karten bei bösen Fouls und so sollte es auch sein. Was auf dem Platz passiert bleibt auch auf dem Platz.

20.03.2021 - 13:01 - PepAncelotti

„Frauen haben auf dem Fußballplatz einfach absolut nichts zu suchen“.

Das ist eines der Dümmsten Sprüche im Fußball. Es gibt Schiedsrichterinnen, die sind weitaus besser als ihre männlichen Kollegen.
Die Vanessa Arlt trifft leider nicht immer die beste Entscheidung, vielleicht auch nicht als Schiedsrichter-Assistentin. Aber das hat nichts mit Frauen allgemein auf dem Fußballplatz zu tun.

Die Frauen haben völlig recht! Das ist einfach diskriminierend, wenn der Vogel zu Strafe eine Frauenmannschaft trainieren soll, als wäre eine Frauenmannschaft was Schlimmes. Aber genau das ist diskriminierend und beleidigend. Und die Spielerinnen haben ein Recht sich darüber zu beklagen und auf dieses Gesellschaftliche Problem aufmerksam zu machen.